Ein Trendlinienkanal oder einfach Trendkanal ist die Begrenzung des Preistrends durch eine obere und untere Linie, wobei beide Linien zum Preisverlauf jeweils den gleichen Abstand haben.

Wichtig zu wissen: Innerhalb eines Kanals schwankt der Preis stets zwischen der oberen und unteren Trendkanallinie. Als Trader kannst Du solche Bewegungen super handeln.

Das Linienpaar des Trendkanals zeigt den Markttrend sowie mögliche Ein- und Ausstiege für einen Trade auf. Wenn der Kurs eine der beiden Begrenzungen durchbricht, deutet dies auf einen Bruch des entsprechenden Trends hin.

Einige Trader handeln (fast) ausschließlich nach Trendkanälen. Auch sehr erfahrene Profis legen Einsteigern ins Trading den Trendkanal wärmstens ans Herz.

Trendkanal Technische Analyse Titelbild

Das Wichtigste zum Trendkanal

Der Trendkanal begrenzt mit einer oberen und einer unteren Linie den eigentlichen Preis. Innerhalb des Trendkanals kann sich der Preis zwischen den beiden Linien bewegen.

Trendkanäle lassen sich immer zeichnen, auch in einem Seitwärtstrend. Sie sind daher ein wichtiges Analysewerkzeug. Mit ihnen lassen sich zukünftige Preisbewegungen prognostizieren.

Solange der Kurs nicht aus dem Trendkanal ausbricht, ist der vorhandene, durch den Kanal angezeigte Trend intakt. Der Ausbruch aus dem Trendkanal generiert ein Kauf- oder Verkaufssignal.

Ein Ausbruch in Richtung des schon bestehenden Trends verweist auf dessen Verstärkung. Ein Ausbruch in die Gegenrichtung verweist auf eine Trendwende.

Mithilfe des Trendkanals kann der Trader den bestehenden Trend, die Trendwende (Reversal), den starken Ausbruch mit größtem Momentum und die Preisbewegung innerhalb einer Konsolidierung handeln.

Es gibt verschiedene Arten von Trendkanälen und verschiedene Trading-Strategien, diese zu handeln.

Was ist ein Trendkanal?

Der Trendkanal zeigt als Linienpaar den Markttrend mit Punkten für den Einstieg in einen Trade und Ausstieg (Take Profit) auf. Er wird durch 2 Trendlinien gebildet, wobei eine Trendlinie entlang der Verlaufshochs und eine Trendlinie entlang der Verlaufstiefs eines Kurses verläuft.

Die beiden Linien des Trendkanals über und unter dem realen Preisverlauf bilden eine nahezu perfekte Parallele. Ihr Abstand zueinander kennzeichnet den Channel, in welchem der Kurs intern schwankt. Ihre Richtung prognostiziert den künftigen Kursverlauf. Ein Trendkanal lässt sich in die Zukunft fortzeichnen. Natürlich ist das eine Prognose mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, die nicht exakt so eintreffen muss, wie es der Trendkanal zeigt.

Aufwärtstrendkanal
Beispiel: Aufwärtstrendkanal

Einführung: Wichtige Trading Tools

Um den Trendkanal für das Trading zu nutzen, wendest Du bestimmte Tools an. Die beiden wichtigsten sind die Zeichenwerkzeuge für die Trendlinie und für die beiden Linien, die den Trendkanal bilden. Gute Tools bieten unter anderem die MetaTrader Broker an, aber auch viele andere Softwarevarianten wie beispielsweise Tradingview ermöglichen diese Zeichnungen.

So zeichnest Du eine Trendlinie und wendest sie an

Eine Trendlinie ist ein fundamentales Werkzeug in der technischen Analyse, das dabei hilft, den Kursverlauf eines Finanzinstruments zu visualisieren. Um eine Trendlinie zu ziehen, benötigst du zwei markante Punkte auf dem Kurschart, die miteinander verbunden werden. Diese Punkte entsprechen typischerweise den Verlaufshochs oder -tiefs des betrachteten Vermögenswertes.

