Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Was für das Leben im Allgemeinen stimmt, gilt im Besonderen auch an der Börse. Erfolgreiches Trading ist eine Wissenschaft, die von jedem Trader erlernt werden muss.

Besonders Trading-Anfänger sind oft schnell von der Komplexität der Finanzmärkte überfordert und machen kostspielige Fehler. Um diese zu vermeiden, habe ich eine Liste mit den 15 meiner Meinung nach wichtigsten Tradings Tipps zusammengestellt.

Wenn Du diese Tipps befolgst, hast Du bereits einen großen Schritt gemacht, um Dich zu einem erfolgreichen Trader zu entwickeln. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass viele dieser Tipps mir dabei geholfen haben, weniger Lehrgeld an der Börse zu bezahlen.

Trading Tipps Titelbild

Kurzüberblick: Trading Tipps

Trading, insbesondere Daytrading, ist nicht innerhalb weniger Tage zu lernen. Trader sollten viele Monate für einen erfolgreichen Einstieg ins Trading einplanen.

Um Risiken von Vornherein zu vermeiden bzw. zu minimieren, sollte jeder Trader seine Handelsstrategien auf einem Demokonto ausprobieren und ein Risikomanagementsystem implementieren.

Ebenso wichtig für erfolgreiches Trading/Daytrading ist es, die eigenen Emotionen unter Kontrolle zu haben, um keine irrationalen Entscheidungen zu treffen.

Auch die Auswahl eines seriösen und preiswerten Brokers ist ein maßgeblicher Faktor für Erfolg im Trading.

Backtesting und ein Trading-Tagebuch sind wichtige Hilfsmittel, um Handelsstrategien zu erproben und zu verbessern.

Trader sollten realistische Erwartungen pflegen und ihre Performance nicht mit ungeeigneten Benchmarks vergleichen.

Tipp #1 Investiere viel Zeit für das Trading lernen

Als langjähriger Trader muss ich vielen Börsenneulingen einen Zahn ziehen: Trading lernen geht nicht an einem Tag oder einer Woche. Vielmehr solltest Du Monate und Jahre in Deine „Ausbildung“ zum Profi-Trader investieren. Das gilt besonders, wenn Du Daytrading lernen willst. 

Um Trading zu lernen, musst Du Dich intensiv in gleich drei Bereiche einarbeiten:

Die internationalen Finanzmärkte

Branchen und Unternehmen

Die Psychologie der Marktteilnehmer

Die internationalen Finanzmärkte sind ein sehr komplexes und gleichzeitig äußerst dynamisches System. Du musst Dich mit vielen Grundlagen vertraut machen, um ihre Funktionsweise zu verstehen. 

Darüber hinaus musst Du für erfolgreiches Trading und Daytrading lernen, wie Du Branchen, Unternehmen und ihre Wertpapiere richtig analysiert. Dazu gehört sowohl die fundamentale als auch die technische Analyse.

Beachte: Nicht zuletzt ist es erforderlich, dass Du Dich auch in der Disziplin der Psychologie auskennst. Trading-Psychologie ist ein wesentlicher Faktor für Erfolg und Misserfolg an der Börse.

Trading Tipp #2 Trainiere das Trading im Demokonto

Wenn Du Dich in die Grundlagen des Tradings eingearbeitet hast, ist die Versuchung natürlich groß, Dein Wissen sofort im Echtgeldhandel auszuprobieren. An dieser Stelle muss ich Deine Euphorie leider ein wenig bremsen. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir nur raten, mindestens ein Jahr lang in einem Trading-Demokonto zu handeln.

Kostenlose Trading Demokonten werden heutzutage von fast allen CFD-Brokern, Forex-Brokern und Universalbrokern angeboten. Sind sie die perfekte Lernumgebung, um mit einer Trading Plattform wie beispielsweise dem Metatrader Broker völlig stress- und risikofrei das Trading bzw. Daytrading zu üben. Auf einem Demokonto handelst Du nur mit virtuellem „Spielgeld“, dessen Verlust im Gegensatz zu Echtgeld nicht wehtut.

XTB Demokonto Benutzeroberfläche
Beispiel: XTB Demokonto Benutzeroberfläche

Beachte: Mit einem Trading-Demokonto kannst Du über Monate in Ruhe Deine Trading-Strategie entwickeln und im echten Handel ausprobieren. Erst wenn Du Dir sicher bist, eine langfristig profitable Strategie in der Hand zu haben, solltest Du vom Demo- in den Echtgeldhandel umsteigen.

