Das sogenannte Index Trading ist ein Sammelbegriff für mehrere Handelsmethoden, bei denen wir uns auf die Wertentwicklung von Indizes konzentrieren.

Der Index bildet die Performance oder Wertentwicklung einer bestimmten Marktsegmentierung ab. Häufig setzt er sich aus einer bestimmten Gruppe von Unternehmen oder Anleihen zusammen.

Mit meiner Index-Scalping-Strategie verfolge ich das Ziel, durch kurzfristige Preisbewegungen im Index viele kleine Gewinne zu realisieren.

Index Trading: Als Trader kannst Du an der breiten Marktperformance teilnehmen, ohne einzelne Aktien oder Vermögenswerte kaufen zu müssen. Dadurch ist eine breitere Sicht auf den Markt und Diversifikation möglich.

Beliebte Indizes: Meine Trading-Kollegen und ich handeln gerne im S&P 500, Dow Jones Industrial Average, dem DAX und im Nikkei 225.

Index Trading

Kurzüberblick: Index Trading

Bei einem Aktienindex handelt es sich um eine Kennzahl, die die Wertentwicklung ausgesuchter Unternehmen darstellt.

Ein Kursindex basiert auf der Grundlage der reinen Kursentwicklungen; der Performanceindex bezieht weitere Leistungen mit ein.

Anhand von Indizes lässt sich die Stärke der Märkte interpretieren, die sie abbilden.

Mithilfe von ETFs, Finanzderivaten oder CFDs kannst Du Indizes handeln.

Was ist ein Index?

Ein Aktienindex fasst die durchschnittlichen Kurswerte ausgesuchter, börsennotierter Unternehmen zusammen. Er ist somit eine Kennzahl zur Abbildung bestimmter Wertentwicklungen, die an einem festgelegten Ausgangspunkt bemessen werden.

Einige Indizes berechnen die reinen Kursentwicklungen durch die relative Marktkapitalisierung (Aktienkurse), andere beziehen Dividendenzahlungen als Reinvestition, den Verkauf von Bezugsrechten oder Zinszahlungen mit ein. Sie werden als Performanceindizes bezeichnet.

S&P500 Vergleich zu Dow Jones und Nasdaq INdex
S&P500 Vergleich zu Dow Jones und Nasdaq Index

Die Auswahl der Unternehmen, die in Indizes zusammengefasst werden, verläuft nach unterschiedlichen Kriterien wie etwa nach Länderzugehörigkeit, Größe oder Sektor.

Zunächst bilden Aktienindizes die wirtschaftlichen Entwicklungen der Märkte ab, die sie repräsentieren. Ein Blick auf den DAX offenbart so einen Einblick in die deutsche Wirtschaftskraft. Die Indizes kannst Du auf unterschiedlichen Wegen handeln, zum Beispiel über CFDs, Optionen, Futures oder ETFs.

Land: Nahezu jedes Land fasst ihre größten Unternehmen in einem Aktienindex zusammen. In Deutschland ist der bekannteste Index der DAX, in den USA der Dow Jones.

Aktiengruppierung: Viele Indizes sind (auch) nach Marktkapitalisierung zusammengestellt, etwa der DAX 40, der die Kriterien Land und Marktkapitalisierung beinhaltet. Andere Indizes sind nach den Kriterien der Höhe der Dividenden oder Umsatzgröße zusammengestellt.

Sektor: Einige Indizes fassen Unternehmen nach Sektoren zusammen. Der TecDAX umfasst beispielsweise die 30 größten deutschen Technologieunternehmen.

Wie werden Indizes ermittelt?

Es gibt 2 Arten, Indizes zu ermitteln und einzuteilen – der Kursindex und der Performanceindex. Einige Indizes werden nur auf eine Weise ermittelt, andere – wie der DAX – auf beide Weisen. Ein Vergleich zeigt, dass der Performanceindex grundsätzlich höher liegt.

Der Kursindex betrachtet ausschließlich die Veränderungen der Börsenkurse, also die Preise der Wertpapiere. Der Performanceindex rechnet Einnahmen, die beim Aktienbesitz entstehen, mit ein.

Ein Vergleich verschiedener Indizes ist nur sinnvoll, wenn sie auf der gleichen Ermittlungsmethode beruhen. Unterschiede zwischen den Berechnungsmethoden verschiedener Indizes gibt es auch bei der Gewichtung der Aktien.

Im preisgewichteten Index ist jede Aktie gleich oft vertreten. Die Höhe und Veränderung des Kurses haben hier mehr Einfluss. Der kaptialisierungsgewichtete Index bezieht sich hauptsächlich auf die Marktkapitalisierung der Unternehmen. Der gleichgewichtete Index berechnet jede Aktie zum gleichen Anteil ein. 

