Beim Arbitrage Trading wird das Ziel verfolgt Gewinne zu erzielen, indem man das Gut zu einem niedrigeren Preis gekauft und gleichzeitig zu einem höheren Preis verkauft wird, ohne dabei einem signifikanten Zeitverlust ausgesetzt zu sein.

Die Arbitrage bezieht sich auf die Ausnutzung von Preisunterschieden für ein bestimmtes Gut, Wertpapier oder Vermögenswert zwischen verschiedenen Märkten oder Handelsplätzen.

Arbitrage Trading Funktion Schema
Arbitrage Trading

Arbitrage Trading: Beim Arbitrage Trading suchst Du nach Preisunterschieden für denselben Vermögenswert zwischen verschiedenen Märkten.

Wichtige Voraussetzungen: Eine schnelle Entscheidungsfindung, präzise Ausführung von Kauf- und Verkaufsorders, Berücksichtigung von Liquidität, Transaktionskosten sowie Marktrisiken und die Nutzung fortschrittlicher Plattformen sind dabei zwingend notwendig.

Arbitrage Trading

Kurzüberblick: Arbitrage Trading

Grundsätzlich steht der Begriff Arbitrage für eine Handelsstrategie, die das Ausnutzen von Preisdifferenzen, die durch Ineffizienzen am Markt entstehen, beschreibt.

Die Ineffizienzen werden jedoch aufgrund der hohen Informationsdichte und des schnellen Datenaustauschs geringer.

Profitieren kann man bei gleichzeitigem Kauf und Verkauf des gleichen Finanzinstruments an verschiedenen Orten, die jeweils unterschiedliche Preise für das Instrument aufweisen (Ineffizienz).

Zumindest theoretisch ist Arbitrage Trading risikolos, da alle Informationen wie Kaufs- und Verkaufspreis sowie Transaktionskosten vorliegen.

Was ist die Arbitrage im Trading?

Gezielte Arbitrage: Der Begriff beschreibt den Vorgang der klassischen Arbitrage. Damit ist der gleichzeitige Kauf und Verkauf eines Finanzinstruments an unterschiedlichen Orten, etwa an zwei verschiedenen Börsen, gemeint. Eine Gewinnmitnahme ist nur möglich, wenn die Preise tatsächlich unterschiedlich sind (Preisineffizienz).

Risiko-Arbitrage: Das Ausnutzen einer Preisdifferenz, die üblicherweise bei einer Fusion bzw. Übernahme zweier börsennotierter Unternehmen entsteht. In diesem Fall geschieht lediglich die Kaufs- und Verkaufsentscheidung gleichzeitig – wobei der Börsenkurs und der Übernahmekurs bekannt sind. Das Risiko besteht unter anderem darin, dass die Übernahme nicht oder anders als geplant erfolgt.

Welche Arbitrage-Arten gibt es?

Raum-Arbitrage: Ausnutzung von Preisdifferenzen an zwei unterschiedlichen Orten. In der Regel verbunden mit Transaktionskosten. Beim Trading handelt es sich üblicherweise um Preisunterschiede an zwei verschiedenen Börsen, etwa New York und Frankfurt.

Zeitarbitrage: Oft genutzter, aber irreführender Begriff, da Kauf und Verkauf zeitlich weit auseinander liegen. Grundsätzlich geht es darum, von Preisunterschieden mit Devisen- und Termingeschäften zu profitieren. Zeitarbitrage ist also eigentlich der Spekulation zuzuordnen.

Statistische Arbitrage: Auch hier handelt es sich nicht um eine echte Arbitrage. Auf statistischer Basis shorten Trader überbewertete und kaufen unterbewertete Aktien. Grundlage ist das statistische Mean Reversion Model. Die Kurse kehren oft zu einem errechneten Mittelwert zurück.

Währungsarbitrage: Das Ausnutzen von Preisdifferenzen eines Währungspaares auf unterschiedlichen Märkten. Grundsätzlich handelt es sich also um Raum-Arbitrage auf dem Forexmarkt. Beinhaltet auch trianguläre Arbitrage, bei der Ineffizienzen zwischen drei verschiedenen Währungen genutzt werden.