Tipp #3 Pflege aktives Risikomanagement für Trades

Ein weiterer wichtiger Trading Tipp, denn ich allen Tradern stark ans Herz lege, ist die Einrichtung eines aktiven Risikomanagements. Viele Trader fokussieren sich zu stark auf das Gewinnpotenzial ihrer Trades und lassen das dazugehörige Risiko außer Acht. Ein schwerer Fehler, denn kein Trader ist perfekt und jeder von ihnen (mich eingeschlossen) hat an der Börse schon mehr oder weniger lange Verlustserien erlebt.

Damit eine Verlustserie für Dich als Trader nicht existenzgefährdend wird, musst Du ein funktionierendes Risikomanagement implementieren. Dazu gehören Fragestellungen wie Dein maximaler Kapitaleinsatz pro Trade sowie Deine Stop-Loss- und Take-Profit-Strategien.

Setze immer den Stop-Loss

Der Stop-Loss ist die meiner Meinung nach wichtigste Einzelkomponente des Risikomanagementsystems eines Traders. Vor allem im Daytrading solltest Du niemals auf einen Stop-Loss verzichten.

Mit dem Stop-Loss legst Du ein Kursniveau fest, bei dessen Unterschreiten ein Verkauf ausgelöst wird. Fällt ein Wertpapier auf oder unter den festgelegten Kurs, löst Dein Broker automatisch einen Verkauf Deiner Position aus.

Das hat gleich drei Vorteile: Zum Ersten begrenzt Du Dein Verlustrisiko im Vorhinein auf einen bestimmten Betrag. Zum Zweiten musst Du nicht permanent den Kursverlauf jedes Trades nachverfolgen, um zum richtigen Zeitpunkt zu verkaufen. Und zum Dritten kommst Du mit einem Stop-Loss nicht in Versuchung, auf eine zukünftige Kurserholung zu hoffen (die sich in der Praxis häufig nicht einstellt).

Wo Du den Stop-Loss setzt, bleibt selbstverständlich Dir selbst überlassen. Jeder Trader hat seine eigene Stop-Loss-Strategie. Ich setze den Stop-Loss immer dort hin ab wo meine Trade-Idee nicht mehr intakt ist. Ein Trading Tipp von meiner Seite: Setze den Stop-Loss nicht zu tief. Wenn Du sehr viele Trades eingehst, wird damit Dein Gesamtrisiko zu hoch.

Stop Loss richtig setzen im Daytrading
Stop Loss richtig setzen

Nutze den Take-Profit

Der Take-Profit ist ein weiteres Instrument aus dem Risikomanagement-Werkzeugkasten. Mit dem Take-Profit definierst Du ein Kursniveau, bei dem ein Wertpapier im Gewinn verkauft wird. Sobald der Kurs das Take-Profit-Niveau erreicht hat, löst Dein Broker einen automatischen Verkauf aus.

Ein Take-Profit ist somit ein sehr gutes Mittel, im Voraus ein bestimmtes Gewinnziel zu definieren. Bei vielen Tradern ist er deshalb aber umstritten, weil er – weitere Kurssteigerungen vorausgesetzt – die Gewinne kappt.

Ich rate Dir aus Risikogesichtspunkten trotzdem dazu, Take-Profits für Deine Trades festzulegen. Wie ein Stop-Loss hat ein Take-Profit den Vorteil, dass Du die weitere Kursentwicklung nicht permanent mitverfolgen musst. Besonders Trader, die sehr aktiv handeln, sollten aus zeitlichen Gesichtspunkten nicht darauf verzichten.

Darüber hinaus kennst Du die weitere Kursentwicklung nicht. Selbstverständlich ist ein Take-Profit ärgerlich, wenn der Kurs im Anschluss weiter stark steigt. Im Gegensatz dazu kann er aber sehr nützlich sein, wenn der Kurs danach wieder fällt.

Wenn ich mein Take-Profit setze befolge ich immer einen Leitspruch: „Ich setze den Take-Profit dort hin wo etwas gegen meine Richtung spricht.“ Bin ich beispielsweise in einer Long-Position, dann ist ein Take-Profit am nächsten Widerstand sinnvoll, weil per Definition dieser uns an weiteren Kursgewinnnen hindert.

Wähle eine kleine Positionsgröße

Neben dem Stop-Loss ist die Positionsgröße der wichtigste Faktor im Risikomanagement eines Traders. Mit der Positionsgröße legst Du fest, welchen Anteil Deines Gesamtkapitals Du in einen einzelnen Trade investierst.

