Das aus Japan stammende Kerzenmuster wird heute vielerorts als Darstellung für den Börsengang verwendet und zeigt durch verschiedene Balken (Kerzen) an, wie sich Trends tagtäglich verändern. Die Darstellung der Kerzen ist ein wichtiges Interpretationsmittel fürs Trading und zeigt zukünftige Trends auf.

Dabei ist sowohl die Farbe und Länge des eigentlichen senkrechten Balkens entscheidend, als auch die Länge des „Kerzendochts“, der jeweils oben und unten anhängt. Eines dieser bekannten Muster nennt sich Evening Star.

In den folgenden Abschnitten geht es insbesondere darum, solche Muster fürs Trading erkennen zu lernen und diese richtig zu interpretieren, um Gewinne zu erzielen.

Evening Star Technische Analyse Titelbild

Kurzüberblick zum Evening Star

Der Evening Star ist ein wichtiger Indikator für einen schnellen Kurswechsel.

Er ist ein sehr eindeutiges Zeichen mit einer hohen Trefferquote, der selten ein falsches Signal für Trader liefert.

Mit seinem Muster deutet er auf einen abfallenden Kurs hin.

Im Gegensatz dazu steht der Morning Star, der einen steigenden Kurs signalisiert.

Evening Stars lassen sich häufig beim Widerstand erkennen und sind dadurch vorhersehbar.

Die Länge der Kerzen und Dochte gibt Aufschluss über die folgende Entwicklung und lässt sich per Backtesting besser interpretieren.

So sieht der Evening Star aus

Das Kerzenmuster des Evening Stars lässt sich einfach erkennen. Zuerst muss ein allgemeiner Aufwärtstrend des Grafen zu erkennen sein, der durch eine längere weiße Kerze an der Spitze gekennzeichnet ist. Das nennt sich in Fachkreisen auch ein bullischer Trend, denn dieser versucht, die Aufwärtsbewegung weiter fortzusetzen.

Nach der langen Kerze folgt dann ein kurzer Balken, der entweder weiß oder schwarz dargestellt wird, und über dem Schluss des ersten Balkens liegt. Er signalisiert einen Stopp im Graphen und deutet darauf hin, dass sich der Trend vermutlich abwärts bewegt.

Die darauffolgende Kerze fällt dementsprechend und ist schwarz gekennzeichnet, öffnet und schließt sich ungefähr auf der Höhe der ersten Kerze des Evening Stars – nur eben umgekehrt. Dies signalisiert einen Fall des Graphen und nennt sich bärischer Trend.

Das Muster lässt sich im Kerzen-Modell sehr einfach identifizieren und ist ein Anzeichen eines Abwärtstrends, sollte also mit Vorsicht genossen werden. Eine Trading Plattform macht auf solche Muster aufmerksam und zeigt Kerzenmuster im Detail an, um Trends selbst zu analysieren.

Die Länge der Balken und deren Dochte spielen ebenfalls eine nicht unwesentliche Rolle und gibt das Verhalten des weiteren Kurses vor. Ein langer bärischer Balken am Schluss deutet zum Beispiel auf einen steilen Abwärtstrend hin.

Evening Star im Gegensatz zum Morning Star

Der Morning Star ist das genaue Gegenteil des Evening Stars, zeigt also einen Aufwärtstrend des Kerzen-Modells an. Es zeigt sich primär nach einem starken Abwärtstrend und ist zuerst mit einer langen, schwarzen Kerze mit einem kurzen Docht dargestellt.

Diese deutet eigentlich darauf hin, dass der Graph weiter nach unten geht. Im nächsten Schritt folgt ein kurzer Balken, entweder weiß oder schwarz, der unter dem ersten Balken liegt und einen Stopp im Fall signalisiert.

Es zeigt, dass sich der Bulle durchsetzt und der Preis vermutlich steigen wird. Ist die nächste Kerze dann grün und auf ungefährer Höhe der ersten Kerze, so nennt sich das Muster Morning Star.

Auch wenn beide Muster selten vorkommen, ist es wichtig, sie zu kennen. Sie zeigen starke Veränderungen innerhalb der Börse an und weisen auf neue Trends oder Einbrüche innerhalb des Systems hin.

