Die Dow Theorie ist das Grundgerüst der modernen technischen Analyse! Hier werden 6 Grundprinzipien definiert, nach welchen sich der Markt bewegt. Ein wichtiger Punkt ist die Einteilung des Marktes in 3 Trendebenen.
Aber auch die effiziente Markthypothese ist ein wichtiger Grundpfeiler, dann Charles Henry Dow aufgestellt hat. Mehr dazu im Artikel:

Kurzüberblick: Dow Theorie
#1 Der Markt hat alles eingepreist – Effiziente Markthypothese.
#2 Es gibt 3 Arten von Trends – Unterscheidung anhand der Dauer.
#3 Primäre Trends haben 3 Phasen – Bspw. Akkumulationsphase.
#4 Indizes müssen sich gegenseitig bestätigen – Sie laufen gleich.
#5 Volumen muss den Trend bestätigen – Volumen soll steigen.
#6 Trends bestehen bis zu einer klaren Umkehr – Trend Trading Ansatz.
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Was ist die Dow Theorie? (Allgemeinbildung)
Die Dow Theorie gilt als der Grundstein für die heute bekannte technische Analyse. Die ersten Ansätze dieser Theorie reichen in Bezug auf die Beobachtungen von Indizes bis in das Jahr 1899 zurück. Charles Dow war als Begründer der gleichnamigen Theorie davon überzeugt, dass Trends an den Börsen nicht dem Zufall zu verdanken sind. Seinen Aufzeichnungen zufolge reagieren Börsenkurse unter anderem auf äußere Faktoren wie zum Beispiel positive oder negative Nachrichten.
Des Weiteren war Dow davon überzeugt, dass in den Kursen der Aktien bzw. Indizes, alle wichtigen Informationen bereits enthalten sind. Der Kurs ist als Folge dessen eine direkte Widerspiegelung des Verhaltens der Teilnehmer auf dem Markt.

6 Grundprinzipien der Dow Theorie
Charles Henry Dow baut die nach ihm benannte Theorie über die Auswertung von Charts für Assets und Indizes auf mehrere Grundprinzipien auf. Konkret handelt es sich um 6 Kernaussagen, die gemeinsam das Fundament der Theorie bilden.
#1 Indizes enthalten alle Informationen
Der Kurs ist für Dow gleichbedeutend mit einer Reflexion aller bekannten Informationen. Dieses Verständnis des Kurses bezieht sich auf Angebot & Nachfrage und äußere Faktoren. Laut Dow spielt es nur eine untergeordnete Rolle, ob die einwirkenden Faktoren bereits bekannt sind oder noch als unbekannt gelten. Die Auswirkungen seien im Chart bereits zu einem früheren Zeitpunkt ersichtlich.

Beachte: Laut dieser Aussage von Charles Dow sinkt mit seiner Theorie das Erfordernis für eine Fundamentalanalyse. Die Anwendung seiner Theorie und der Blick auf den Chart biete alle erforderlichen Informationen, um für den Handel an der Börse und die Erstellung einer Order eine fundierte Entscheidung zu treffen.
#2 Arten des Markttrends
Charles Dow nahm eine Unterscheidung in insgesamt 3 Kategorien von Markttrends vor. Seine Unterteilung basierte rein auf Zeithorizonten. Der Primärtrend hält am längsten an und bildet auf diese Weise den übergeordneten Trend. Der Sekundärtrend ist mit einer deutlich kürzeren Dauer verbunden (meist Wochen) Die Tertiärtrends sind anschließend die kleinste Ebene mit einer Dauer von paar Tagen.
| Trend | Bedeutung | Typische Dauer | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Primärtrend | Übergeordneter Trend | Monate / Jahre | Bullenmarkt |
| Sekundärtrend | Korrektur im Primärtrend | Wochen / Monate | Rücksetzer |
| Tertiärtrend | Kurzfristige Bewegung | Tage / Wochen | Intraday / kurzer Swing |
Beachte: Anhand des Primärtrends hat Dow festgestellt, ob der Kurs im Bullen- oder Bärenmarkt ist.
#3 Primäre Trends und ihre Phasen
Nach der Dow-Theorie lässt sich ein Primärtrend in drei Phasen unterteilen: Akkumulation, öffentliche Beteiligung und Distribution. In der Akkumulationsphase beginnen gut informierte Marktteilnehmer nach einem vorherigen Abwärtstrend Positionen aufzubauen. Anschließend folgt die Phase der öffentlichen Beteiligung: Der Trend wird deutlicher, die Stimmung verbessert sich und immer mehr Marktteilnehmer steigen ein. Die Distributionsphase bildet schließlich die letzte Phase.