Fusions- und Übernahmearbitrage: Auch Risiko-Arbitrage genannt. Üblicherweise ist der Unterschied zwischen Börsen- und Übernahmekurs bekannt, wenn zwei Unternehmen fusionieren oder ein Unternehmen ein anderes übernimmt. Es gibt ein höheres Risiko, da unerwartete Ereignisse auftreten können.

Sämtliche Texte, Meinungen, Chats, Mitteilungen, Nachrichten, Preise, Marktanalysen, oder anderen Informationen auf dieser Seite, sind ausschließlich allgemeine Informationen für Unterhaltungszwecke. CFDs sind komplexe Instrumente und bergen aufgrund der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. Beispielhafte Anleitungen aus unseren Beiträgen, sollten nur im Demokonto und auf keinen Fall mit echtem Geld getestet werden.

Arbitrage Trading Strategie

Ich habe Dir verschiedene Arbitrage Arten vorgestellt, wobei es sich allerdings nur bei der Raum-Arbitrage um ”echtes” Arbitrage Trading handelt. Dementsprechend stelle ich Dir die Arbitrage Trading Strategie vor, die darauf beruht, dass die Preisunterschiede auf verschiedenen Handelsplätzen zustandekommen.

#1 Wähle 2 oder mehr Handelsplätze für den gleichen Vermögenswert aus

Erster Schritt des Arbitrage Trading ist es, mindestens zwei Handelsplätze auszuwählen. Nur so findest Du zeitgleiche Preisdifferenzen zwischen Finanzinstrumenten. Da Preisunterschiede aufgrund deutlich verbesserter und schnellerer Computertechnik und vielen gleichzeitig agierenden Arbitrageuren seltener geworden sind, ist es vorteilhaft, viele Handelsplätze gleichzeitig zu beobachten.

Nur so findest Du Gelegenheiten, die sich für Arbitrage eignen. Voraussetzung ist natürlich, dass es auf den Handelsplätzen möglich ist, dieselben Vermögenswerte zu handeln. Dabei kannst Du verschiedene Märkte nutzen. Möglich sind etwa Rohstoffe, Devisen oder Aktien.

Tipp: Grundsätzlich gilt: Je mehr Handelsplätze Du für den gleichen Vermögenswert in Dein Arbitrage Trading einbeziehst, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, günstige Gelegenheiten auszumachen. Bestimmte Trading-Programme helfen Dir dabei, den Vorgang zu automatisieren und mehrere Handelsplätze gleichzeitig zu beobachten.

#2 Nutze Echtzeitpreisdaten um die Preise zu überwachen

Ohne Echtzeitpreisdaten ist Arbitrage-Trading kaum möglich. Mit dem enorm gewachsenen, schnellen und dichten Netz an Informationen sind Ineffizienzen seltener, kleiner und vor allem kurzlebiger geworden. Damit Du überhaupt eine Chance hast, die Preisunterschiede effektiv zu nutzen, bist Du auf Echtzeitdaten angewiesen.

Gebrauche die Echtzeitpreisdaten, um die Preise des ausgewählten Vermögenswerts auf den verschiedenen Märkten zu überwachen.

Nicht alle Handelsplattformen stellen Dir Echtzeitdaten zur Verfügung. Möchtest Du Arbitrage Trading betreiben, solltest Du also sicherstellen, dass Dir diese Daten vorliegen. Ohne Echtzeitdaten ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die von Dir ausgemachte Preisdifferenz nicht mehr aktuell ist und Du Verluste machst.

Tipp: Für die effektive Nutzung von Echtzeitpreisdaten ist eine schnelle und stabile Internetanbindung erforderlich. Am besten arbeitest Du also an Deinem Laptop oder Desktop-PC und vermeidest die Arbeit mit Daytrading-Apps, die auf eine mobile Datenverbindung angewiesen sind.

#3 Suche nach signifikanten Preisunterschieden

Die Identifikation von signifikanten Preisunterschieden für denselben Vermögenswert zwischen den ausgewählten Märkten ermöglicht es, potenzielle Arbitragemöglichkeiten aufzuspüren.

Liegen Dir die Echtzeitdaten auf den verschiedenen Handelsplätzen vor, musst Du diese nur noch vergleichen. Dabei ist es wichtig, dass die Preisunterschiede möglichst hoch sind.