Kursindex: Der Kursindex, auch als Preisindex bekannt, ermittelt sich ausschließlich durch den Preis der zugrundeliegenden Wertpapiere. Da er keine weiteren Leistungen einbezieht, liegt er niedriger als der Performanceindex. Viele Experten halten den Kursindex für nicht aussagekräftig genug, da er die tatsächliche Wertsteigerung nicht widerspiegeln würde.

Performanceindex: Der Performanceindex dagegen bezieht andere Leistungen mit ein. Dazu gehören insbesondere Dividenden – der Gewinnanteil, den die Unternehmen an ihre Aktionäre austeilen. Weitere Leistungen umfassen Erlöse aus Bezugsrechten oder Zinszahlungen (bei Rentenpapieren). Bei der Berechnung werden diese Auszahlungen auf dem Papier reinvestiert. Der Performanceindex soll die tatsächliche wirtschaftliche Wertsteigerung besser widerspiegeln.

Was ist Index Trading?

Index Trading umfasst prinzipiell alle Arten, mit denen Du Aktienindizes handeln kannst. Du hast nicht die Möglichkeit, Indizes direkt zu handeln, da sie lediglich die Werte der zugrundeliegenden Aktien abbilden.

Du kannst jedoch beispielsweise ETFs (Exchange-Traded Funds) kaufen. Einige dieser Fonds bilden bestimmte Aktienindizes ab, indem sie die nötigen Wertpapiere bündeln.

Eine weitere Variante ist das Index Trading mit CFDs. Die Vorgehensweise ändert sich nicht gegenüber dem CFD-Handel anderer Basiswerte wie Aktien, Rohstoffen oder Währungen.

Hebelwirkung Praxisbeispiel Nasdaq Index vs. Nasdaq Leverage
Hebelwirkung Beispiel: Nasdaq Index vs. Nasdaq Leverage

Über das Margin Trading mit einem Hebel hast Du die Möglichkeit, ebenso auf fallende und steigende Kurse zu spekulieren. Die Methoden der technischen Analyse und der Fundamentalanalyse bleiben prinzipiell gleich.

Blue Chip Aktien: Auch als Standwerte bekannte Aktien großer Unternehmen, die eine enorme Marktkapitalisierung, ein hohes Handelsvolumen, hohe Bonität und Erträge aufweisen. Darunter fallen üblicherweise auch alle Unternehmen, die etwa im DAX, im EURO STOXX 50 oder im Dow Jones gelistet sind. Sie üben einen enormen Einfluss auf ihren Sektor aus und sind treibende Wirtschaftskräfte. Eine wirklich anerkannte Definition existiert allerdings nicht.

Faktoren die den Indexpreis beeinflussen

Die Indexpreise werden direkt von den Aktienwerten bestimmt, die sie zusammenfassen. Indirekt üben vor allem bestimmte Informationen Einfluss auf den Indexpreis aus.

Solche Informationen beeinflussen das Kauf- und Verkaufsverhalten der Aktionäre, was sich wiederum auf den Preis niederschlägt. Sie umfassen weltweite Nachrichten wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Natur, die ganze Wirtschaftszweige oder Länder betreffen.

Auch die Wirtschaftsentscheidungen und Ergebnisse einzelner Unternehmen können beträchtliche Veränderungen der Preisentwicklung nach sich ziehen.

Für uns Trader bedeutet das in erster Linie, dass wir unsere Handelsentscheidungen nicht unbedingt auf technische Analysen beschränken sollten, sondern das Weltgeschehen zusätzlich im Blick haben.

Wirtschaftsnachrichten: Änderungen wichtiger Leitzinsen, beispielsweise durch die US-Notenbank oder die EZB, führen fast immer zu wesentlichen Preisentwicklungen großer Indizes. Einige Änderungen, wie etwa durch die US-Notenbank, haben internationale Auswirkungen. Andere sind wiederum auf Länder oder Regionen beschränkt. Auch neue Handelsabkommen (Großbritanniens EU-Austritt, NAFTA) oder die Einführung neuer Währungen sind von erheblicher Bedeutung.

Weltweite News: Einige Weltereignisse sind von so großer Bedeutung, dass sie erhebliche Auswirkungen auf nahezu alle Wirtschaftsbereiche haben. Dazu zählen natürlich Kriege, Pandemien oder Naturkatastrophen, die nicht nur regionale, sondern auch globale Konsequenzen haben können. Ähnliches gilt für politische Unsicherheiten oder die Entdeckung neuer Technologien.