Beachte: Das Smart Money nutzt die dritte Phase um ihre Positionen wieder zu verkaufen. Da es ausreichend Liquidität auf Grund der Euphorie und Masse an Marktteilnehmer gibt, haben sie hier keine Probleme bzgl. Wartezeiten oder ähnlichem.
#4 Bestätigung der Indizes
Eines der Grundprinzipien der Theorie sieht vor, dass sich die Indizes gegenseitig als Bestätigung dienen müssen, sprich sie machen nahezu zeitgleich Hochs und Tiefs. Ein Großteil der Dow Theorie stützt sich auf die vom Unternehmen von Charles Dow zusammengestellten Indizes: den Dow Jones Industrial Average Index und den Dow Jones Transportation (Rail Index).

Beachte: Das Prinzip ist auch auf andere Indizes anwendbar. Laufen die Indizes in entgegensetzte Richtungen ist kein echter Markttrend vorhanden.
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#5 Volumen muss den Trend bestätigen
Charles Dow war eine der ersten Personen, die einen Börsentrend mit dem zu diesem Zeitpunkt bestehenden Handelsvolumen in Verbindung brachte. Der vom ihm verfassten Theorie zufolge soll das Volumen in Trendrichtung ansteigen. Hat man bspw. einen Aufwärtstrend, so soll sich das Volumen in Anstiegen erhöhen. Befindet sich der Kurs in einem Abwärtstrend, dann soll sich das Volumen bei einem Abverkauf erhöhen.

Beachte: Bestätigt das Volumen einen Trend nicht, so ist das Ende des Trends oftmals nicht weit entfernt. Zeitnah lassen sich mögliche Reversal Trades umsetzten.
#6 Bis zu einem Umkehrpunkt behalten Trends ihre Gültigkeit
Für das Ende eines Trends akzeptierte Dow ausschließlich einen klar zu definierenden Umkehrpunkt. Ist dieser Umkehrpunkt noch nicht eingetroffen, liegt weiterhin der ursprüngliche Primärtrend vor. Diese anhaltende Gültigkeit gilt ebenfalls für Charts, die eine deutliche Abflachung des Trends aufweisen oder sich in einer anhaltenden Seitwärtsbewegung befinden. Erst die Trendumkehr löst einen neuen Primärtrend aus.

Beachte: Frage Dich immer aus welchem Tief ein echtes neues Hoch entstanden ist und Du weißt wann der Trend auch wirklich erst gebrochen ist. Dow selbst sprach in der Hinsicht von einer echten Umkehr vs. einem Fehlsignal.
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Wer war Charles Dow?
Der Amerikaner wurde im Jahr 1855 im Bundesstaat Connecticut geboren. Sein Beruf als Journalist führte Dow im Jahr 1880 nach New York. In seiner Anstellung in der Kiernan News Agency war Charles H. Dow für das Verfassen von Börsennachrichten zuständig.
Daraus ergab sich nur 2 Jahre später die Gründung der Dow Jones & Company mit seinen Partnern Edward Davis Jones und Charles Milford Bergstresser. Wie die Namen zu erkennen geben, war Dow in den Folgejahren unter anderem für die Zusammenstellung des bis heute bekannten Aktienindex Dow Jones Industrial Average verantwortlich.
Ein weiteres Resultat aus dieser Zusammenarbeit, findet sich in der Gründung des Wall Street Journals mit der Erstausgabe im Juli 1889. Seine dort publizierten Analysen und Beiträge wurden später als Dow-Theorie zusammengefasst. Eine echte wissenschaftliche Arbeit (wie man es sich vorstellt) hat er also nicht verfasst.
Vor- und Nachteile der Dow Theorie
Vorteile:
Hohe Relevanz für die technische Analyse.
Indikatoren, wie der HHLL, basieren auf der Theorie.
Die 6 Grundprinzipien behalten ihre Gültigkeit.
Maßstab für das Erkennen von langfristigen Trends im Chart.
Konzepte lassen sich in einer Trendfolge-Strategie umsetzen.
Zeigt wie Angebot & Nachfrage einen Kurs bewegen.
Nachteile:
Meist steigt man erst später in einen aktiven Trend ein.
Test zur Wiederholung der gelernten Inhalte im Ratgeber:
Quiz abgeschlossen!
FAQ – Dow Theorie

Christian Böttger
Vollzeit-Trader
+7 Jahre Erfahrung
Tägliches Live-Trading seit 2023
600+ Ratgeber
Über den Autor:
Christian Böttger ist hauptberuflich Trader und Mentor, der sowohl kurzfristige Trades als auch langfristige Investments mit überragender Trefferquote durchführt. Auf Finanzradar.de teilt er seine Analysen sowie praktische Erfahrung und hat besonders für Anfänger den einen oder anderen Kniff parat. Mehr über Christian erfährst Du hier.
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