Viele Preise in Echtzeitdaten gleichen sich in wenigen Sekunden wieder an, sodass ein manueller Vergleich kaum möglich ist.

In seltenen Fällen fallen die Differenzen aus diversen Gründen jedoch durchaus beträchtlich aus. Das sind die besten Chancen, mit Arbitrage Trading Gewinne zu erzielen. Je geringer der Preisunterschied, desto höher muss auch der Einsatz Deines Kapitals sein, damit sich der Aufwand überhaupt lohnt.

Tipp: Auch hier ist es deutlich effizienter, die Preisdaten automatisiert überwachen zu lassen. Analyse-Programme sind deutlich besser und vor allem schneller darin, die Echtzeitdaten abzugreifen, zu verarbeiten und zu vergleichen.

#4 Berechne den potenziellen Gewinn

Überprüfe ob Du potenziell Gewinne erzielen kannst, indem du die Differenz zwischen den niedrigeren und höheren Preisen berücksichtigst

Da die Differenzen zwischen den höheren und niedrigen Preisen oft gering sind, musst Du die potenziellen Gewinne berechnen, die aus einem Trade entstehen.

Oft sind sie gar nicht so hoch, dass sie einen Trade rechtfertigen. Größter Faktor, der einen Einfluss auf Deine Arbritrage-Gewinne ausübt, sind die Transaktionskosten.

Orderausführungen, Spreads und weitere anfallende Gebühren sind oft so hoch, dass die geringe Gewinnspanne nicht ausreicht, um schwarze Zahlen zu schreiben. Achte also darauf, dass Kosten und Ertrag sich zu Deinen Gunsten erweisen, bevor Du den Trade ausführst.

Tipp: Verschiedene Broker haben auch verschiedene Kostenstrukturen. Wenn Du Dich auf Arbitrage Trading spezialisieren möchtest, ist es hilfreich, die Kosten der Broker zu vergleichen. Bei einigen sind die Kostenstrukturen so aufgebaut, dass sie Gewinne mit Arbitrage Trading deutlich verringern.

#5 Platziere sofort die notwendigen Trades um von der Preisdifferenz zu profitieren

Hast Du die notwendigen Schritte hinter Dir und ein passendes Finanzinstrument ausgemacht, ist ein schneller Einstieg entscheidend. Da die Preise sich in der Regel sehr schnell ändern (häufig sind es nur Sekunden), ist dieser Schritt enorm wichtig. Bist Du unentschlossen und handelst verzögert, ist die Chance oft schon verstrichen.

Hauptsächlich liegt das am effizienten Markt, für den auch die Arbitrageure selbst verantwortlich sind. Sobald sich Ineffizienzen am Markt ergeben, sind sie es oft, die für das Schließen der Preislücken verantwortlich sind. Eine hohe Geschwindigkeit ist also entscheidend, wenn Du gegen andere Mitbewerber bestehen willst. Hier ist eine stabile Internetanbindung und ein reibungsloser Ablauf entscheidend.

Kommt es zu technischen Verzögerungen, verringern sich die Gewinnchancen. Ein Stop-Loss oder Take-Profit ist im Arbitrage Trading zwar nicht üblich, kann unter Umständen aber sinnvoll sein, wenn Du bei hochvolatilen Märkten auf Nummer Sicher gehen möchtest. Da es aber üblich ist, die Finanzinstrumente gleichzeitig zu kaufen und zu verkaufen, sind die beiden Ordertypen nicht zwingend nötig.

Tipp: Es gibt Programme, die auch diesen Schritt automatisieren. Viele Möglichkeiten, von den Preisunterschieden zu profitieren, gibt es nicht. Zudem sind sie oft so kurz, dass es fast nicht möglich ist, sie ohne Automatisierung effizient zu realisieren. Du hast jedoch ebenfalls die Option, dem Trade erst zuzustimmen.

#6 Überprüfe die Märkte und ob die Arbitrage-Möglichkeit weiterhin besteht

Aufgrund der Geschwindigkeit, mit der Preisdifferenzen ausgeglichen werden, ist es unter Umständen sinnvoll, die Märkte noch einmal zu überprüfen.