Unternehmensnachrichten: Natürlich spielen auch die Wertentwicklungen der einzelnen Unternehmen eines Index eine große Rolle. Je nach Gewichtung des Unternehmens können die Auswirkungen einer einzelnen Aktie durchaus beträchtlich sein. Beispiele sind SAP und Siemens, die jeweils eine Indexgewichtung im DAX von ca. 10 % aufweisen. Wichtige Nachrichten sind Übernahmen und Fusionen oder Veröffentlichungen von Bilanzen.

Anpassung Indexzusammensetzung: Die Zusammensetzung der Indizes ändert sich mit der Zeit, da Unternehmen schwächer werden und durch andere, stärkere Unternehmen ersetzt werden. Im DAX gibt es fast jedes Jahr Änderungen. Das ist auch sinnvoll, damit ein Aktienindex auch tatsächlich das abbildet, was er soll. Gelegentlich kommt es auch zu außerordentlichen Ereignissen, wie der Fall Wirecard zeigt.

Die Entwicklung der Aktienmärkte und Indizes

Als erster Aktienindex überhaupt gilt der 1884 eingeführte Dow Jones Industrial Average, der eigentlich nur als Dow Jones bekannt ist. Er wird üblicherweise als Kursindex herausgegeben, andere Darstellungen existieren trotzdem. Der berühmteste deutsche Index, der DAX, existiert dagegen erst seit 1988.

Obwohl es immer mal wieder zu heftigen Rückschlägen gekommen ist, sind beide über die Jahrzehnte betrachtet deutlich gestiegen. Das hängt natürlich auch mit der insgesamt und stetig wachsenden Weltwirtschaftskraft zusammen.

Der DAX wurde bei der Gründung auf 1.000 Punkte normiert und hat die 10.000er-Marke bereits 2014 übersprungen. Einige Weltereignisse übten dabei einen besonderen und massiven Einfluss aufdie Wertentwicklung aus.

DAX Chart beim Brexit (23. Juni 2016 - DAX verlor 1000 Punkte)
Beispiel: DAX Chart beim Brexit (23. Juni 2016 – DAX verlor über 1000 Punkte)

Wall Street Crash: Auch als Black Thursday oder Schwarzer Freitag bekannt, ereignete sich in den USA am 24. Oktober 1929 der bislang größte Börsencrash der Geschichte. Nahezu unreguliert entstand eine riesige Spekulationsblase, die beim Platzen für eine enorme Verschuldung der Anleger sorgte. Der Börsencrash gilt als Auslöser der Great Depression, die die 1930er maßgeblich prägte.

Black Monday: Am Schwarzen Montag verlor der Dow Jones am 19. Oktober 1987 508 Punkte und ging damit um 22,6 % zurück – bis heute absoluter Rekord. Der Crash hatte nicht nur wirtschaftspolitische Ursachen, sondern auch technische. Wegen der zunehmenden Automatisierung durch Computer erhöhte sich der Verkaufsdruck eher unfreiwillig. Die Folgen waren jedoch nicht so heftig wie 1929.

Dotcom: Neue technische Errungenschaften Mitte der 1990er sorgten Anfang der 2000er Jahre für das Platzen einer Spekulationsblase. Der Hype um neue Technologieunternehmen nahm überhand. Vor allem Telekommunikations- und Internetunternehmen wurden von vielen Anlegern deutlich überbewertet. Der ausbleibende Erfolg vieler Firmen brachte das Kartenhaus zum Einstürzen.

Globale Finanzkrise: Als Verantwortliche der Weltfinanzkrise 2007 bis 2008 gelten vor allem Banken und andere Finanzdienstleister, die fragwürdige Kredite vergaben. Einen erheblichen Teil machten Subprime-Kredite aus, mit denen bonitätsschwache Kreditnehmer Immobilien finanzierten. Allerdings hatten die Ursachen noch weitaus komplexere Zusammenhänge. Symbolisch für die Finanzkrise steht der Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers. Es folgten schärfere Regulierungen der Banken.

Aufschwung seit 2008: Seit 2008 erfährt die Weltwirtschaft einen deutlichen Aufschwung, der auch bei der Betrachtung des DAX auffällt. 2008 lag er noch bei unter 5.000 Punkten und erreichte 20017 erstmals 13.000 Punkte. Die Weltwirtschaft hat sich erstaunlich schnell von der Krise erholt und wuchs mit wenigen Ausnahmen bis zur Corona-Pandemie weitgehend stetig.

