Gehebelte ETFs werden aus einer Gruppe von Hebelprodukten gebildet, welche die Kurse einzelner Aktien nachbilden. Dazu werden bspw. Futures und Optionen genutzt. Im Vergleich zu einem normalen ETF werden hier Kursgewinne und -verluste multipliziert.
In meinen Augen sind ETFs mit Hebel nicht für die Langfristanlage geeignet. Mehr dazu im Ratgeber:


Kurzüberblick: ETF mit Hebel
#1 Was sind ETF mit Hebel? – Kurze Erklärung & Definition.
#2 Aufbau von Hebel ETFs – Bestehen aus Futures, Optionen, etc.
#3 Hebel ETFs für Investments? – Nicht geeignet.
#4 Vor- und Nachteile – Hohe Haltegebühren.
#5 FAQ – Häufig gestellte Fragen zu ETF mit Hebel.
Was sind ETF mit Hebel?
Geheblte ETFs verstärken die Kursbewegungen von zugrundeliegenden Indizes durch den Einsatz von Derivaten. Meist haben die Leverage ETFs einen Hebel von 2 oder 3. Sprich Kursgewinne und -verluste sind ein Vielfaches im Vergleich zum Standard-ETF. Macht ein Nasdaq ETF 1% Rendite, so macht der Hebel-ETF gut 2-3% Rendite. Verliert hingegen der Nasdaq ETF 1%, so verliert der gehebelte ETF 2-3%.
Beachte: Hebel ETFs gibt es sowohl für Long als auch für Short. Schließlich können Derivate auch Long und Short genutzt werden.
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Aufbau von Hebel ETFs
Anstatt reine Aktien zu kaufen, um einen Index nachzubilden, setzen Emittenten Derivate ein um den Hebeleffekt zu erzeugen. Es werden also Finanzprodukte genutzt, die neben dem normalen Einsatz zusätzlich einen kleinen Kredit aufnehmen um eine größere Position zu eröffnen – hierdurch entsteht der Hebeleffekt. Die klassischen Produkte hierfür sind:
Futures: Verträge, die den Kauf oder Verkauf eines Basiswerts zu einem bestimmten Zeitpunkt und Preis in der Zukunft festlegen. Sie sind häufig in gehebelten ETFs auf Indizes oder Rohstoffe enthalten.
Optionen: Optionen geben das Recht, aber nicht die Verpflichtung, einen Basiswert zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Diese werden oft genutzt, um die Kursentwicklung eines Index zu verstärken.
Swaps: Finanzvereinbarungen, bei denen zwei Parteien Zahlungsströme austauschen, die auf der Kursentwicklung eines Index basieren. Swaps helfen, die tägliche Performance eines Index in gehebelten ETFs zu replizieren.
CFDs (Contracts for Difference): Differenzkontrakte, die es ermöglichen, auf Preisänderungen eines Vermögenswerts zu spekulieren, ohne ihn tatsächlich zu besitzen. CFDs sind vor allem in außerbörslich gehandelten Hebelprodukten weit verbreitet.
Beachte: Derivate haben Übernacht-Haltegebühren. Dies sind quasi Zinszahlungen an den Emittent, der den Kredit zum Hebeln bereitstellt. Dies macht ETFs mit Hebel deutlich teurer als Standard-ETFs.
Hebel ETFs für Investments
Leveraged ETFs sind nichts für Anfänger oder für langfristige Anlagen. Einerseits hast Du hohe Haltegebühren für den gehebelten ETFs, welcher Rendite auffrisst. Andererseits könnte es bei einem Bärenmarkt zum Totalverlust des Investments kommen. Nutzt Du bspw. einen 3x Leverage ETF, so hast Du bei einem Index-Rückgang von -33% Dein Investment verloren. Bei einem normalen ETF könntest Du den Marktcrash locker aussitzen bis der Index wieder am Allzeithoch steht.
Gerade für den Nasdaq-Index sind 33% Rückgang bei Bärenmärkten schnell erreicht. Der S&P ist grundsätzlich weniger anfällig wie die letzten Bärenmärkte zeigen, aber früher oder später hat auch er solch einen großen Drawdown. Wieso solltest Du so ein enormes Risiko in einem Investment eingehen wollen?

Gehebelte ETFs Vor- und Nachteile
Vorteile:
Potenziell vervielfachte Rendite möglich
Weniger Einsatz für größere Positionen
Kurzfristige Marktbewegungen ausnutzen
Verschiedene Märkte und Indizes verfügbar
Auf steigende oder fallende Kurse setzen
Keine Emittentenrisiken
Nachteile:
Verluste potenziell vervielfacht
Langfristig schlechtere Performance möglich
Verwaltungs- und Handelsgebühren höher
Verständnis von Derivaten notwendig
FAQ – ETF mit Hebel

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Christian Böttger
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Über den Autor:
Christian Böttger ist hauptberuflich Trader und Mentor, der sowohl kurzfristige Trades als auch langfristige Investments mit überragender Trefferquote durchführt. Auf Finanzradar.de teilt er seine Analysen sowie praktische Erfahrung und hat besonders für Anfänger den einen oder anderen Kniff parat. Mehr über Christian erfährst Du hier.
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