Um Daytrader zu werden absolviert man keine Ausbildung, sondern bringt sich viel im Learning by Doing bei. So war es zumindest bei mir damals.
In diesem Beitrag erkläre ich Dir, welche Voraussetzungen Du wirklich brauchst, was Dich genau erwartet und wie Du am letztendlich ein guter Daytrader wirst.

Kurzüberblick: Daytrader werden
#1 Was ist ein Daytrader? – Er kauft und verkauft innerhalb eines Tages.
#2 Daytrading Ausbildung – Schlüssel um wirklich gut zu werden.
#3 10 Schritte zum Daytrader – Folge diesem Plan.
#4 Wo kann man Daytrading lernen? – Vor allem in der Praxis.
#5 FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Daytrader werden.
Was ist ein Daytrader?
Der englische Begriff und seine deutsche Übersetzung „Tageshändler“ bringen es bereits ziemlich genau auf den Punkt: Ein Daytrader ist ein Händler, der Wertpapiere kurzfristig handelt, um auf Grundlage steigender oder fallender Kurse Gewinn zu machen. Ein klassischer Daytrader hält eine Position maximal bis zum Handelsschluss und verkauft sie demnach innerhalb eines Handelstages. Eine offizielle Definition, wie lange ein Daytrader ein Wertpapier maximal halten darf, gibt es nicht.

Hinweis: Als Daytrader kannst Du mit vielen verschiedenen Assets handeln, darunter auch CFDs auf Aktien, Devisen, Rohstoffe und Kryptowährungen. Bei Derivaten wie den CFDs, kannst Du wahlweise Hebel Trading betreiben – was den möglichen Gewinn aber auch das Risiko für Verluste erhöht!
Daytrader werden: Gibt es die typische Daytrading-Ausbildung?
Nein, eine klassische Daytrading-Ausbildung gibt es nicht. Um Daytrader zu werden, musst Du Dich selbst um Deine Ausbildung kümmern. Im Internet findest Du heutzutage sehr viele Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zum Daytrader. Viele Anbieter, wie zum Beispiel Finanzinformationsseiten oder Broker, bieten umfassende Leitfäden, Webinare und sonstige Kurse zu diesem Thema an. Ich hab Dir in den orangenen Button in diesem Ratgeber einen kostenlosen Videokurs verlinkt. 🙂
In den letzten Jahren habe ich es häufig erlebt, dass angehende Daytrader mit einer völlig falschen Erwartungshaltung in das Trading einsteigen. Viele von ihnen glauben, innerhalb weniger Tage oder Wochen die Grundlagen für erfolgreiches Daytrading zu schaffen – das ist nicht richtig, Du wirst eher einige Jahre dafür brauchen! So 2 Jahre zum Daytrading lernen ist standard.

Risikohinweis: Die Entwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Hinweis auf künftige Erträge, und der Wert einer Investition in ein Finanzinstrument kann sowohl steigen als auch fallen.
Beachte: Achte in diesem Zusammenhang darauf, dass es sich um einen seriösen Anbieter handelt und die Kosten nicht zu hoch sind. Viele angebliche Daytrading-Experten verlangen im Internet sehr hohe Preise für vermeintlich exklusives Wissen, das den schnellen Weg zum Reichtum verspricht.
In 10 Schritten ein guter Daytrader werden
Ich kann es nicht oft genug betonen: Als Daytrader wirst Du nicht geboren und Daytrading lernst Du auch nicht innerhalb einer Stunde. Wer glaubt, mit Daytrading mit wenig Aufwand in kurzer Zeit reich zu werden, erliegt einem großen Irrtum. Richtiges Daytrading ist letztlich nichts anderes als harte Arbeit, sowohl in der Vorbereitung als auch in der täglichen Umsetzung. Der folgende Ablaufplan zeigt Dir, wie Du in 10 Schritten zu einem guten Daytrader wirst.
#1 Passenden Daytrading-Stil finden
Beim Daytrading lassen sich gleich drei Trading-Stile unterscheiden: Das Scalping, das Intraday-Trading und das Swing-Trading. Scalping ist die kurzzeitigste Form des Daytradings. Scalper halten ihre Positionen nur wenige Sekunden oder Minuten und versuchen, sehr kleine Kursbewegungen zu ihren Gunsten auszunutzen. Um nennenswerte absolute Gewinne zu erzielen, gehen Scalper meist sehr große Handelspositionen ein.
Das Intraday-Trading ist die klassische Form des Daytradings. Dabei kaufst und verkaufst Du eine Position innerhalb eines Handelstages. Intraday-Trader vermeiden dadurch die Kosten, die bei gehebelten Instrumenten über Nacht entstehen, und das Risiko, dass sich der Kurs durch nachbörsliche Nachrichten gegenläufig verändert.