Corona-Pandemie: Die Corona-Pandemie legte einige Wirtschaftszweige lahm, sodass viele Unternehmen nur noch auf Sparflamme liefen. Das drückte die Umsätze vieler Firmen deutlich, was sich natürlich auch auf die Indizes auswirkte. Der Dax fiel zwischenzeitlich von über 13.000 Punkten auf nur noch knapp 8.500 Punkte. Die Pandemie führte zu einem weltweiten Rückgang der Wirtschaftskraft.

Märkte für Index Trading

Die bekanntesten Indizes, wie der Dow Jones oder der DAX, sind Aktienindizes. Da sich mit ihnen wesentliche Aussagen über die Wirtschaftskraft treffen lassen, sind sie Teil fast jeder Nachrichtensendung.

Es gibt jedoch Indizes aller Anlageklassen, die ebenfalls Rückschlüsse auf bestimmte wirtschaftliche Aspekte zulassen. Es ist ebenso wie bei Aktienindizes möglich, diese Klassen zu handeln. Ganz einfach geht das über CFDs oder ETFs.

Aktienindizes: Sie fassen ausgesuchte Firmen zusammen und bewerten sie ausschließlich nach Kursentwicklungen der Aktien oder beziehen weitere Leistungen ein. Wichtige Aktienindizes sind der DAX, der Dow Jones oder der S&P 500.

Anleihenindizes: Fassen verschiedene Anleihen zusammen, die unternehmerischer oder staatlicher Natur sind. Beispiele sind der Bloomberg US Aggregate Bond Index, der unter anderem US-Staatsanleihen und besicherte Unternehmensanleihen berücksichtigt, oder der Deutsche Rentenindex.

Rohstoffindizes: Diese Indizes bilden Wertentwicklungen bestimmter Rohstoffe ab, etwa von Edelmetallen, fossilen Brennstoffen oder Agrarprodukten.

Devisenindizes: Üblicherweise fassen Devisenindizes eine Gruppe unterschiedlicher Währungen zusammen und setzen sie in Vergleich zu einer anderen Währung.

Multi-Asset-Indizes: Mit diesen Indizes werden verschiedene Anlageklassen wie Rohstoffe, Aktien oder Anleihen zusammengefasst. Übergeordnetes Ziel ist ein möglichst breites Portfolio zur Optimierung der Diversifikation.

Die beliebtesten Indizes nach Region

Die Finanzwelt kennt eine unübersichtlich große Anzahl verschiedener Indizes, die Du traden könntest. Einige wichtige Indizes sind jedoch weltweit bekannt und werden nicht nur in den Ländern gehandelt, die sie abbilden.

Sie sind oft so beliebt, weil sie zu den sichersten Anlagemöglichkeiten überhaupt gehören. Der DAX oder der Dow Jones steigen, mit einigen Ausnahmen (und teilweise heftigen Auswirkungen), durchschnittlich seit Jahrzehnten.

Oft sind enorme wirtschaftliche Ereignisse nötig, damit sie wirklich an Kraft einbüßen. Die größten Indizes sind fast immer Bestandteil eines soliden Portfolios.

Indizes aus den USA:

S&P 500:  Standard & Poor’s 500 vereinigt die 500 größten an der NYSE, der NYSE Amex und der NASDAQ (alle New York) gelisteten Unternehmen der USA.

Nasdaq 100: Umfasst die 100 Unternehmen der NASDAQ mit der höchsten Marktkapitalisierung. Die Unternehmen dürfen nicht im Finanzsektor aktiv sein.

DJI30: Der Dow Jones Industrial Average ist der älteste und wahrscheinlich bekannteste Index der Welt. Er wird an der NYSE gehandelt und bildet 30 der größten US-Unternehmen ab

Indizes aus Europa:

EURO STOXX 50: Bildet 50 der größten börsennotierten Unternehmen ab, die ihren Sitz in der Eurozone haben. Der Index wird von STOXX Limited in der Schweiz in Zürich geführt.

FTSE 100: Der Financial Times Stock Exchange Index ist das britische Pendant zum Dax und wird an der London Stock Exchange gehandelt. Es umfasst 100 der wichtigsten börsennotierten Unternehmen.

DAX 40: Der Deutsche Aktienindex wird aus den Daten des Handelssystems Xetra der Deutschen Börse AG mit Sitz in Frankfurt am Main generiert. Der Leitindex beinhaltet die 40 AGs mit der größten Marktkapitalisierung aus Streubesitz in Deutschland.

CAC 40: Der Cotation Assistée en Continu (deutsch: fortlaufende Notierung) ist der französische Leitindex und stellt die 40 umsatzstärksten AGs der Euronext, der französischen Börse, dar.

