Häufig verwende ich beim Trading sogenannte Candlestick-Patterns, wovon eine davon der Morning Star ist, der aus 3 Kerzen besteht und auf einen möglichen Aufwärtstrend hinweist.

Aufgrund von Kursschwankungen entstehen solche und ähnliche Muster, die wir als Daytrader entsprechend interpretieren können. Jedoch benötigt es viel Bildschirmzeit bzw. Erfahrung für erfolgreiche Prognosen.

Morning Star Technische Analyse Titelbild

Kurzüberblick: Morning Star

Der Morning Star weist auf einen bevorstehenden Kursanstieg hin und bildet das Gegenstück zum Evening Star.

Auch der Morning Star besteht aus 3 Kerzen und ist aufgrund der zu erwartenden Aufwärtsbewegung des Kurses bullish.

Die ersten beiden Kerzen folgen dem Abwärtstrend, während die 3. Kerze eine Aufwärtsbewegung andeutet.

Allerdings ist diese Formation keine Bestätigung für einen kommenden Trend.

Was genau ist der Morning Star beim Trading?

Der Morning Star ist eine Umkehrformation, die in Form sogenannter Candlesticks erscheint. Allerdings lässt der Morning Star alleine jedoch keine grundsätzliche Trendprognose zu. In den meisten Fällen tritt diese grafische Formation nach einem längeren Abwärtstrend auf.

Während der Evening Star hingegen einen bärischen Trend ankündigt, zeigt der Morning Star als Umkehrformation das genaue Gegenteil an und ist daher bullish.

Morning Star Praxisbeispiel technische Analyse
Praxisbeispiel: Morning Star als Umkehrsignal

Hinweis: Beim Trading fungiert der Morning Star eher als Kaufsignal. Die Darstellung erfolgt mithilfe sogenannter Kerzen oder Candlesticks mit Dochten und Körpern. Diese Candlesticks sind auch farbig in rot oder grün dargestellt.

Neben dem Morning Star gibt es bei der Chartanalyse noch andere Candlestick-Formationen, die für einen Kauf oder Verkauf sprechen. Beispiele dafür sind Harami, Engulfing Candlesticks oder Hanging Man Candlesticks.

Die 3 Kerzen im Morning Star

Der Morning Star besteht im Gegensatz zu anderen Candlestick-Formationen immer aus drei Kerzen. Jede Kerze im Morning Star hat eine eigene Bedeutung.

Erste Kerze (bärisch): Die erste Kerze repräsentiert einen bestehenden Abwärtstrend und schließt mit einem klaren bärischen Signal ab. Die bärische Kerze ist leicht an ihrem langen Corpus zu erkennen. Je länger diese Kerze ist, desto stärker war auch der vorhergehende Abwärtstrend. Diese Kerze knüpft direkt an eine längere fallende Linie an.

Zweite Kerze (unsicher): Die zweite Kerze ist etwas kleiner als die erste Kerze und stellt einen Kampf zwischen Bullen und Bären dar. Sie weist daher auf Unsicherheit hin. Dabei ist eine nach unten gerichtete Lücke erkennbar. Die Lücke befindet sich zwischen der ersten und zweiten Kerze und wird auch als Gap bezeichnet. Diese Kennzeichen deuten bereits die Schwäche des bisherigen bärischen Trends an.

Dritte Kerze (bullish): Schließlich ist die dritte Kerze eine starke bullishe Kerze, die höher abschließt als die beiden vorhergehenden Kerzen. Das bedeutet eine Trendumkehr und den Beginn eines Aufwärtstrends. Allerdings ist daraus nicht erkennbar, wie lange der Aufwärtstrend anhalten wird.

Morning Star Schema
Morning Star Schema

Darauf musst Du beim Morning Star während Deiner Trades achten

Es ist notwendig, die Formation des Morning Stars gut erkennen und interpretieren zu können. Dafür solltest Du die Zeitebene korrekt einstellen und bereits viel Erfahrung bei der Erkennung von Candlesticks gesammelt haben.

Zeiteinheit einstellen in Tradingview
Stelle die richtige Zeiteinheit ein

Der Morning Star ist eine Formation, die sowohl in Tages- als auch in Wochencharts von Bedeutung ist. Wie bereits erwähnt deutet der Morning Star eine mögliche Trendwende an, deren Dauer und Intensität jedoch nicht konkret vorhersehbar ist.

Um Trends zu erkennen, bediene ich mich daher mehrerer unterstützender Methoden:

Die Suche nach Bestätigungssignalen: Zwar ist der Morning Star ein eindeutiges Kaufsignal, doch auch andere Signale weisen auf eine Trendumkehr hin. Werkzeuge zur Erkennung dieser Signale sind einfache Trendlinien oder bestimmte technische Indikatoren wie der Gleitdurchschnitt.

Passenden Zeitrahmen wählen: Ein Morning Star hat mehr Aussagekraft, wenn er in einem längeren Zeitrahmen auftritt. Deshalb ist er vor allem in Tages- oder Wochencharts sehr hilfreich. Hingegen ist die Aussagekraft des Morning Stars in einem Stundenchart nur sehr begrenzt. In diesem Fall spielen Marktüberschattungen noch eine wichtigere Rolle.