Eine Faustregel, die ich Dir an die Hand geben möchte, lautet: Je mehr Kapital Du einsetzt, desto vorsichtiger solltest Du beim Platzieren der notwendigen Trades sein. Manchmal ist es nötig, einen Schritt zurückzugehen, um fehlerhafte Trades zu vermeiden.

Dennoch muss die Überprüfung schnell gehen und innerhalb weniger Augenblicke passieren. Da Arbitrage Trading oft nur mit dem Einsatz von viel Kapital wirklich ertragreich ist, sind bereits kleine Änderungen, die nur wenige Pips betragen, entscheidend.

Hier solltest Du auch zwischen den verschiedenen Märkten differenzieren. Da der Forex-Markt der meistgehandelte Markt überhaupt ist, sind die Preisunterschiede enorm schnell ausgeglichen.

Auf dem Rohstoffmarkt oder im Aktienhandel bestehen sie dagegen in einigen Fällen länger. Insbesondere hier ist eine Überprüfung sinnvoll, da sie zeitlich weniger entscheidend sein kann.

Dein Risikomanagement spielt also eine wichtige Rolle zur Beurteilung der Trades. Vor allem wegen dieser Gründe eignet sich Arbitrage Trading hauptsächlich für fortgeschrittene Trader, die Entscheidungen schnell, emotionslos und immer faktenbasiert treffen.

Tipp: Eine Überprüfung kann natürlich nur stattfinden, wenn Du die Trades nicht vollständig automatisiert hast. Du musst Dich also entscheiden, ob Du eine höhere Trade-Geschwindigkeit oder eigenmächtige Entscheidungsgewalt bevorzugst. Beides geht nicht.

#7 Schließe die Positionen rechtzeitig

Ein rechtzeitiges Schließen der Positionen ist im Arbitrage Trading von großer Bedeutung. Aufgrund des sehr kleinen Zeitfensters verzeiht diese Trading Strategie kaum zeitverzögertes Handeln.

Falls der Preisunterschied zwischen den Märkten sich zwischen Kauf und Verkauf auflöst, ist die Gewinnmarge dahin.

Unter Umständen kosten die Transaktionskosten und die Spreads womöglich mehr, als der Trade Gewinn erzielt und Du erleidest gar Verluste. Das Zeitfenster sollte entsprechend schmal sein. Ein automatisierter Vorgang ist von Vorteil, um anderen Tradern zuvorzukommen.

Festes Zeitfenster: Du solltest Dir einen zeitlichen Rahmen abstecken, innerhalb dessen Du das Arbitrage Trading realisierst. Fällst Du aus diesem Zeitrahmen heraus, beende lieber den Trade, bevor Du Verluste einfährst.

Zielgewinn erreicht: Wenn der Trade einen ausreichend hohen ”Bruttogewinn” verspricht, um Transaktionskosten und Spreads zu decken und noch etwas für Dich übrig bleibt, kannst Du den Trade ausführen. Besser ist, wenn Du eine Mindesthöhe festlegst und die Order erst ausführt, wenn der Zielgewinn erreicht ist.

Orders lösen automatisch aus: Grundsätzlich ist es im Risikomanagement sinnvoll, auf Stop-Loss- und Take-Profit-Orders zu setzen, um falsche Entscheidungen aufgrund von Emotionen auf ein Minimum zu reduzieren. Im Arbitrage Trading gewinnt der zeitliche Aspekt eine Bedeutung. Deine Handlungsgeschwindigkeit nimmt zu, wenn Du Stop-Loss– und Take-Profit-Orders verwendest, die die Positionen automatisch schließen.

Hinweis zu Positionseröffnung- und schließung

Gleichzeitiger Kauf und Verkauf (oder umgekehrt): Der Preisunterschied des Vermögenswerts zwischen zwei Märkten ist selbstverständlich in beide Richtungen möglich. Je nach vorliegendem Fall achte also darauf, dass Du das Finanzprodukt auf Markt A kaufst, wenn es dort zu einem günstigen Preis gehandelt wird und auf Markt B verkaufst, wenn er dort teurer ist und umgekehrt. Wenn du das Finanzprodukt teurer kaufst als verkaufst, macht du logischerweise Verlust.