Indizes aus Asien:

Nikkei 225: Insgesamt 225 der größten Unternehmen der Tokioter Börse listet der Nikkei Heikin Kabuka (deutsch: Nikkei-Aktienpreis-Durchschnitt). Der Nikkei 225 ist der japanische Leitindex.

HSI: Beim Hang Seng Index handelt es sich um einen der bedeutendsten Indizes in China. Er bildet die 50 wichtigsten Unternehmen an der Stock Exchange of Hong Kong (SEHK) ab.

Weitere Indizes:

IT40: Der Italien 40 läuft offiziell unter dem Namen FTSE MIB oder Financial Times Stock Exchange Milano Indice di Borsa. Der Leitindex umfasst die 40 wichtigsten Aktien der Borsa Italiana in Mailand.

AEX 25: Der niederländische Leitindex Amsterdam Exchange Index repräsentiert die 25 wichtigsten Aktiengesellschaften des Landes. Er wird von der Amsterdamer Börse ausgerufen.

ASX 200: Der Australian Security Exchange wird von der US-Ratingagentur S&P geführt und gibt die Wertentwicklung der 200 größten Unternehmen der gleichnamigen australischen Börse in Sydney an.

Handelszeiten für den Indexhandel

Mit Handelszeiten sind die Öffnungszeiten der verschiedenen Börsen und digitalen Handelsplätze gemeint. Diese sind nicht einheitlich. Die Frankfurter Börse öffnet und schließt zu anderen Zeiten als die Tokioter Börse.

Der Grund liegt auf der Hand. Die Handelszeiten orientieren sich an der geografischen Lage. Auch der Indexhandel läuft hauptsächlich während der jeweiligen Öffnungszeiten ab.

Es ist zwar möglich, etwa über Vor- und Nachbörsenhandel, Over-the-Counter-Handel oder digitalen Handelsplattformen auch außerhalb der Börsenzeiten zu handeln, allerdings zu weniger günstigen Konditionen.

Aufgrund weniger Marktteilnehmer sind die Spreads größer, die Märkte illiquider, der Handel deshalb grundsätzlich ineffizienter. Ein weiterer Grund sind regulatorische Überlegungen. Durch begrenzte Öffnungszeiten können Regulierungs- und Aufsichtsbehörden den Markt besser überwachen.

Beispiel: Index-CFD-Handel

Möchtest Du mit Index-CFD-Handel von den Kursbewegungen des Dax 40 profitieren, analysiere zunächst die voraussichtliche Entwicklung des Index und finde passende Einstiegs- und Ausstiegspunkte.

Dazu stehen dir technische Indikatoren zur Verfügung, aber auch Fundamentalanaysen sind hilfreich. Je nach Analyse entscheidest Du Dich für eine Short- oder Long-Position.

Dein eingesetztes Kapital entscheidet, wie viel Lot Du erhältst. Steht der Dax bei 17.000 Punkten, liegt der Wert eines Lots bei 17.000 Euro. Kaufst Du nun ein Lot, liegt Deine Positionsgröße bei einem Lot.

Wenn Du eine Long-Position beziehst und der Dax steigt auf 17.500 Punkte, streichst Du einen Gewinn von 500 Euro ein. Beim Handel mit CFDs kannst Du Deine Position auch hebeln und mehr Gewinn aber auch Verlust einfahren.

Dies ermöglicht Dir, mit weniger Kapital größere Gewinne zu erzielen. Im angeführten Beispiel hätte ein Hebel von 10:1 dem Trader einen Gewinn von 5.000 Euro eingebracht.

Beachte: Diese Rechnung ist ein vereinfachtes Beispiel. Spreads, Maklergebühren und andere Kosten sind hier nicht berücksichtigt. Außerdem sei Dir bewusst, dass Hebel einerseits zwar die Gewinne erhöhen, andererseits das Verlustrisiko ebenfalls steigt.

Zusammenhang und Entwicklung von Indizes

Insbesondere durch die Globalisierung, in diesem Zusammenhang ist vor allem der weltweite Handel gemeint, verzahnen sich die verschiedenen Indizes immer stärker.

Das bedeutet, dass sich Börsen wie die Frankfurter Börse und die New York Stock Exchange einander beeinflussen. Wenn die Wirtschaft in den USA stockt, wirkt sich das auf Deutschland aus.

Es gibt zwar durchaus Phasen, in denen sich die auch ähnlich konstruierte Indizes in verschiedene Richtungen entwickeln, diese sind jedoch von kurzer Dauer. Die Korrelation, also die Wechselwirkung zwischen den Börsen, ist hoch.