Verlaufshochs repräsentieren Spitzen im Kursverlauf, während Verlaufstiefs die Tiefststände darstellen. Indem du zwei solcher charakteristischen Punkte identifizierst und eine Linie durch sie ziehst, schaffst du eine Trendlinie, die den aktuellen Kursverlauf widerspiegelt. Eine Trendlinie kann entweder aufsteigend (bei einem Aufwärtstrend), absteigend (bei einem Abwärtstrend) oder horizontal sein (bei einem seitwärts gerichteten Markt).

Es ist wichtig, dass diese markanten Punkte nicht willkürlich gewählt werden. Sie sollten sich auf dem Chart als deutliche Wendepunkte im Kursverlauf abzeichnen, um die Signifikanz der Trendlinie zu erhöhen. Die Verbindung dieser Punkte liefert einen visuellen Anhaltspunkt für die Richtung und den potenziellen Verlauf des Trends, was es Dir und anderen Investoren ermöglicht, potenzielle Ein- und Ausstiegspunkte zu identifizieren und eure Handelsentscheidungen zu treffen.

Trendlinie zeichnen Technische Analyse
Trendlinie richtig zeichnen

Trendkanal als Erweiterung der Trendlinie

Der Trendkanal ist eine fortgeschrittene Darstellung des Trends, die auf der Grundlage von Trendlinien gebildet wird. Es gibt zwei Hauptmethoden, einen Trendkanal zu konstruieren, um die Richtung und Potenziale des Kursverlaufs noch genauer zu visualisieren.

Die erste Methode besteht darin, zwei Trendlinien zu zeichnen, die nahezu perfekt parallel zueinander verlaufen. Diese Linien werden durch die Verbindung von markanten Punkten erstellt, wie beispielsweise Verlaufshochs oder -tiefs im Kurschart. Die obere Linie repräsentiert dabei den Widerstand des Trends, während die untere Linie den Support bildet. Die Nähe der Linien zueinander verdeutlicht die Stärke und Konsistenz des Trends.

Die zweite Methode, einen Trendkanal zu definieren, besteht darin, eine bestehende Trendlinie zu duplizieren und sie parallel zu einer anderen signifikanten Struktur im Kursverlauf zu verschieben. Zum Beispiel kann eine Trendlinie durch zwei Verlaufstiefs gebildet werden und dann dupliziert werden, um sie an das Verlaufshoch zwischen den beiden Tiefs anzupassen. Auf diese Weise entsteht ein Kanal, der den Trend unter Berücksichtigung weiterer Strukturpunkte im Chart präziser darstellt. Ein solcher Kanal wird somit durch drei markante Punkte definiert – zwei Tiefs und ein dazwischenliegendes Hoch oder umgekehrt.

Trendkanal zeichnen Technische Analyse
Trendkanal korrekt einzeichnen

Trendkanal mit Trendlinien konstruieren Anleitung

Identifiziere den Trend: Bevor du einen Trendkanal erstellst, identifiziere den vorherrschenden Trend im Kurschart. Entscheide, ob es sich um einen Aufwärts-, Abwärts- oder Seitwärtstrend handelt, indem du markante Verlaufshochs und -tiefs im Chart betrachtest.

Wähle die markanten Punkte: Suche nach zwei markanten Punkten, die den Trend repräsentieren. Das können Verlaufshochs und -tiefs sein. Diese dienen als Ausgangspunkte für die Trendlinien des Kanals.

Zeichne die erste Trendlinie: Verbinde die beiden markanten Punkte mit einer Trendlinie. Diese repräsentiert den Haupttrend und bildet die Grundlage für den Trendkanal. Die Linie sollte den Kursverlauf möglichst genau widerspiegeln.

Dupliziere und positioniere die Trendlinie: Dupliziere die erstellte Trendlinie und positioniere sie an einem anderen markanten Punkt im Chart. Zum Beispiel, wenn die erste Linie durch zwei Verlaufstiefs verläuft, platziere die kopierte Linie parallel zu einem dazwischenliegenden Verlaufshoch oder einer weiteren signifikanten Struktur im Chart.

Vervollständige den Trendkanal: Ziehe die zweite Trendlinie so, dass sie parallel zur ersten Trendlinie verläuft und die Preisbewegung im Kanal einschließt. Achte darauf, dass sie möglichst viele Kursbewegungen berücksichtigt, um die Genauigkeit des Kanals zu erhöhen.