Kauf und Kauf oder Verkauf und Verkauf ohne gleichzeitige Ausführung: Beim Arbitrage Trading handelt es sich theoretisch um einen gleichzeitigen Kauf und Verkauf eines Finanzprodukts. Praktisch ist das für Privatpersonen nur eingeschränkt möglich und selbst die schnellsten und professionellsten Trader handeln nicht gänzlich ohne Zeitverzögerung. Das Prinzip kannst Du trotzdem anwenden, wenn auch unter erschwerten Bedingungen.

Das solltest Du beim Arbitrage Trading beachten

Art der Arbitrage: Je nachdem, welche Art der Arbitrage du betreibst, passe Deine Handelsstrategie an. Möchtest Du Währungsarbitrage betreiben, brauchst Du etwa einen Broker, der Dir Zugang zum Devisenhandel ermöglicht. Für Raum-Arbitrage benötigst Du mehr Kapital, um diesen sinnvoll zu betreiben und möglicherweise nennenswerte Gewinne einzufahren.

Marktvolatilität: Steigt die Volatilität am Markt, steigt zum einen das Potenzial, relevante Preisunterschiede zu finden, zum anderen birgt dies allerdings die Gefahr ungewollter Slippage und Requotes. Negative Slippage treten allerdings häufiger auf, weshalb Du nicht darauf hoffen solltest, mit mehr Profit aus dem Arbitrage Trading zu gehen, als erwartet.

Transaktionskosten: Bei jedem Trade treten Transaktionskosten auf, etwa in Form von Spreads. Spreads sind die Differenz zwischen Ask und Bid. Fällt der Spread höher aus als der Preisunterschied, stehst Du am Ende des Geschäfts sogar mit Verlusten da. Auch andere Gebühren und Kosten (Kommissionen, Ordergebühren) können anfallen und Deinen Profit deutlich verringern.

Risiko: Sei Dir stets gewiss, dass auch vermeintlich risikoarme Trades ein Verlustrisiko bereithalten. Slippage und Requotes entstehen auch aufgrund der Technik und spielen beim Arbitrage Trading eine wichtige Rolle. Auch illiquide Märkte führen dazu, dass Orders nicht ausgeführt werden.

Historische Daten: Schaue in die Historie zurück, um potenzielle Kandidaten für deine Arbitrage Trading Strategie zu finden. Grundsätzlich spielen historische Daten jedoch gerade im Raum-Arbitrage eine untergeordnete und sind eher bei statistischer Arbitrage und der Zeitarbitrage von Belang.

Marktöffnungszeiten: Du solltest beim Arbitrage Trading darauf achten, dass alle Märkte, auf denen Du Arbitrage Trading betreibst, tatsächlich geöffnet sind. Ansonsten drohen Dir vor allem aufgrund illiquider Märkte Verluste, wenn es wegen fehlender Käufer zu Verzögerungen im Handel kommt-

Automatisierung: Die Preisunterschiede treten nur innerhalb sehr kleiner Zeitfenster auf. Deshalb ist es schwierig, derartige Positionen in ausreichend kurzer Zeit ausfindig zu machen, als auch diese zu handeln. Trading Plattformen wie MetaTrader bieten Programme, die solche Orders automatisch ausführen und erleichtern das Arbitrage Trading enorm.

Implementiere klare Ausstiegsregeln bei der Automatisierung im Arbitrage Trading

Bei der Automatisierung solltest Du darauf achten, dass der Bot eindeutige Verhaltensregeln kennt. Die leitest Du der Trading Strategie ab. Überlege Dir demnach, wann Du selbst einen Trade eingehst, wenn Du genügend Zeit hättest.

Berechne die Preisdifferenz des Finanzprodukts zwischen den Märkten, berücksichtige die Spreads und die Höhe der Kommissionen.

Achte außerdem darauf, dass jederzeit Slippage und Requests auftreten, insbesondere in volatilen Märkten. Falls Du Dir nicht sicher bist, dass Deine Ausstiegsregeln sinnvoll sind, bietet es sich an, den Bot laufen zu lassen und die tatsächliche Ausführung selbst zu tätigen, damit Du den Trade noch einmal überprüfen kannst.