Das gilt aufgrund des engen Wirtschaftshandels vor allem für die amerikanischen, europäischen und (ost-) asiatischen Indizes.

Analysen für Index Trading

Kein Trading kommt ohne die Analyse des Marktes und der einzelnen Kursverläufe aus. Das gilt selbstverständlich auch für das Index Trading. Die Ebene ist nur eine andere, als es etwa bei dem Handel mit einzelnen Unternehmensaktien der Fall ist.

Während Du Dir in diesem Fall die Entwicklung eines einzelnen Unternehmens, auch im Kontext des Gesamtmarktes anschaust, fokussiert sich die Analyse des Index Trading auf umfassendere Systeme, die nach verschiedenen Kriterien zusammengestellt sind. Diese können u.a. die geografische Lage, Marktkapitalisierung oder die Branche sein.

Entsprechend fällt die Fundamentalanalyse anders aus, während technische Analysen, die sich auf Statistiken beziehen und realwirtschaftliche Betrachtungen mehr oder weniger ausblenden, sich kaum von anderen Arten des Tradings unterscheiden.

Technische Analyse

Indikatoren, Chartmuster und Volumenbestimmungen verwenden Trader, um die Entwicklung von Preisen über die Zeit zu analysieren.

Das funktioniert natürlich auch beim Index Trading, schließlich sind die Preise beim Index Trading diejenigen Preise, die sich durch das Aufsummieren der im Index vertretenen Unternehmen ergeben.

Im Endeffekt analysiert Du (auch) den durchschnittlichen Kursverlauf aller betrachteten Unternehmen, anstatt alle einzeln zu analysieren und daraus auf das Ganze zu schließen.

Verwende also ganz normal die Analysetools, die Du auch sonst nutzt, um Trendstärken, Trendrichtung, Einstiegspunkte oder Kaufdruck von Kursverläufen einzelner Unternehmen zu bestimmen.

Fundamentalanalyse

Eine Fundamentalanalyse betrachtet verschiedene Unternehmensdaten und den allgemeinen Markt, um daraus Erkenntnisse zu gewinnen.

Vor allem geht es für Trader darum zu überprüfen, ob ein Unternehmen über- oder unterbewertet ist und ob es sich angesichts sich verändernder externer Einflüsse in Zukunft positiv oder negativ entwickelt. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle, die sich gegenseitig beeinflussen.

Eine Fundamentalanalyse ist demnach äußerst komplex. Du kannst in einer Fundamentalanalyse einzelne Unternehmen unter die Lupe nehmen, Dir ganze Branchen anschauen oder die wirtschaftlichen Entwicklungen verschiedener Länder analysieren und daraus die Konsequenzen für einzelne Unternehmen herleiten.

Ich zeige Dir nun einige Punkte, die Du Dir anschauen kannst. Diese Liste beinhaltet ein paar Beispiele, ließe sich aber beinahe unendlich fortsetzen und ausdifferenzieren:

Leistung der Branche: Einige Branchen befinden sich im Aufwind, andere hingegen kämpfen aufgrund verschiedener Ursachen mit Problemen. Angesichts fortschreitender Digitalisierung schreiben Experten der IT-Branche weiterhin enormes Wachstumspotenzial zu, während Hersteller von Verbrennermotoren in den nächsten Jahren mit Problemen zu kämpfen haben, insbesondere, wenn Sie den Übergang zum E-Motor verpassen.

Politische Rahmenbedingungen: Die Politik eines Landes oder eines Staatenbunds (z. B. die EU) hat Auswirkungen auf die Wirtschaft eines Unternehmens oder ganzer Branchen. Beispiel: Erhöht die Bundesregierung den CO₂-Preis massiv, trifft das vor allem energieintensive Branchen wie die Stahlproduktion, die große Mengen Energie benötigt, die bislang aus fossilen Quellen stammt.

Jahresabschluss des Unternehmens: Der Jahresabschlussbericht gibt Auskunft über die Geschäftsergebnisse eines Unternehmens und ist insofern interessant, als Anleger wissen, ob ein Unternehmen seine Ziele erreicht hat. Erfolgreiche Unternehmen ziehen Kapital an und der Börsenwert steigt im Regelfall an.

Quartalsbericht des Unternehmens: Während der Jahresabschluss umfangreicher ausfällt und offenkundig nur einmal in Jahr veröffentlicht wird, enthält der Quartalsbericht vergleichbare Daten in kürzerer Fassung und wird drei- (falls er vom Jahresbericht ersetzt wird) oder viermal im Jahr herausgegeben. Für Trader macht das einen Unterschied, je nachdem, ob Sie langfristige oder kürzere Handelsstrategien verfolgen.