Bestätige die Kanalbildung: Überprüfe, ob der so entstandene Kanal den Kursverlauf im Chart sinnvoll einschließt und die Richtung des Trends widerspiegelt. Bestätige, dass die Trendlinien nahezu parallel verlaufen und den Kanal definieren.

Verfeinere und optimiere: Passe bei Bedarf die Position der Trendlinien an, um einen besseren Kanal zu erzeugen, der möglichst viele Kursbewegungen umfasst und signifikante Preisniveaus widerspiegelt.

Tipp: Einige Softwares bieten auch das automatische Einzeichnen von Trendlinien und Trendkanälen an. Gerade als Anfänger könnte das Tool für Dich hilfreich sein. Überprüfe hierbei aber stets, ob die eingezeichneten Linien auch wirklich Sinn ergeben. Wenn Du genug Übung gesammelt hast, kannst Du auf so ein Werkzeug verzichten und manuell die Linien ziehen.

Trendkanal richtig anwenden

Normalerweise dient der Trendkanal dem Einstoppen einer Position, wenn der Kurs den Trendkanal verlässt und somit ein Kauf- oder Verkaufssignal generiert, sowie dem Verfolgen des Kurses mit dem Stop-Loss. Du kannst aber auch innerhalb des Trendkanals handeln. Diese Methode eignet sich für Scalper, die in einem sehr kurzen Zeithorizont von Sekunden bis Minuten für sich ein Stück der Marktbewegung herausschneiden (=Scalping).

Scalping erfordert viel Erfahrung, Kapital und pausenlose Marktbeobachtung. Es eignet sich nur für entscheidungsstarke Trader. Im Normalfall wirst Du den Trendkanal dahingehend anwenden, dass Du beim Ausbruch des Kurses aus diesem Channel eine Kauf- oder Verkaufsposition eingehst. Wenn Du mit Derivaten wie beispielsweise den Contracts for Difference bei einem CFD Broker handelst, wählst Du für den Ausbruch nach oben einen Call-CFD, für den Ausbruch nach unten einen Put-CFD. Den Stop-Loss für die gekaufte Position setzt Du unter (Call) oder über (Put) den Trendkanal. Diese Regel ist sehr wichtig.

Trendkanal traden Trading mit Technischer Analyse
Trading-Chancen Trendkanal

Regeln für Trendkanäle prüfen

Ein intakter Trendkanal folgt bestimmten Gesetzmäßigkeiten. Bei einem intakten Aufwärtstrend zeigt beispielsweise der Winkel von etwa 45° innerhalb des gewählten Zeithorizonts, dass sich der Trend noch für längere Zeit fortsetzen dürfte. Beim Abwärtstrend gilt diese Regel in Grenzen auch, allerdings tendieren die Kurse beim Preisverfall manchmal zu einem crashartigen Absturz. Überprüfe in jedem Fall, ob der Trend natürlich wirkt und seine Fortsetzung auch optisch erkennen lässt.

Long Channel Pullback Setup

Mit diesem Setup kann eine Longposition gewinnbringend gehandelt werden.

Der Trendkanal zeigt für einen ansteigenden Kurs nach oben. Die gewünschte Handlungsweise ist das Eingehen einer Longposition (Call-CFD, beim Forex Broker Kauf der im Preis steigenden Währung).

Das Setup hat seinen Namen, weil die Trendfortsetzung erst nach einem sogenannten Pullback – einem Rücksetzer entgegen der Trendrichtung – erfolgt.

Auf dem Chart ist zu sehen, dass sich der Kurs innerhalb des gezeichneten, aufwärts führenden Trendkanals abwärts bewegt. Er testet die untere Begrenzung des Trendkanals und damit die Aufwärtstrendlinie. Wenn er die untere Begrenzungslinie durchbrechen würde, wäre dies ein Signal für den Bruch des Trends.

Wenn der Kurs tatsächlich von der unteren Linie abprallt und sich wieder nach oben bewegt, erfolgt der Einstieg mit der Longposition bei einer bullischen Kerzenformation innerhalb des Trendkanals. Solche Formationen könnten beispielsweise das Bullisch Engulfing oder Three White Soldiers Muster sein.