Wer Daytrading lernen will, der muss sich hiermit auseinandersetzen. Mit Backtesting lassen sich beide Variationen in vielen Graphen wiederfinden und entsprechend interpretieren. Und in eigentlich jedem Falle deuten sie auf einen Aufstieg oder Fall des Kurses hin, je nachdem, um welchen Stern es sich handelt.

Interpretation vom Evening Star in der technischen Analyse

Kerzenformationen, wie der Evening und Morning Star, sind gute Indikatoren für eine drastische Veränderung auf dem Markt. Die Trefferquote ist bei beiden vergleichsweise hoch, was die Muster zu wichtigen Analysetools für den Kurs macht.

Der Evening Star ist besonders wichtig, da er einen allgemeinen Abwärtstrend signalisiert, der vorher in den meisten Fällen noch nicht absehbar war. Denn durch die ersten beiden Kerzen der Formation wird ein eigentlicher Aufstieg gekennzeichnet, aber ein Abfall des Kurses ist bei der Reihenfolge einer langen und dann einer kurzen Kerze durchaus gegeben.

Natürlich ist der Evening Star nicht immer ein Hinweis darauf, dass sich der Graph entgegen seinem Aufwärtstrend entwickeln wird. Die Quote liegt aber vergleichsweise hoch und muss auf jeden Fall im Auge behalten werden. Dies gilt vor allem bei drastischen Unterschieden in der Öffnung und Schließung der Balken, die auf einen schnellen Fall hindeuten.

Evening Star Pattern: Abweichungen vom idealen Verlauf der Formation

Große Abweichungen im Evening Star Muster gibt es nicht wirklich, da es sich in den meisten Fällen eindeutig zuordnen lässt. Es deutet auch primär auf einen kommenden Fall des Kurses hin und wird daher immer mit Vorsicht genossen.

Ideal ist es, wenn die Öffnung des letzten Balkens noch über dem Schluss des ersten Balkens liegt. Der Stern (mittlere Balken) muss jedoch zwingend über den beiden liegen, um als Evening Star zu gelten. Die Farbe des Sterns macht jedoch kaum einen Unterschied, da er vergleichsweise kurz ist und daher wenig Einfluss auf das Geschehen hat.

Die einzige Abweichung des Musters ist der sogenannte “Doji”, der entsteht, wenn sich der mittlere Balken auf demselben Niveau öffnet und wieder schließt. Dadurch entsteht ein sehr kurzer Kerzenbalken, der in den meisten Graphen nur als waagerechter Strich zu erkennen ist. Mit den Kerzendochten bildet er dann ein Plus-Symbol.

Sowohl beim Evening Star als auch beim Morning Star erkennst Du den Doji häufig. Große Unterschiede gibt es aber nicht zu einer etwas längeren Kerze. Auch die Farbe des mittleren Balkens ist vernachlässigbar. So oder so, der Kurs wird mit dem dritten Balken vermutlich fallen, solange sich kein anderer Trend erkennen lässt.

In manchen Fällen kommt es auch dazu, dass die Kursänderung nicht eingehalten wird. Somit folgt auf einen eigentlichen Evening Star dann doch ein bullischer Trend, obwohl sich dieser eigentlich nicht abgezeichnet hat. Je länger der dritte, schwarze Balken, desto deutlicher ist ein Abfall des Kurses zu interpretieren.

Nutze zusätzliche Bestätigungen für eine Trade-Idee

Unterstützungs- und Widerstandszonen: Die Unterstützungs- und Widerstandszonen sind ein extrem hilfreicher Indikator, vor allem in Hinblick auf die Evening und Morning Star Muster. Beide Zonen können bei einer langen Trendlinie vorhersagen, wo sich Umkehrungen im Graph herauskristallisieren. Der Widerstand ist der höchste Punkt und wird oft durch einen Evening Star geprägt, während die Unterstützung vereinzelt durch einen Morning Star gekennzeichnet ist.