Wettbewerbsanalyse: Auch Konkurrenzanalyse genannt und damit begrifflich auf den Punkt gebracht, behandelt die Wettbewerbsanalyse die Konkurrenzfähigkeit eines Unternehmens innerhalb der Branche. Dabei spielen verschiedene Aspekte eine Rolle, z.B. das Marketing, Standortvorteile, technischer Vorsprung usw.

Trading Arten beim Indexhandel

Beim Indexhandel verfolgen Trader verschiedene Ansätze. Trading Stile lassen sich auch nach der Dauer einteilen, in denen Trader ihre Positionen halten. Je kürzer die Haltedauer, desto aktiver muss der Trader im Regelfall handeln.

Welche Art des Indexhandels Du bevorzugst, liegt an Dir. Wenn Du gerne aktiv tradest und in Echtzeit die Kursverläufe beobachten willst, ist das Scalping wahrscheinlich eher etwas für Dich als der klassische Positionshandel.

Trading-Stil je Haltedauer im Trading an der Börse Grafik
Trading-Stil je Haltedauer im Trading

Scalping ist für Privatpersonen erst mit dem Aufkommen digitaler Handelsplätze möglich. Außerdem gilt, dass das häufige Öffnen und Schließen von Positionen zu höheren Spreads führt. Vor- und Nachteile gibt es bei allen Arten des Trading.

Indexhandel: Scalping

Beim Scalping hältst Du Positionen nur für einige Sekunden oder wenige Minuten. Es geht grundsätzlich darum, aufgrund kleiner Kursschwankungen Gewinne einzufahren. Die Fundamentalanalyse spielt entsprechend keine Rolle.

Die einzelnen Gewinne pro Trade fallen nicht hoch aus, doch aufgrund der Frequenz der abgeschlossenen Trades summiert sich das am Ende der ”Session” zu einem hoffentlich ansehnlichen Betrag auf.

Scalping ist gewiss nicht für jeden geeignet, denn diese Technik erfordert hohe Konzentration und Handlungsschnelligkeit. Du solltest eine hohe Entscheidungsfreude an den Tag legen. Bist Du eher der ”entspannte” oder analytische Typ, solltest Du auf andere Arten des Tradings setzen.

Indexhandel: Day Trading

Nicht ganz so schnell wie Scalping, aber für den ”normalen” Anleger immer noch ziemlich flott, halten Daytrader ihre Positionen für einige Stunden.

Die Positionen schließen sie auf der Trading Plattform für gewöhnlich, bevor sie das Daytrading beenden, denn sogenannte Gaps stellen unnötige Risiken dar und Übernachtgebühren unnötige Kosten, die Day Trader gerne vermeiden.

Auch das Daytrading gehört klar zu den kurzfristigen Handelsstilen und der Fokus liegt auf der Verwendung technischer Hilfsmittel wie etwa Indikatoren, Chartanalysen und Volumenanalysen.

Eher selten sind Fundamentalanalysen Bestandteil des Daytrading, dennoch solltest Du Dich durchaus mit ihnen beschäftigen und einen gewisse Marktübersicht haben, wenn Du Daytrading betreibst.

Indexhandel: Swing Trading

Swing Trading zählt zu den mittelfristigen Handelsstilen. Trader halten Positionen über mehrere Tage bis hin zu wenigen Wochen. Fundamentalanalysen spielen schon eine deutlich wichtigere Rolle, sodass etwa politische Entscheidungen auf den Index Einfluss nehmen.

Wenn etwa die USA eine protektionistische Außenhandelspolitik ankündigen, dürften global agierende Unternehmen weniger erfreut sein.

Das kann sich wiederum auf Investoren auswirken, die vorsichtiger agieren, sodass der New York Stock Exchange ins Stocken gerät. Möglicherweise ein Signal, dass eine Short-Position angebracht ist, wenn der Negativtrend ein paar Tage anhält.

Das zugegebenermaßen vereinfachte Beispiel zeigt, dass sich die Arten des Tradings nicht nur in der Zeit unterscheiden, sondern auch in ihren Analysemethoden.

Index Trading: Positionshandel

Mit Positionshandel beschäftigen sich geduldige Trader, die Ihre Position über mehrere Wochen und einigen Monaten halten. Die Abgrenzungen zum Swing Trading sind mitunter fließend und langfristiger Positionshandel ähnelt beinahe schon einer Anlage.

Die Fundamentanalyse spielt bei dieser Art des Tradings eine noch größere Rolle als beim Swing Trading. Stop-Loss- und Take-Profit-Orders setzen Trader im Positionshandel seltener und wenn, dann fallen die Grenzen großzügiger aus, da das Preisniveau in absoluten Zahlen natürlich deutlich stärker steigen und fallen kann.