Ein sehr aggressiver Einstieg ist auch möglich. In diesem Fall platziert der Trader eine Limitorder knapp über der unteren Begrenzungslinie des Trendkanals. Unmittelbar nach dem Abprallen von dieser Linie erfolgt der Kauf. Diese Variante kann aber riskant sein, da nicht sicher ist, ob der Kurs den Trendkanal wirklich hält oder nach unten ausbricht

Die Order für den Ausstieg (Take Profit) kann an an der oberen Linie des Trendlkanals platziert werden, lässt sich aber auch bei steiler Trendfortsetzung nach oben anpassen. Der Stop-Loss liegt knapp unter der unteren Begrenzungslinie und wird mit weiter ansteigendem Trend nachgezogen.

Trendkanal Long Traden Technische Analyse
Trendkanal Long Traden

Short Channel Pullback Setup

Bei diesem Setup prallt der Kurs von der oberen Linie des Trendkanals nach unten ab.

Das Ziel ist das Handeln einer gewinnbringenden Shortposition mit einem Put-CFD.

Der Trendkanal neigt sich für den absteigenden Kurs nach unten.

Innerhalb des Trendkanals bewegt sich der Kurs aufwärts. Er erreicht die obere Trendkanallinie und testet sie.

Der Short-Einstieg erfolgt bei einer nach unten gerichteten Kerzenformation, wie beispielsweise einem Shooting Star oder dem Evening Star Muster.

Wiederum ist auch ein aggressiver, damit riskanter Einstieg mit einer Sell-Limit-Order knapp unter der oberen Trendkanallinie möglich.

Die Order für den Take Profit kann an der unteren Trendlinie liegen und bei sich fortsetzendem Abwärtstrend nach unten angepasst werden.

Der Stop-Loss liegt knapp über der oberen Trendkanallinie und wird mit der Trendfortsetzung an dieser nachgezogen.

Trendkanal Short Traden Technische Analyse
Trendkanal Short Traden

Tradingbeispiele für Trendkanäle

Es gibt zwar oft den „idealen“ Trendkanal mit mäßiger Breite, einem idealen 45°-Winkel und moderaten Auf- und Abschwüngen innerhalb des Kanals. Dieser lässt sich relativ komfortabel wie im vorherigen Abschnitt beschrieben handeln. Darüber hinaus existieren allerdings auch extreme Trendkanäle, die für das Trading genutzt werden können, aber eine besondere Vorsicht erfordern. Nachfolgend wollen wir uns diese Trendkanäle etwas genauer anschauen und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.

Extrem steile Channels: Wenn der Trendkanal die 45°-Linie deutlich überschreitet, ist er extrem steil. Das kommt bei Ausbrüchen nach oben und bei Crashs vor. Natürlich lässt sich das sehr profitabel handeln, doch der Trader muss wissen, dass dieser Trend alsbald enden wird. Zu empfehlen ist eine Position mit einem sehr knappen Stop-Loss, der in diesem Fall sogar innerhalb des Trendkanals liegen könnte.

Extrem flache Channels: Wenn der Channel sehr flach verläuft, seine Neigung also sehr deutlich unter 45° liegt, könnte der Trend wahlweise alsbald in eine Konsolidierung übergehen oder brechen, also die Richtung wechseln. In einem flachen Trendkanal handelst Du mit einer eher kleinen Position und einem etwas großzügigeren Stop-Loss.

Extrem enge Channels: Wenn der Kanal sehr eng ist, wird er sich unweigerlich irgendwann verbreitern. Das kann in nächster oder in ferner Zukunft geschehen. Das Handeln innerhalb des Trendkanals wie oben beschrieben ist dann kaum möglich. Du kannst aber eine Kauforder über (Aufwärtstrend) oder unter (Abwärtstrend) dem Trendkanal platzieren und auf einen Ausbruch aus dem Kanal handeln.

Extrem breite Channels: In einem extrem breiten Trendkanal solltest du innerhalb seiner Grenzen handeln. Kaufe die Long-Position im Aufwärtstrend knapp über der unteren Trendkanallinie, die Short-Position im Abwärtstrend knapp unter der oberen Trendkanallinie. Platziere die Verkaufsorder für den Take Profit jeweils an der gegenüberliegenden Trendlinie. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass der Kurs aus einem extrem breiten Channel vorläufig nicht ausbricht.