Gleitende Durchschnitte: Über einen gewissen Zeitraum eines Kurses lassen sich bestimmte Trends beobachten, die Trader zur Analyse der zukünftigen Kurve nutzen. Dieser Durchschnitt weist darauf hin, wie sich Trends im Laufe der folgenden Tage und Wochen entwickeln. Dabei ignoriert er auch sehr starke Schwankungen und arbeitet mit einer einheitlichen Kurve, die Neulinge besser interpretieren. Seiten wie CFD Broker bieten diese Funktion mit unterschiedlichen Zeiträumen an.

Das Volumen: Das Handelsvolumen beschreibt die Gesamtheit aller Käufe und Verkäufe innerhalb einer bestimmten Periode. Spezielle Programme zeigen auf, welche Veränderungen sich genau hinter den Balken bei der Kerzenformation verbergen und können so konkrete Aufschlüsse auf Veränderungen aufzeigen. Das Volumen wird durch horizontale Balken am Rande des Graphen dargestellt und zeigt deutliche Hochs und Tiefs des Kurses an. Dies wird unter anderem beim Forex Broker genutzt.

Beispiel #1: Der Evening Star in einem Bullenmarkt

Ein Bullenmarkt signalisiert einen allgemeinen Aufwärtstrend des Kurses. Investoren hoffen langfristig immer auf einen Bullenmarkt, um Preise in die Höhe zu treiben und möglichst viel Gewinn auszuspielen. In einem bullischen Kursverlauf ist ein Evening Star ein schlechtes Zeichen, denn er signalisiert einen Abfall des Kurses.

Das Blatt wendet sich, der Graph wird als Bärenmarkt fortgeführt, der und Wert fällt dementsprechend. Zeigen tut sich der Evening Star vor allem nach einem drastischen Aufwärtstrend, kann aber auch bei einem langfristigen Bullenmarkt vorkommen und einen Kurswechsel anzeigen. Zudem stellt der Evening Star in solchen Szenarien meist einen neuen Widerstandspunkt dar, an dem sich der Graph fortlaufend orientiert.

Beispiel #2: Der Evening Star in einem Bärenmarkt

Ein Bärenmarkt wird oft durch einen Evening Star eingeleitet und deutet auf einen Abwärtstrend im Kurs hin. Im Laufe eines Bärenmarktes kommt es vermutlich zu einigen dieser Kerzenformationen, die mit ihrem bullischen Aufstieg zuerst Hoffnung auf eine Besserung im Kurs machen, mit ihrem bärischen Abstieg jedoch auf einen Abfall der Linie hindeuten.

Eine positive Veränderung wäre in diesem Falle ein Morning Star, der auf einen Aufwärtstrend und einen Bullenmarkt hindeutet. Hier ist zwar die erste, lange Kerze bärisch, aber wandelt sich mit der dritten Kerze in einen bullischen Trend um.

Am Ende muss jedoch weder der Evening Star noch der Morning Star auf einen lang anhaltenden Markt hindeuten. Kurse wandeln sich schnell und können schon bei der nächsten Aktualisierung wieder die Richtung ändern.

Backtesting und statistische Validierung von Evening Star-Signalen

Evening Stars sind eindeutige Signale in einem Kurs und deuten auf einen drastischen Richtungswechsel hin. Sie sind vergleichsweise selten anzutreffen, überzeugen aber mit einer hohen Trefferquote. Zudem leiten sie in vielen Fällen einen Abwärtstrend ein, der zu großen Verlusten führt.

Backtesting bedeutet, mit Daten alter Kursveränderung die aktuelle Lage zu bestätigen oder zu widerlegen. Das hilft, bestimmte Handlungsstrategien zu treffen und dabei keine großen Verluste zu generieren.

Viele Anbieter, wie auch Metatrader Broker, bieten solche Tools an und geben Aufschlüsse über frühere Marktentwicklungen. Wer ähnliche Muster erkennt, der handelt auch entsprechend. Natürlich gibt Backtesting keine Garantie auf eine erfolgreiche Entscheidung, ist aber eine hilfreiche Strategie.

Im Falle von Evening Stars lassen sich solche vergangenen Trends sehr gut erkennen und analysieren. Mit einer hohen Wahrscheinlichkeit deuten diese immer auf einen Abwärtstrend hin, egal, wie groß oder klein dieser ist. Wichtig ist dabei, die Länge der Kerze in Relation zu den umliegenden Balken zu berücksichtigen.