Tipp: Bevor Du Deinen Bot nutzt, greife auf die Möglichkeit eines Demokontos zurück, um Deine Einstellungen zu überprüfen. Wenn die Spreads zu weit sind und Deine Gewinne zu niedrig, passe Deine Einstellungen an. Wenn Du Trading lernen und neue Strategien ausprobieren willst, nutze immer zuerst ein Demokonto.

Warum treten Preisunterschiede für denselben Vermögenswert auf?

Gemeinhin würde man annehmen, dass die Preise an der Börse für denselben Vermögenswert gleich sind. Doch trotz der schnellen Informationsweitergabe ist das selbst an den schnellsten Börsen der Welt nicht unbedingt der Fall, sodass kleinere Differenzen auftreten können. Vor allem illiquide Märkte sorgen für Preisunterschiede.

Liquiditätsprobleme: Liquiditätsprobleme entstehen dort, wo es nicht ausreichend aktive Händler gibt, die im Verhältnis von ihrer Menge zu der Größe des Handelsvolumens (Positionsgröße und Anzahl der Transaktionen) Positionen nicht traden können, ohne dass sich dies auf den Preis niederschlägt. Auf diesen Märkten entstehen häufig hohe Preise. Das gleiche Finanzprodukt ist auf liquiden Märkten kurzfristig günstiger.

Zeitliche Verzögerung: Aufgrund zeitlicher Differenzen kommt es hin und wieder vor, dass Marktteilnehmer nicht zeitgleich agieren. Selbst digitale Räume laufen nicht instantan ab, sodass Marktplätze immer noch eine, wenn auch kleine, Trägheit aufweisen. So kann es vorkommen, dass die Frankfurter Börse kurzfristig niedrigere Preise ausweist, als etwa die Börse in Tokio.

Welche Broker kommen für Arbitrage Trading infrage?

Aufgrund der Eigenheiten des Arbitrage Trading sollten Broker hinsichtlich zweier Aspekte herausragend sein, und zwar in puncto Schnelligkeit und günstige Spreads bzw. Gebühren.

Die Vorgehensweise ist maßgeblich von diesen beiden Faktoren abhängig, da die Preisunterschiede nur in engen Zeiträumen auftreten und die Marge pro Trade ohnehin groß ausfällt, sodass hohe Spreads den Gewinn deutlich schmälern.

Schnelle Ausführung: Kommt es während des Tradings zu Verzögerungen, sind Verluste vorprogrammiert. Das Prinzip der Arbitrage basiert ja gerade auf der Idee, in Sekundenschnelle Wertpapiere an einem Ort zu kaufen und an einem anderen zu einem höheren Preis zu verkaufen, weil Verzögerungen zu Preisunterschieden führen.

Stabile Handelsplattform: Wenn eine instabile Handelsplattform in den entscheidenden Momenten regelmäßig eine Fehlermeldung von sich gibt, ein Softwareproblem auftritt oder andere Gründe einem schnellen Verkauf Dir einen Strich durch die Rechnung machen, nützt die theoretisch schnellste Ausführung nichts.

Schnelle Server: Wenn Du auf Deinem Bildschirm klickst, bedeutet das nicht, dass Dein Befehl sofort ausgeführt wird. Sind die Server der Plattform derart langsam, also eine so hohe Latenz aufweisen, dass Deine Orders tatsächlich nicht in ausreichender Geschwindigkeit ausgeführt werden, kann sich der für einen Gewinn notwendige Preisunterschied bereits aufgelöst haben.

Niedrige Spreads und Gebühren: Beim Arbitrage Trading handelst Du mit kleinen Preisunterschieden. Liegen die Gebühren und Spreads zu hoch, bleibt am Ende nicht viel übrig. Achte bei Deinem Broker auf ein transparentes, faires und übersichtliches Preismanagement. Das gilt allerdings für jede Form des Tradings.

Verfügbare Assets und Börsen: Im Grunde verfügen alle Trading Plattformen über ausreichend Assets und Marktplätze, um Arbitrage Trading zu betreiben. Dennoch gilt, dass ein großes Angebot vorteilhaft ist. Je mehr Assets und Märkte Dir zur Verfügung stehen, desto potenziell mehr Finanzinstrumente stehen zur Verfügung, die sich zum Arbitrage Trading eignen.