5 Möglichkeiten, einen Kanal zu traden

Es gibt mehrere Möglichkeiten, in einem Trendkanal und bei Ausbruch aus diesem zu traden. Als Trader kannst Du mit Deiner Position dem Trendverlauf folgen, bei Ausbrüchen aus dem Trendkanal Positionen eingehen (in beide Richtungen), eine Trendwende anhand des Kanals erkennen und diese handeln, innerhalb des Trendkanals handeln, was sich bei einer Konsolidierung anbietet (Seitwärtstrend) und auch die Volatilität des Marktes mit Trendkanälen handeln.

Die entscheidende Voraussetzung ist stets, dass Du den Trendkanal richtig gezeichnet hast. Es muss erkennbar sein, wohin der Trend führt. Auch soll die Zeichnung auf einen Blick erkennen lassen, wie steil oder flach und wie breit der Trendkanal ist. Unterschiedlich steile und flache Trendkanäle erfordern ein unterschiedliches Risikomanagement, wie wir weiter oben schon dargestellt haben.

Trendfolge mit Kanälen traden

Trendfolgend dient der Trendkanal dazu, einen Gewinn bei sich fortsetzendem Trend zu erzielen.

Für diese Tradingmethode soll der Kanal im gewählten Zeithorizont idealerweise einen Winkel von 45° oder nicht viel mehr oder weniger (40 bis 50°) haben.

Der Trendlinienkanal ist ein ideales Instrument für das trendfolgende und gewinnbringende Handeln von Positionen.

Sollte der Trend aufwärts führen, wird die maßgebliche Trendkanallinie unter zwei Swing-Tiefs gezeichnet. Bei einem Abwärtstrend verbindet sie zwei Swing-Hochs.

Auf der gegenüberliegenden Seite dieser maßgeblichen Linie wird eine zweite parallele Linie gezeichnet. Beide Linien bilden nun den Trendkanal.

Wenn der Kurs die dem Trendverlauf gegenüberliegende Linie getestet hat und sich wieder in die Haupttrendrichtung bewegt, erfolgt der Einstieg mit einer Position. Eine Longposition kaufst Du im Aufwärtstrend nach dem Abprallen von der unteren Trendkanallinie eröffnen, während Du eine Shortposition im Abwärtstrend beim Abprallen von der oberen Trendkanallinie eingehen kannst.

Das Kursziel ist zunächst die gegenüberliegende Kanaltrendlinie.

Trendkanal Trendfolge traden Technische Analyse
Trendkanal Trendfolge traden

Ausbrüche mit Kanälen traden

Der Kurs bricht aus, indem er den Trendkanal verlässt. Dieser Ausbruch kann mehr oder weniger abrupt erfolgen und lässt sich profitabel handeln.

Es ist nicht einfach, einen bevorstehenden Ausbruch zu prognostizieren. Zwei Anzeichen sprechen dafür: Das Volumen nimmt zu und es bildet sich im Trendkanal eine überdurchschnittlich lange Kerze. Der Ausbruch erfolgt in die Richtung des Schlusskurses dieser Kerze.

Ein Ausbruch kann in Richtung des Trends und in die Gegenrichtung erfolgen.

Der Kauf erfolgt knapp über der oberen oder unter der unteren Trendkanallinie je nach Richtung des Ausbruchs.

Der Stop-Loss nach dem Kauf der Position sollte knapp innerhalb des Trendkanals liegen.

Folge dem Kurs mit einem Stop-Loss, der Deinem Risikomanagement entspricht. Riskiere also für die Position nicht mehr als beispielsweise maximal 1 % Deines Gesamtkapitals.

Wenn sich nach dem Ausbruchsgeschehen der Kurs beruhigt und ein neuer Trendkanal entsteht, kann der Stop-Loss wieder knapp außerhalb von dessen unterer (Long-Position) oder oberer (Short-Position) Grenze liegen, falls er bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht erreicht wurde. Möglicherweise lässt er sich dem nächsten Trendkanal folgend nachziehen. Solche Trades können zu sehr hohen Gewinnen führen.

Trendkanal Ausbruch Traden Technische Analyse
Trendkanal Ausbruch Traden

Trendwenden mit Kanälen traden

Eine Trendwende deutet sich an, wenn der Kurs den Trendkanal entgegen der Trendrichtung verlässt. Sie ergibt sich allerdings manchmal auch nach dem Ausbruch in Trendrichtung, dem ein mächtiges Reversal folgt.