Mein Trading Tipp lautet: Setze niemals mehr als 3% Deines Handelskapitals in einem einzigen Trade ein. Ich selbst beschränke mich inzwischen bei meinen Trades auf eine maximale Positionsgröße von 1% meines Kapitals.

Grundsätzlich gilt: Je aktiver Du handelst, desto niedriger sollte Deine Positionsgröße sein. Ansonsten gehst Du das Risiko ein, bei einer Verlustserie einen hohen Prozentsatz Deines Gesamtkapitals zu verlieren.

Die Höhe der Positionsgröße steht auch in einem direkten Zusammenhang mit dem Stop-Loss. Wenn Du Dir sehr enge Stop-Loss-Grenzen bei Deinen Trades setzt, kannst Du auch größere Positionen ohne höheres Risiko eingehen. Umgekehrt gilt selbstverständlich, je niedriger Deine Stop-Loss-Grenzen, desto kleiner Deine Positionsgröße. Jeder Trader muss somit die richtige Balance zwischen Positionsgröße und Stop-Loss-Niveau finden.

Tipp #4 Habe Deine Emotionen unter Kontrolle

Jeder Trader hat Emotionen und sie sind für sich genommen nichts Schlechtes. Zufriedenheit und Stolz auf der einen und Angst und Wut auf der anderen Seite sind im Trading völlig normal. Das Gefährliche an Emotionen ist jedoch, dass sie Trader zu Fehlentscheidungen verleiten.

In zahlreichen wissenschaftlichen Experimenten wurde in den letzten Jahren nachgewiesen, dass Menschen aufgrund ihrer Emotionen einer ganzen Reihe an Wahrnehmungsverzerrungen unterliegen. Vor allem Gier und Angst sind an der Börse besonders schlechte Ratgeber, die häufig zu völlig irrationalen Entscheidungen führen.

Seine eigenen Emotionen unter Kontrolle zu halten, ist leichter gesagt als getan. Auch ich tue mich jeden Tag aufs Neue schwer damit. Ich folge deshalb fünf Trading Tipps, um Emotionen so weit wie möglich aus dem Trading zu nehmen.

Halte Dich strikt an Deine Trading-Strategie und mache keine opportunistischen Trades.

Automatisiere Deine Trades über Deine Trading-Plattform.

Führe ein Trading-Tagebuch und halte Deine Emotionen darin fest.

Betrachte Deine Trading-Entscheidungen durch eine neutrale Brille.

Hole Dir Feedback von anderen Tradern.

Trading Tipp #5 Nutze nur seriöse Broker mit geringen Gebühren

Ein weiterer Trading Tipp, den viele Trader unterschätzen, ist die Auswahl des richtigen Brokers. Das Angebot an Universalbrokern sowie spezialisierten CFD- und Forex-Brokern ist in den letzten Jahren in Deutschland stark gewachsen. Die Auswahl eines passenden Brokers ist damit zu einer echten Herausforderung geworden.

Ich empfehle Tradern generell, einen seriösen Broker mit möglichst geringen Gebühren zu nutzen. Einen seriösen Broker erkennst Du in der Regel daran, dass er in der EU reguliert ist und gute Kundenbewertungen hat. Zudem besitzen seriöse Broker einen gut erreichbaren Kundendienst und eine transparente und informative Website.

XTB Webseite
Mein Lieblings-Broker XTB

Beachte: Die Gebühren spielen vor allem für Trader eine wichtige Rolle, die mit vielen kleineren Positionen handeln. Zu hohe Gebühren pro Transaktion fressen nicht selten einen Großteil der gemachten Gewinne wieder auf. Achte deshalb besonders auf die Transaktionsgebühren für die von Dir am häufigsten gehandelten Finanzprodukte.

Tipp #6 Senke das Risiko durch Diversifikation

Viele Trader fokussieren sich mit der Zeit auf eine einzige Anlageklasse oder gar auf eine einzige Branche. Das hat zwar den Vorteil, dass sie ein sehr großes spezialisiertes Knowhow aufbauen. Der Nachteil dieser Fokussierung ist jedoch, dass ihr Wertpapierportfolio sehr anfällig gegenüber unerwarteten Marktbewegungen wird.

Mein Trading Tipp lautet deshalb in diesem Zusammenhang, niemals auf Diversifikation zu verzichten. Das Streuen Deiner Geldanlage über verschiedene Anlageklassen, Länder und Branchen senkt Dein Risiko massiv. Dadurch machst Du Dein Portfolio weitgehend immun gegen Kurseinbrüche, die ganze Anlageklassen, Länder und Branchen betreffen.