Auch die Lücken zwischen dem Schließen und Öffnen des darauffolgenden Balkens sind ein Indikator für den Trend. Anzeichen auf einen Bärenmarkt sind unter anderem eine längere dritte Kerze oder eine besonders große Lücke zwischen der ersten bullischen Kerze und dem Stern.

Als Vergleich ziehen Trader auch immer den Morning Star zurate und schauen, wie sich die Trends dementsprechend verändert haben. Da die Sterne oftmals mit dem Widerstand oder der Unterstützung zusammenhängen, ist dessen Validierung immens wichtig für die Kursentwicklung. In einigen Fällen deutet sich zwar ein Umschwung des Kurses an, wird aber mit den fortlaufenden Balken so nicht weitergeführt. Hier ist also Vorsicht geboten, sich nur darauf zu verlassen.

Mit einem Trading Demokonto lernst du, wie Du mit solchen Formationen umgehst und diese richtig interpretierst. Dabei wird die Marktentwicklung realistisch simuliert und hilft dabei, sich ans Trading heranzutasten und nicht direkt echtes Geld aufs Spiel zu setzen. Du lernst so, Muster richtig zu interpretieren und daraufhin Entscheidungen zu treffen.

FAQ – Evening Star

Was ist der Evening Star Pattern?
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Der Evening Star ist eine Drei-Kerzen-Formation, der einen drastischen Kurswechsel innerhalb einer Aktie aufzeigt. Er zeichnet sich durch einen ersten bullischen Balken aus, gefolgt von einem kurzen Balken und einem dritten bärischen Balken, der einen Fall des Kurses signalisiert. Das entspricht einer Abwärtsbewegung des Kurses.
Was ist der Morning Star Pattern?
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Der Evening Star ist eine Drei-Kerzen-Formation und das Gegenteil des Evening Stars. Er besteht zuerst aus einem bärischen Trend, der sich nach dem Stern jedoch durch einen bullischen Balken verändert. Dies weist auf einen Aufwärtstrend hin und beendet einen Bärenmarkt.
Welche Kriterien definieren den Evening Star und wie unterscheidet er sich von anderen Candlestick-Mustern?
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Der Evening Star kommt zwar selten vor, ist aber ein gutes Signal, das auf einen Abwärtstrend hindeutet. Dadurch unterscheidet es sich von anderen Candlestick-Mustern, die deutlich stärker auf einer Spekulation beruhen. Evening Stars sind jedoch vergleichsweise eindeutig zu interpretieren.
Welche Rolle spielt der lange obere Schatten im Evening Star und wie beeinflusst er die Signalstärke?
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Der Schatten, auch Docht genannt, deutet auf einen kommenden Widerstand hin und ist ein gutes Signal für einen Evening Star. Je länger der obere Schatten, desto unsicherer ist die aktuelle Lage. Ein Kursfall ist in den meisten Fällen unumgänglich.
In welchen Marktbedingungen tritt der Evening Star am häufigsten auf und wie passt er in verschiedene Marktszenarien?
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Der Evening Star kommt häufig am Ende eines Aufwärtstrends vor, signalisiert dabei aber einen Kurswechsel hin zum abfallenden Markt. Er tritt dann auf, wenn ein vergleichsweise schneller Wechsel stattfindet. Seine Form findet sich schnell und lässt sich eindeutig zuordnen, was den Evening Star verlässlich macht.
Christian Böttger

Christian Böttger

Über den Autor Finanzexperte und Ausbilder für Trading mit über 6 Jahren Erfahrung an der Börse.

Vollzeit-Trader

„Egal in welcher Marktphase man sich befindet – mit meinen Strategien kann ich seit über 6 Jahren flexibel im Markt erfolgreich agieren!“

>75% Trefferquote

+6 Jahre Erfahrung

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Über den Autor:

Christian Böttger ist hauptberuflich Trader und Mentor, der sowohl kurzfristige Trades als auch langfristige Investments mit überragender Trefferquote durchführt. Auf Finanzradar.de teilt er seine Analysen sowie praktische Erfahrung und hat besonders für Anfänger den einen oder anderen Kniff parat. Mehr über Christian erfährst Du hier.