Requotes und Slippage: Sowohl Requotes als auch Slippage führen zu ungeplanten Kosten (Slippage allerdings hin und wieder zu Deinem Vorteil). Beide Vorgänge treten auch aufgrund technischer Probleme auf. Gute Broker kennen die Unannehmlichkeiten und bemühen sich, diese durch bessere Infrastruktur zu reduzieren. Eine Slippage von einigen Pips ist in der Lage, einen Abschluss zu ruinieren.

FAQ – Arbitrage Trading

Welche Risiken sind mit Arbitrage Trading verbunden?
+
Auch wenn es sich bei Arbitrage Trading auf dem Blatt Papier um eine relativ risikoarme Strategie handelt, sind insbesondere die Ausführung und Handlungsgeschwindigkeit Faktoren, die zu Verlusten führen. Hinzu gesellen sich Slippage und Requotes, die zu Gewinneinbußen oder gar Verlusten führen.
Warum ist eine schnelle Ausführung wichtig beim Arbitrage Trading?
+
Die Preisunterschiede eines Vermögenswerts treten zwischen den verschiedenen Märkten nur in engen Zeitfenstern auf. Um diese Differenz möglichst effizient zu nutzen, ist zum einen eine hohe persönliche Handlungsschnelligkeit gefragt, aber auch eine hohe Geschwindigkeit des Brokers, der die persönliche Handlungsschnelligkeit in möglichst kurzer Zeit umsetzt.
Was ist der Unterschied zwischen Zeit- und Raum-Arbitrage?
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Bei der Zeitarbitrage handelt es sich nicht um eine echte Arbitrage, entsteht sie doch in größeren Zeitdifferenzen und meint das Spekulieren auf Kursentwicklungen eines Vermögenswerts. Echte Arbitrage hingegen entsteht, wenn auf verschiedenen Märkten verschiedene Preise für ein und denselben Vermögenswert existieren.
Wie wählt man einen Broker für Arbitrage Trading aus?
+
Der Broker sollte vor allem schnell, stabil und kostengünstig hinsichtlich Spreads und Gebühren sein. Schnell und stabil, damit er die benötigte Handlungsschnelligkeit des Traders nicht beeinträchtigt, kostengünstig, weil die Marge pro eingesetztem Kapital bei Arbitrage Trading gering ausfällt und deshalb entscheidend ist.
Gibt es rechtliche Beschränkungen für Arbitrage Trading?
+
Sind in den Bestimmungen des Brokers keine Beschränkungen und Regularien angegeben, ist Arbitrage Trading kein Problem. Eng verbunden mit dieser Form des Trading ist High Frequency Trading (HFT), das auf die Nutzung von Computer-Algorithmen zurückgreift. HFT ist streng reguliert und für Privatpersonen und ”normale” Trader ohnehin ungeeignet.
Benötige ich viel Kapital um Arbitrage Trading zu betreiben?
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Jein. Grundsätzlich ist Arbitrage Trading auch mit einem kleinen Kapital möglich, allerdings fällt die Gewinnspanne pro eingesetztem Kapital nicht sonderlich hoch aus. Dementsprechend ist es durchaus so, dass für sinnvolles Arbitrage Trading viel Kapital absolut vorteilhaft ist.
Christian Böttger

Christian Böttger

Über den Autor Finanzexperte und Ausbilder für Trading mit über 6 Jahren Erfahrung an der Börse.

Vollzeit-Trader

„Egal in welcher Marktphase man sich befindet – mit meinen Strategien kann ich seit über 6 Jahren flexibel im Markt erfolgreich agieren!“

>75% Trefferquote

+6 Jahre Erfahrung

>100K € Jahresgewinn

Über den Autor:

Christian Böttger ist hauptberuflich Trader und Mentor, der sowohl kurzfristige Trades als auch langfristige Investments mit überragender Trefferquote durchführt. Auf Finanzradar.de teilt er seine Analysen sowie praktische Erfahrung und hat besonders für Anfänger den einen oder anderen Kniff parat. Mehr über Christian erfährst Du hier.