Unterstützungs- und Widerstandsniveaus beachten: Ferner ist auch das Niveau der Unterstützungs- und Widerstandslinien zu beachten. Eine Widerstandslinie ist zum Beispiel ein Kursniveau, das bereits mehrfach erreicht, jedoch noch nicht nach oben durchbrochen wurde.

Verwendung anderer technischer Faktoren: Dazu gehören zum Beispiel Trendkanäle. Ein Trendkanal entwickelt sich innerhalb eines gewissen Rahmens. Ein Aufwärtstrend zeichnet sich durch ein Kurshoch aus, das sofort von einem neuen Hoch gefolgt wird. Bei einem Abwärtstrend liegt jedes Tief unterhalb des vorhergehenden Tiefs.

Analyse des Marktumfelds: Ich nutze auch die Fundamentalanalyse und betrachte die aktuellen Fundamentaldaten. Dabei schaue ich auf die globale marktwirtschaftliche Entwicklung eines Unternehmens.

Morning Star Interpretation beim Trading

Aus der Formation lesen wir wichtige Informationen ab. Der große Körper der ersten Kerze beschreibt einen Abwärtstrend. Hier überwiegt noch der bärische Trend. Doch der allgemeine Verkaufsdruck lässt allmählich nach.

Die zweite Kerze weist deshalb auf ein Ende des Abwärtstrends hin, bezeichnet aber noch eine Phase der Unsicherheit. Hier kämpfen Bullen und Bären noch immer miteinander.

Morning Star Interpretation
Morning Star Interpretation

Das heißt aber, die anderen Trader sind hier nicht mehr dazu in der Lage, den Kurswert noch weiter nach unten zu bewegen. Die Bären haben ihren Einfluss an dieser Stelle bereits verloren.

Die dritte Kerze ist ein Signal dafür, dass die Bullen langsam aber sicher die Oberhand gewinnen und der Kurs ansteigen wird. In dieser Phase überwiegen die Käufer.

Mögliche Abweichungen beim Morning Star beachten

Da der Morning Star nicht immer exakt die gleiche Form aufweist, ist auf Abweichungen bei diesem Muster zu achten. Diese Abweichungen manifestieren sich in der Beziehung von Dochten und Körpern der einzelnen Kerzen.

Morning Star Abweichungen
Beispiel: Typische Morning Star Abweichung

Die Marktstimmung wird durch die Größe, Form und Farbe der Kerzen angedeutet. Eine lange Kerze mit einem kleinen Docht weist auf einen starken Kauf- oder Verkaufsdruck hin, je nachdem ob diese Kerze bullish oder bärisch ist.

Um weitere Trends abzulesen, ist die Betrachtung anderer technischer Indikatoren sinnvoll. Neben dem Gleitdurchschnitt schaue ich auch oft auf den RSI, MACD und das Volumen.

Beachte: Außerdem ist es wichtig, dass der Morning Star einen kleinen Kerzenkörper besitzt, der durch eine Kurslücke von der vorhergehenden großen Kerze getrennt ist. Er darf sich nicht mit der ersten Kerze überschneiden. Eine Überschattung durch die erste große Kerze ist jedoch unbedenklich.

FAQ zum Morning Star

Wie nutze ich den Morning Star beim Trading?
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Der Morning Star ist für Trader ein deutliches Kaufsignal. Dafür ist es jedoch ratsam, auch andere Indikatoren zu Hilfe zu nehmen, um einen Trend eindeutig bestimmen zu können. Der Morning Star alleine liefert keinen Hinweis auf einen bevorstehenden langfristigen Trend.
Was sagt die Formation Morning Star aus?
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Diese Chartformation ist eine Möglichkeit, um das Ende eines Abwärtstrends zu erkennen und auf einen kommenden Kursanstieg zu spekulieren. Wie lange dieser Kursanstieg anhält, ist jedoch nicht direkt aus dem Morning Star abzulesen. Es reicht aber aus, um den Titel in das Portfolio aufzunehmen.
Warum ist der Morning Star eine wichtige Kerzenformation?
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Neben dem Evening Star gilt der Morning Star als wichtiger technischer Indikator für eine Trendumkehr. Er ist sowohl in Tagescharts als auch in Wochencharts zu finden. In sogenannten Intraday-Charts wirst Du den Morning Star jedoch nur selten finden.
Christian Böttger

Christian Böttger

Über den Autor Finanzexperte und Ausbilder für Trading mit über 6 Jahren Erfahrung an der Börse.

Vollzeit-Trader

„Egal in welcher Marktphase man sich befindet – mit meinen Strategien kann ich seit über 6 Jahren flexibel im Markt erfolgreich agieren!“

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+6 Jahre Erfahrung

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Über den Autor:

Christian Böttger ist hauptberuflich Trader und Mentor, der sowohl kurzfristige Trades als auch langfristige Investments mit überragender Trefferquote durchführt. Auf Finanzradar.de teilt er seine Analysen sowie praktische Erfahrung und hat besonders für Anfänger den einen oder anderen Kniff parat. Mehr über Christian erfährst Du hier.