Zusammenhang-Risiko-Aktienanzahl
Diversifikation als Element des Risikomanagements

Beachte: Zwar ist die Diversifikation in der Praxis meist mit einem gewissen Renditeverlust verbunden. Dieser wird meiner Meinung nach aber durch die Verringerung Deines Gesamtrisikos mehr als wettgemacht.

Tipp #7 Beachte das Verhältnis von Risiko und Rendite

Eine der wichtigsten Börsenregeln besagt, dass Risiko und Rendite immer in einem Verhältnis zueinander stehen. Eine höhere Rendite erreichst Du im Trading eben nur durch das Eingehen eines höheren Risikos.

Besonders als Daytrader ist es von essenzieller Bedeutung, dieses Risiko-Rendite-Verhältnis nicht aus den Augen zu verlieren. Frage Dich vor jedem Trade, ob das eingegangene Risiko in einem vernünftigen Verhältnis zur erwartbaren Rendite steht. Noch wichtiger wird diese Fragestellung im Hebel-Trading. Hier sind die Gewinnchancen aber auch die Verlustrisiken noch höher als im „normalen“ Trading.

Stop-Loss und Take-Profit berechnen mit CRV
Stop-Loss und Take-Profit berechnen mit CRV

Beachte: Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob bestimmte Trades ein vernünftiges Risiko-Rendite-Profil haben, empfehle ich Dir das Testen über ein Trading-Demokonto. Darüber kannst Du den Ausgang von Trades in einer völlig risikolosen Umgebung ausprobieren.

Trading Tipp #8 Bleib cool, wenn der Kurs mal fällt

Im Trading hast Du es regelmäßig mit mehr oder weniger stark fallenden Kurse zu tun. Gute Trader behalten auch bei größeren Kurseinbrüchen ihre Coolness und stellen nicht vorschnell ihre Positionen mit Verlust glatt.

Mein Trading Tipp lautet in diesem Zusammenhang: Überprüfe bei einem größeren Kursrückgang immer, ob Deine ursprüngliche Investmenthypothese noch intakt ist. Sehr häufig wird der gesamte Markt durch ein Ereignis wie einen Kriegsausbruch oder eine starke Zinserhöhung nach unten gerissen.

Trendbruch Abwärtstrend
Praxisbeispiel: Trendbruch Abwärtstrend

Beachte: In dieser Situation musst Du Dich fragen, wie stark Dein Investment vom eingetretenen Ereignis betroffen ist. Stellst Du fest, dass der Kursrückgang ungerechtfertigt hoch ist, solltest Du weiter investiert bleiben und darauf warten, dass sich der Kurs wieder erholt.

Trading Tipp #9 Führe umfangreiche Backtests durch

Unter Backtesting wird die Analyse der Performance einer Trading-Strategie auf Basis historischer Daten verstanden. Vereinfacht gesagt: Bei einem Backtest überprüfst Du, ob eine Strategie für die Zukunft auch in der Vergangenheit funktioniert hätte.

Auf Basis meiner eigenen Erfahrung als Trader kann ich sagen, dass das Backtesting einer der wichtigsten Bausteine ist, das Trading zu lernen. Nur durch umfangreiche Backtests findest Du schließlich heraus, ob eine Handelsstrategie grundsätzlich erfolgversprechend ist oder nicht.

Performance 10K € Konto
Erfolgreicher Backtest: Performance 10.000€ Konto

Beachte: Zwar ist auch die Zukunft an der Börse immer anders als die Vergangenheit. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass eine Handelsstrategie, die in den letzten Jahren erfolgreich gewesen wäre, das auch in der Zukunft ist, ist wesentlich höher als bei einer ungetesteten Strategie.

Trading Tipp #10 Halte Learnings und Erfahrungen im Trading-Tagebuch fest

In wissenschaftlichen Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass die angenommene und die tatsächliche Performance von Tradern an der Börse oft erheblich voneinander abweicht. Auf gut Deutsch: Viele Trader wissen gar nicht, wie viel Geld sie verdienen.

Einem guten Trader darf das selbstverständlich nicht passieren. Er sollte nicht nur seine Performance kennen, sondern vor allem wissen, mit welchen Trades er durchschnittlich wie viel Geld verdient.

