Ein Carry Trade ist eine Forex-Strategie bei der auf Zinsunterschiede zwischen den Währungen getradet wird. Oft wird dazu der Japanische Yen genutzt, der für seine geringen Zinsen bekannt ist.
Die Idee: Man leiht sich Geld in Yen für wenig Zins und investiert es in eine Hochzins-Währung wie dem Australischen Dollar. Der Zinsunterschied ist Dein Gewinn. Mehr dazu im Artikel:

Kurzüberblick: Carry Trade
#1 Was ist Carry Trading? – Kurze Erklärung & Definition.
#2 Carry Trade Beispiel – Anhand vom USD/GBP verstehen.
#3 Trading Strategie – Ich zeig Dir eine andere Anwendung.
#4 Risiken beim Carry Trade – Wechselkurse ändern sich.
#5 Vor- und Nachteile – Bspw. Unvorhersehbare Zinsänderungen.
#6 FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Carry Trade.
Was ist ein Carry Trade?
Das Carry Trading ist ein Handelsansatz bei dem von Zinsdifferenz zwischen Währungsräumen profitiert werden soll. Dabei nimmt man einen Kredit in einer Währung mit wenig Zins auf und investiert das Geld in einer Währung mit hohem Zins. Beispielhaft kannst Du im Yen einen Kredit für 1% aufnahmen und im Australischen Dollar für 3% Zins anlegen. Die 2% Differenz sind Dein Profit. Dies ist ein klassicher Yen Carry Trade.
Typischerweise nutzt man den japanischen Yen für Carry Trades, da dieser historisch stabile und geringe Zinsen hat. Sollte sich allerdings der Zinssatz der Bank of Japan (BoJ) erhöhen, so steigen die Kosten Deines Carry Trades und Dein Gewinn schmälert sich. Habe also stets die Zinspolitik der Währungspaare im Blick für diese Strategie.
Beachte: Da sich Währungen im Wert verändern ist der Carry Trade auch kein heiliger Gral, sondern viel mehr eine Grundtendenz, welche man im Blick haben sollte! Das Wechselkursrisiko bleibt immer bestehen.
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Carry Trade Beispiel
Zunächst vergleichst Du Länder nach ihren aktuellen Zinssätzen und suchst welche mit möglichst hohen Zinsen und andere mit möglichst niedrigen Zinsen. Um das Beispiel einfach zu gestalten, rechne ich mit fiktiven Zahlen. Angenommen, Du zahlst bei einer US-Bank 3 % Zinsen für einen Kredit in Höhe von 100.000 Dollar. Du leihst Dir das Geld und legst aufgrund der Währungsumrechnung 75.000 Pfund für 5 % Habenzinsen bei einer Bank in Großbritannien an.
Du errechnest den Rollover-Kurs täglich. Bei der US-Bank zahlst Du (100.000 Dollar * 0,03) / 365 = 8,2 Dollar. Bei der britischen Bank erhältst Du dagegen (75.000 Pfund * 0,05) / 365 = 10,3 Pfund. Das entspricht 13,7 Dollar. Du hast 13,7 Dollar – 8,2 Dollar = 5,5 Dollar Gewinn gemacht.
Carry Trading Strategie – Beispielhafte Anleitung

Währungspaar finden
Finde ein Währungspaar wo eine Währung geringe Zinsen hat und die andere hohe. Beispiele sind AUD/JPY und USD/JPY.
Trend erkennen
Der Kurs läuft typischerweise in Richtung der stärkeren Währung. Sprich im AUD/JPY nach oben mit den australischen Dollar. Ist der Kurs im entsprechenden Trend, so bietet sich die Positionseröffnung an.
Zinspolitik beobachten
Ändern sich die Zinsen, so ändert sich auch die Grundlage der Carry Trade Idee. Erhöht sich der Zins der Niedrigzins-Währung oder verringert sich der Zins der Hochzins-Währung, so ist es an der Zeit den Trade zu beenden.
Risiken von Carry Trades
Die Risiken von Carry Trades liegen vor allem im Wechselkurs- und Zinsänderungsrisiko. Ersteres meint die typischen Kursschwankungen im Markt, während Zweiteres die zinspolitischen Entscheidungen einer Notenbank meint. Ebenso solltest Du nicht vergessen, dass Du bei Carry Trades über mehrere Wochen auch Haltegebühren hast, welche Deine Gewinne schmälern.
Vor- und Nachteile von Carry Trades
Vorteile:
In stabilen Märkten potenzielle Gewinnaussichten.
Änderungen der Zinssätze und Wechselkurse können sich positiv auf die Position auswirken
Hebelwirkung
Die Strategie erlaubt eine hohe Diversifikation und ein breit aufgestelltes Risikomanagement.
Möglicher Schutz vor Inflation durch Flucht in eine andere Währung.
Nachteile:
Entscheidende Zinssatz- und Wechselkursänderungen sind oftmals nicht vorhersehbar.
Hohes Risiko insbesondere in volatilen Märkten.
Intensive Marktbeobachtung nötig, um negative Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und hohe Verluste zu vermeiden.
FAQ – Carry Trade

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Christian Böttger
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Über den Autor:
Christian Böttger ist hauptberuflich Trader und Mentor, der sowohl kurzfristige Trades als auch langfristige Investments mit überragender Trefferquote durchführt. Auf Finanzradar.de teilt er seine Analysen sowie praktische Erfahrung und hat besonders für Anfänger den einen oder anderen Kniff parat. Mehr über Christian erfährst Du hier.
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