Eine Trendumkehr ist grundsätzlich ein riskantes Szenario für einen Trade, denn die Grundannahme der technischen Analyse lautet eigentlich, dass sich Trends eher fortsetzen, als ihre Richtung zu wechseln.

Am ehesten ist eine Trendumkehr bei einem Trend zu erwarten, der entgegengesetzt des Haupttrends in einem höheren Zeitrahmen verläuft. Der Kurs nimmt wieder die Richtung des übergeordneten Haupttrends auf.

Ein anderes Szenario ist die Umkehr des Kurses aus einem sehr steilen Trendkanal. Steile Trendkanäle sind nicht nachhaltig und brechen früher oder später ineinander ein.

Auch die starke Zurückweisung des Kurses nach einem Ausbruch durch den Trendkanal kann eine Trendumkehr einleiten. Das Stichwort hierbei lautet Fehlsignal.

Zu erkennen ist eine mögliche Trendumkehr durch mindestens eine Kerze mit einem dem Trend entgegengesetzten Signal. Im Aufwärtstrend ist es beispielsweise eine starke bärische Kerze.

Sobald so eine Kerze die Trendlinie durchbricht, wird nach ihrem Über-/Unterschreiten der entsprechende CFD gekauft.

Der Stop-Loss richtet sich bei der Trendumkehr wiederum nach dem Risikomanagement und nicht mehr nach den vorherigen Trendlinien. Sollte die Trendumkehr zu einem neuen Trendkanal in Gegenrichtung führen, kann der Stop-Loss knapp außerhalb von dessen Kanallinien platziert werden.

Konsolidierungen mit Kanälen traden

In einer breiten Konsolidierung, die ein Seitwärtstrend mit darstellbarem Trendkanal ist, kann ebenfalls profitabel gehandelt werden. Sehr breite Konsolidierungen nennt die US-amerikanische Tradingliteratur „Schiebezonen“. Einige deutsche Trader wie Karsten Kagels, der Schüler des US-Traders Joe Ross war, nutzen diesen Begriff ebenfalls.

Innerhalb der Schiebezone lassen sich Trades zwischen den beiden Begrenzungen des Seitwärtstrendkanals eingehen.

Es gibt in diesem Fall keine Vorgabe für die Richtung des Trades. Die Grundannahme lautet, dass sich der Kurs für einen längeren Zeitraum immer wieder von der unteren zur oberen Kanallinie bewegt und dann die Richtung wechselt, ohne die Trendkanalbegrenzung deutlich zu durchbrechen.

An der oberen Trendkanallinie geht der Trader eine Shortposition, an der unteren eine Longposition ein. Die Annahme lautet, dass der Kurs die entgegengesetzte Kanallinie erreicht. Das muss aber nicht in jedem Fall geschehen. Er kann auch schon vorher wieder seine Richtung wechseln.

Weil das Kursgeschehen innerhalb des Trendkanals relativ schwer zu prognostizieren ist, empfehlen sich kleine Positionen mit einem knappen Stop-Loss außerhalb des Trendkanals.

Der Trader muss damit rechnen, dass der Kurs irgendwann aus der Konsolidierung ausbricht. Das ist ein ehernes Grundgesetz. Keine Konsolidierung hält ewig.

Trendkanal Konsolidierung Traden technische Analyse
Trendkanal Konsolidierung Traden

Volatilität mit Kanälen traden

Mit Volatilität wird am Finanzmarkt und generell bei der Darstellung von Prozessen auf einem Chart das Ausmaß der Kursschwankung gekennzeichnet. Das Wort volatil bedeutet aber nicht zwangsläufig „stark schwankend“, sondern stammt vom lateinischen Begriff volatilis ab, der so viel wie flüchtig, unbeständig oder sprunghaft bedeutet. Das verweist auf die Eigenschaften eines volatilen Preischarts: In ihm sind Überraschungen möglich. Er wird seinen Charakter nicht lange behalten.

Wenn der Kurs auf einen Crash zusteuert, erhöht sich kurz davor sehr oft die Volatilität. Es gibt einen Volatilitätsindex VIX, der von Tradern als „Angstindex“ bezeichnet wird. Die Angst vor einem Crash führt zu verstärkten Aktivitäten unter den Marktteilnehmern mit entsprechenden Kursschwankungen.