Aus diesem Grund gehört ein Trading-Tagebuch zu den wichtigsten Instrumenten eines erfolgreichen Traders. In so einem Tagebuch (auch „Journal“ genannt) dokumentierst Du alle wichtigen Informationen rund um einen Trade, von der Trading-Idee und den Kaufdetails über das Gewinnziel und die geplante Haltedauer bis zu Deinen Emotionen bei der Eröffnung und während des Trades.

Beachte: Diese Informationen stellen die Grundlage Deiner Learnings dar. Durch die Auswertung Deines Journals über einen längeren Zeitraum wirst Du zahlreiche positive und negative Muster erkennen. Die Verbesserung der positiven und die Vermeidung der negativen Muster machen Dich mit der Zeit zu einem erfolgreicheren Trader.

Tipp #11 Kurzfristiges Traden und langfristige Investments strikt trennen

Viele Trader agieren kurzfristig, betreiben aber nebenher auch eine langfristige Geldanlage. Falls auch Du zu dieser Gruppe gehörst, rate ich Dir, das kurzfristige Trading strikt von Deinen langfristigen Investments zu trennen.

Hauptgrund für diese Trennung ist, dass Du dadurch nicht in Versuchung gerätst, Geldbeträge von einem Bereich in den anderen zu verschieben. Idealerweise trennst Du die beiden Investmentbereiche über verschiedene Konten.

Beachte: Manche Broker bieten ihren Kunden die Möglichkeit, parallel zwei Live-Konten zu führen. Alternativ kannst Du selbstverständlich Konten bei verschiedenen Brokern einrichten. Das hat den Vorteil, dass Du die Broker nach den besten Gebührenmodellen und den besten Produktangeboten für das kurzfristige Trading und das langfristige Investieren aussuchen kannst.

Tipp #12 Pflege realistische Erwartungen: Trading ist kein schneller Weg zum Reichtum

Viele Trader und Investment-Coaches werben im Internet mit außergewöhnlich hohen Renditen, die sie in der Vergangenheit erzielt haben. Klar, es gibt einige Trader, die über viele Jahre sehr erfolgreich waren und jährlich hohe zweistellige Renditen erwirtschaftet haben. Aber sie ist die große Ausnahme und nicht die Regel. Zudem sind hohe Renditen in der Vergangenheit keine Garantie für gleichermaßen hohe Renditen in der Zukunft.

Mein Trading Tipp an alle Trader lautet deshalb: Pflege realistische Erwartungen. Eine große Rolle spielt in diesem Zusammenhang Deine Benchmark, also der Vergleichsmaßstab für Deine eigene Performance. Viele Trader machen den Fehler, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Es ist völlig nutzlos, Deine Performance als normaler Aktien-Trader mit einem Trader wie mir zu vergleichen, der gehebelte Derivate handelt.

Tipp: Zudem solltest Du Dir vergegenwärtigen, dass Trading für die überwiegende Mehrheit der Börsianer kein schneller Weg zum Reichtum ist. Trading ist ein Marathonlauf und kein Sprint.

Tipp #13 Akzeptiere Verlustserien beim Trading

Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass selbst erfahrene Trader Tage erleben, an denen einfach alles misslingt. Verlustserien passieren nicht nur Anfängern, sondern auch Profis. Deshalb ist es so wichtig, den richtigen Umgang mit ihnen zu finden.

Wie bereits in einem der vorangegangenen Trading Tipps erwähnt, solltest Du ein Risikomanagementsystem besitzen, welches verhindert, dass eine Verlustserie zu einer finanziellen Existenzgefährdung führt. Darüber hinaus ist es von großer Bedeutung, dass Du als Trader einen gesunden emotionalen Umgang mit Verlustserien findest.

Bei vielen Tradern lösen Verluste Wut und Selbstzweifel, ja sogar Existenzkrisen aus. Ein erfahrender Trader akzeptiert Verlustserien hingegen und nimmt sie nicht als Grund, an sich und seiner Trading-Strategie zu zweifeln.

Beachte: Erfolgreiche Trader können Verlustserien sogar etwas Positives abgewinnen. Sie sehen sie als Möglichkeit, ihre Fehler nicht zu wiederholen und ihr Trading weiter zu verbessern.

Tipp #14 Verfolge nur einen Trading-Stil und wechsle nicht ständig zwischen verschiedenen Handels-Stilen

Als Trader hast Du die Qual der Wahl zwischen verschiedenen Trading-Stilen. Beim Scalping agierst Du extrem kurzzeitig und hältst Positionen nur wenige Sekunden oder Minuten, um von minimalen Kursänderungen zu profitieren. Im Daytrading schließt Du Positionen spätestens zum Handelsschluss eines Tages. 