Vor- und Nachteile von Index Trading

Vorteile:

ETFs bieten einfache Diversifizierung ohne hohen Aufwand

Anleger in ETFs benötigen kaum Fachwissen

Indizes sind in der Praxis nicht oder kaum manipulierbar

Trader umgehen Konkursrisiken einzelner Unternehmen

Beim CFD-Handel können Trader hohe Gewinne mit niedrigem Kapital einfahren

Auf verschiedenen Zeitebenen und allen Märkten durchführbar

Dadurch sowohl für Fundamentalanalysten als auch technische Analysten reizvoll

Eignet sich sowohl für risikofreudige als auch vorsichtige Trader

Nachteile:

Durch Diversifizierung wenig Aussicht auf besonders hohe Gewinne

Trader erhalten keine Unternehmensanteile

Der Handel mit CFDs ist riskant und benötigt viel Vorwissen

FAQ – Index Trading

Was ist ein Index?
+
Ein Index vereint verschiedene Vermögenswerte und bildet ihre Wertentwicklung ab. Bekanntester Vertreter ist der Aktienindex, der Aktien ausgesuchter Unternehmen zu einer Kennzahl zusammenfasst. Andere Indizes enthalten etwa Rohstoffe, Währungen oder Anleihen.
Was ist Index Trading?
+
Beim Index Trading geht es um den Handel auf Basis von Indizes. Diese werden nicht direkt gehandelt. Stattdessen hast Du die Möglichkeit, mit CFDs oder ETFs zu arbeiten. Mit CFDs spekulierst Du auf Kursverläufe; ETFs sind Fonds, die den zugrundeliegenden Index nachahmen.
Wie wird ein Index berechnet?
+
Ein Index bildet entweder die reine Kursentwicklung des Vermögenswerts ab (Kursindex) oder bezieht Leistungen wie Dividendenzahlungen ein (Performanceindex). Zudem wird zwischen preisgewichtet, kapitalisierungsgewichtet und gleichgewichtet unterschieden. Die Ermittlungsmethode übt einen erheblichen Einfluss auf die Wertentwicklung aus.
Was unterscheidet den Indexhandel vom Aktienhandel?
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Beim klassischen Aktienhandel (nicht über CFDs) wirst Du in der Regel Anteilseigner eines Unternehmens. Der Aktienindex, in den Du investierst, bildet lediglich die zugrundeliegenden Unternehmen ab. Der Indexhandel mit CFDs funktioniert ähnlich wie mit Aktien. Fonds sind dagegen auf Diversität ausgelegt.
Was sind die meistgehandelten Indizes?
+
Die meistgehandelten Indizes innerhalb eines Landes sind üblicherweise Leitindizes wie der DAX, der Dow Jones, der Nikkei 225 oder der FTSE. Enorm wichtig sind auch der S&P 500, der Nasdaq 100 oder EURO STOXX 50.
Welche Strategien gibt es für den Indexhandel?
+
Der Indexhandel lässt sich auf verschiedenen Zeitebenen anwenden. Im Scalping versuchen Trader, innerhalb weniger Sekunden und Minuten, minimale Kursbewegungen für sich zu nutzen, um viele kleine Gewinne einzufahren. Day Trader halten die Positionen für einige Stunden, Swing-Trader für mehrere Tage bis Wochen und im Positionshandel liegt der Zeitrahmen bei mehreren Wochen bis hin zu vielen Monaten.
Wie handelt man mit Indizes?
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Indizes können nicht direkt gehandelt werden, da sie lediglich eine Kennzahl darstellen. Trader können allerdings mit CFDs auf Indexkurse spekulieren oder Geld in ETFs anlegen. Die Vorgehensweise beim CFD-Handel mit Indizes ist dem Handel mit anderen Finanzprodukten gleich.
Christian Böttger

Christian Böttger

Über den Autor Finanzexperte und Ausbilder für Trading mit über 6 Jahren Erfahrung an der Börse.

Vollzeit-Trader

„Egal in welcher Marktphase man sich befindet – mit meinen Strategien kann ich seit über 6 Jahren flexibel im Markt erfolgreich agieren!“

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Über den Autor:

Christian Böttger ist hauptberuflich Trader und Mentor, der sowohl kurzfristige Trades als auch langfristige Investments mit überragender Trefferquote durchführt. Auf Finanzradar.de teilt er seine Analysen sowie praktische Erfahrung und hat besonders für Anfänger den einen oder anderen Kniff parat. Mehr über Christian erfährst Du hier.