Die Volatilität innerhalb des Trendkanals bestimmt dessen Breite. In einem hochvolatilen Markt bildet sich ein entsprechend breiter Trendkanal aus.

Innerhalb eines breiten Trendkanals kann der Trader ebenso wie in einer Konsolidierung zwischen den beiden Kanalgrenzen handeln.

Die verstärkte Volatilität erhöht allerdings auch sehr stark die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs aus dem Trendkanal. Die Kurse durchbrechen durch ihre starkes Momentum häufiger (als in einem ruhigen Markt) die Grenzen des Channels. Der Trader kann daher nach dem Eingehen einer Position innerhalb des Kanals stets mit dem Ausbruch dieser Position aus dem Kanal rechnen. Er folgt ihr mit einem etwas großzügigeren Stop-Loss, um diesen Ausbruch auch mitzunehmen.

Was ist ein linearer Regressionskanal?

Ein linearer Regressionskanal ist ein Trendkanal, der nach Zeichnung seiner beiden Begrenzungslinien gleichmäßig (linear) verläuft, in dem aber der Kurs innerhalb der Kanalbegrenzung immer wieder entgegen der Trendrichtung regrediert (zurückschlägt).

Das verschafft diesem Kanal seinen Namen. Im Aufwärtstrend erfolgen die Rückschläge nach unten, doch der Trend kann auch abwärts gerichtet sein, wobei der Kurs immer wieder nach oben ausschlägt, ohne aber die obere Kanalbegrenzungslinie ernsthaft zu durchbrechen.

Abwärtstrendkanal
Beispiel: Abwärtstrendkanal

Diese Rückschläge können relativ steil erfolgen, was unerfahrene Trader verunsichert. Die Kursschwankungen im linearen Regressionskanal unterscheiden sich von denen in anderen Trendkanälen durch ihren abrupten Charakter. Der Hintergrund ergibt sich durch widersprüchliche Signale vom Markt. Oft handelt es sich um fundamentale Nachrichten.

So könnte in einem Aktienindex ein linearer Regressionskanal entstehen, wenn die konjunkturelle Lage insgesamt gut ist, was zu einem Aufwärtstrend führt, allerdings neuerdings vermehrt schlechte Nachrichten auftauchen. Einige Händler können dann an die Fortsetzung des Aufwärtstrends nicht mehr glauben und gehen an der oberen Kanalgrenze Shortpositionen mit einem Stop-loss über dieser Kanalgrenze ein.

Da der Aufwärtstrend aber intakt bleibt und long positionierte Händler nach dem Rückschlag sogar nachkaufen, werden die Short-Händler immer wieder ausgestoppt. Diese Geschehnisse führen zu diesem bemerkenswerten Chartbild, bei dem der Kurs oft die Kanalbegrenzungslinien ganz leicht durchbricht.

Es gibt Softwareprogramme, die diese sogenannten Envelopes (Umschläge) exakt berechnen, um festzustellen, ob der Haupttrend noch intakt ist. Es sollen 95 % aller Preise innerhalb des Trendkanals bleiben, um einen intakten linearen Regressionskanal festzustellen.

Was sind Mikro-Kanal Trendlinien?

Innerhalb des Trendkanals bilden sich Mikrotrends aus. Der Kanal selbst ist ja dadurch definiert, dass er eine solche Mikrobewegung mit kleinen Auf- und Abschwüngen begrenzt. Dadurch unterscheidet er sich von der Trendlinie, die allein den Trendverlauf zeichnet.

Die Mikro-Kanal Trendlinien sind nützlich, um im Kanal das kurzfristige Momentum richtig einzuschätzen.

Es lassen sich mit ihnen genauso Trends verfolgen wie mit der größeren Trendlinie unseres Kanals. Gezeichnet werden sie an zwei Kursbalken innerhalb des Kanals, um dort den Mikrotrend zu erfassen.

Für die Zeichnung suchst Du Dir zwei Kerzen im Trendkanal, die in dieselbe Richtung führen.

Verbinde deren steigende Tiefs und/oder Hochs (Aufwärtstrend) beziehungsweise fallende Hochs und/oder Tiefs (Abwärtstrends) mit je einer Linie.

Diesen Linienverlauf verbindest Du nun mit dem Hoch/Tief der dritten Kerze.