Swingtrader halten Positionen hingegen in der Regel über einen Zeitraum von mehreren Tagen oder Wochen, um größere Kursbewegungen zu ihren Gunsten auszunutzen. Der Trading-Stil mit der längsten Haltedauer ist der Buy-and-hold-Stil, bei dem Du Wertpapiere über einen Zeitraum von meist mehreren Jahren hältst.

Trading-Stil je Haltedauer im Trading an der Börse Grafik
Grafik: Trading-Stil und Haltedauer

Beachte: Jeder Trading-Stil hat seine Vor- und Nachteile. Ich kann Dir nur den Rat geben, nicht zwischen den einzelnen Trading-Stilen hin und her zu wechseln. Es ist wichtig, dass Du Dich auf einen Stil fokussierst und Dich darin zu einem Profi-Trader entwickelst. Profis in allen Trading-Stilen gibt es schlichtweg nicht.

Tipp #15 Trenne die technische und die fundamentale Analyse

Jeder Deiner Trades sollte auf Basis einer fundamentalen und einer technischen Analyse ausgeführt werden. Während die technische Analyse die Kurs- und Umsatzhistorie eines Wertpapiers abdeckt, bezieht die fundamentale Analyse betriebs- und volkswirtschaftliche Daten mit ein. Erst die Kombination beider Analysearten liefert Dir ein umfassendes Verständnis der Markt- und Kursdynamik.

Viele Trader fokussieren sich bei ihren Investmententscheidungen nur auf eine der beiden Analysearten. Vor allem im Daytrading genießt die technische Analyse den Vorzug.

Teilgebiete der technischen Analyse Charttechnik, Sentiment, Saisonailität Infografik
Teilgebiete der technischen Analyse

Beachte: Ich rate Tradern, weder die Fundamental- noch die technische Analyse außen vor zu lassen. Für kurzfristige Trader sollte die technische Analyse allerdings etwas mehr Gewichtung haben.

FAQ – Trading Tipps

Was sollte man als Anfänger traden?
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Anfänger beginnen das Trading idealerweise mit risikoärmeren und weniger volatilen Produkten. Keinesfalls ist es ratsam, als Trading-Neuling in den Handel mit Hebelprodukten einzusteigen. Das Risiko eines Totalverlustes ist dabei viel zu hoch.
Wie fängt man am besten an zu traden?
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Für den Einstieg ins Trading sollte immer ein Demokonto gewählt werden. Es simuliert den realen Handel von Wertpapieren auf Basis von virtuellem Geld in einer völlig risikolosen Handelsumgebung. Über ein Trading-Demokonto lernst Du nicht nur den Handel verschiedener Finanzprodukte über eine Trading-Plattform, sondern kannst auch Deine Trading-Strategie entwickeln und verfeinern.
Wie viel lässt sich mit Trading verdienen?
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Auf diese Frage gibt es keine Pauschalantwort. Deine Gewinne im Trading hängen im Wesentlichen davon ab, wie viel Geld Dir zur Verfügung steht und welches Risiko Du mit Deinen Investments eingehen willst.
Wie schwer ist es, Trading zu lernen?
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Trading lernen ist keine Sache von nur wenigen Tagen. Für die Entwicklung zu einem guten Trader musst Du Dir viel Knowhow in Bezug auf Märkte, Branchen, Unternehmen und Finanzprodukte aneignen. Außerdem musst Du in der Lage sein, eine fundamentale und technische Analyse von Wertpapieren durchzuführen. Dafür solltest Du je nach Zeiteinsatz mindestens ein Jahr veranschlagen.
Christian Böttger

Christian Böttger

Über den Autor Finanzexperte und Ausbilder für Trading mit über 6 Jahren Erfahrung an der Börse.

Vollzeit-Trader

„Egal in welcher Marktphase man sich befindet – mit meinen Strategien kann ich seit über 6 Jahren flexibel im Markt erfolgreich agieren!“

>75% Trefferquote

+6 Jahre Erfahrung

>100K € Jahresgewinn

Über den Autor:

Christian Böttger ist hauptberuflich Trader und Mentor, der sowohl kurzfristige Trades als auch langfristige Investments mit überragender Trefferquote durchführt. Auf Finanzradar.de teilt er seine Analysen sowie praktische Erfahrung und hat besonders für Anfänger den einen oder anderen Kniff parat. Mehr über Christian erfährst Du hier.