Sollte die Linie steiler werden, weil die dritte Kerze noch weiter nach oben (long) oder unten (short) führt, ist das ein Zeichen für ein ansteigendes Momentum im Markt.

Dieses ansteigende Momentum generiert ein Tradingsignal. Es kann sogar so stark sein, dass der Kurs schließlich aus dem Trendkanal ausbricht.

Mikro-Kanal Trendkanal Technische Analyse
Unterschied Trendkanal und Mikrokanal

FAQ – Trendkanal

Was sind Kanal-Trendlinien?
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Diese beiden Linien begrenzen den Trendkanal oben und unten. Sie geben ihm seine Breite und unterscheiden sich von der mittig verlaufenden Trendlinie. Gezeichnet werden sie an markanten Punkten der Auf- und Abschwünge im Trendkanal.
Was ist ein Trendkanal?
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Der Trendkanal ist ein Linienpaar, das die eigentliche Trendlinie in einem gewissen Abstand umschließt. Seine Breite hängt von den Grenzen des Marktschwungs um die interne Trendlinie ab. Mit dem Trendkanal lassen sich Tradingsignale finden. Er prognostiziert die Trendrichtung.
Wie nutze ich Trendlinien für den Trendkanal?
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Die Trendlinie für den eigentlichen Trendverlauf wird in die Mitte der Stäbe (Candlesticks) gezeichnet. An den äußersten Grenzen des natürlichen Schwungs entlang der internen Trendlinie zeichnet das Chartprogramm einer guten Trading Plattform die beiden Begrenzungslinien für den Trendkanal.
Wann sollte ich einen Trendkanal nutzen?
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Wenn ein Trend erkennbar ist, lohnt sich die Anwendung des Trendkanals. Dieser lässt sich für Trades in Richtung des laufenden Trends, für Ausbrüche aus dem Trendkanal, für Trades innerhalb des Trendkanals (beim Seitwärtstrend innerhalb einer Konsolidierung), für das Handeln von Reversals und für das Handeln von Volatilität nutzen.
Welche Indikatoren helfen bei der Bestätigung eines Trendkanals?
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Unter anderem bestätigen gleitende Durchschnitte, der MACD, der DMI, der DMX, der Parabolic SAR, die Slow Stochastic, der Relative Strength Index, die ROC und der Commodity Price Index einen Trend mitsamt der Breite seines Kanals.
Welche Bedeutung haben Unterstützungs- und Widerstandszonen im Trendkanal?
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An diesen Zonen lassen sich Kaufpositionen für einen Richtungswechsel innerhalb des Kanals platzieren. Wenn diese Zonen allerdings durchbrochen werden, bricht der Kurs aus dem gesamten Trendkanal aus.
Wie erkenne ich potenzielle Ausbrüche aus einem Trendkanal?
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Potenziell deuten sich Ausbrüche durch ein ansteigendes Momentum bei den Bewegungen innerhalb des Trendkanals an. Dieses lässt sich durch das Zeichnen von Mikro-Kanal Trendlinien erkennen.
Welche Zeitrahmen eignen sich am besten für den Trendkanal-Handel?
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Es gibt starke Intraday-Trends, doch zu empfehlen ist ein etwas längerer Zeitrahmen von mindestens einer Woche bis zu zehn Tagen. Auch die genannten Indikatoren beziehen sich eher auf längere Zeitverläufe. Ausprobieren lässt sich das auf einem Trading Demokonto.
Christian Böttger

Christian Böttger

Über den Autor Finanzexperte und Ausbilder für Trading mit über 6 Jahren Erfahrung an der Börse.

Vollzeit-Trader

„Egal in welcher Marktphase man sich befindet – mit meinen Strategien kann ich seit über 6 Jahren flexibel im Markt erfolgreich agieren!“

>75% Trefferquote

+6 Jahre Erfahrung

>100K € Jahresgewinn

Über den Autor:

Christian Böttger ist hauptberuflich Trader und Mentor, der sowohl kurzfristige Trades als auch langfristige Investments mit überragender Trefferquote durchführt. Auf Finanzradar.de teilt er seine Analysen sowie praktische Erfahrung und hat besonders für Anfänger den einen oder anderen Kniff parat. Mehr über Christian erfährst Du hier.