Tipp: Das Swing-Trading ist der langfristigsteTrading-Stil. Swing-Trader partizipieren an größeren Kursbewegungen, die vielfach durch Nachrichten wie die Vorlage von Quartalszahlen ausgelöst werden. Ob mehrtägiges Swing-Trading überhaupt noch eine Form des Daytradings darstellt, ist bei vielen Fachleuten jedoch umstritten.
#2 Fachwissen über Daytrading aufbauen
Eine wichtige Voraussetzung ist das Fachwissen eines Traders und dessen Umsetzung zunächst im Demokonto. Fachwissen ist schließlich die Grundlage jeder Daytrading-Strategie und jeder Wertpapieranalyse. Fachwissen über das Daytrading kannst Du Dir über verschiedene Quellen aneignen. Im Internet erwartet Dich heutzutage eine wahre Flut an Informationen über das Daytrading. Ich setze gerne den Fokus auf technische Analyse. Hier ist ein guter Lehrplan von mir für Dich:

Beachte: Informier Dich ebenso über Finanzprodukte wie Aktien, CFDs, ETFs und arbeite Dich in Plattformen wie Tradingview und Xtb ein um später auch das Trading zu üben.
#3 Demokonto fürs Daytrading eröffnen
Es ist eine alte Weisheit an der Börse: Trading ist zu 20% Wissen und zu 80% Übung. Wissen ist eine unabdingbare Voraussetzung für gutes Daytrading, aber am Ende macht es seine Übung aus. Der fatalste Fehler, den die meisten angehenden Daytrader machen, ist es, Daytrading im Echtgeldhandel zu üben. Ich garantiere Dir, dass Du mit dieser Vorgehensweise sehr viel Lehrgeld zahlen wirst. Viel sinnvoller ist es, Daytrading auf einem Trading Demokonto zu lernen.
Ein Demokonto ist eine vollkommen realistische virtuelle Umgebung, in der Du alle Trades wie im Echtgeldhandel abwickelst – nur eben mit Spielgeld. Meine Daytrading Demokonto Favoriten sind XTB, GEB Brokers und IG Broker.

Tipp: Ich selbst habe ganze anderthalb Jahre damit zugebracht, das Trading über ein Demokonto von der Pike auf zu lernen. Als Daytrading-Novize werden Dir sehr viele Fehler unterlaufen. Bis Du die Regeln des Daytradings verstanden hast, wirst Du viel Geld verlieren. Sorge deshalb dafür, dass es nur Spielgeld ist.
Hier kannst Du den für Dich besten Demokonto Anbieter finden …
#4 Eigene Daytrading Regeln aufstellen
Ein weiterer, sehr kostspieliger Fehler im Daytrading ist es, Trades opportunistisch einzugehen. Ohne ein festes Regelwerk, das Dir vorgibt, wann, womit und wie Du handeln sollst, wirst Du dich im Dschungel der Finanzmärkte verirren und langfristig Geld verlieren. Zudem verhindert ein eigenes Trading-Regelwerk (auch Trading-Strategie genannt), dass Du Dich durch Emotionen zu Trades verleiten lässt. Emotionen sind der größte Feind jedes Traders.
Sie führen dazu, dass Du den Markt nicht mehr mit nüchternem Blick siehst, sondern Trades aufgrund von Wahrnehmungsverzerrungen durchführst. Emotionales Trading ist ein garantiertes Rezept für den Untergang. Ein allgemeingültiges Regelwerk für alle Trader gibt es nicht.

Mit Deinem Trading-Regelwerk solltest Du alle grundlegenden Fragen hinsichtlich Deiner Handelsaktivitäten beantworten. Dazu gehören vor allem folgende Fragestellungen:
In welchen Anlageklassen und mit welchen Finanzprodukten willst Du handeln?
Gibt es Ausschlusskriterien für Wertpapiere oder Trades?
Nach welchen Kriterien eröffnest und beendest Du Trades?
Wie viel Risiko gehst Du pro Trade und insgesamt ein?
Wie gestaltest Du Dein Risikomanagementsystem?
Wie reagierst Du auf eine Verlustserie?
#5 Daytrading-Strategie entwickeln und testen (Backtests)
Nachdem Du Dein persönliches Regelwerk (Deine Strategie) fürs Daytrading entwickelt hast, musst Du es ausgiebig in der Praxis testen. Nur so findest Du heraus, ob Deine Trading-Strategie tatsächlich durchführbar und auch profitabel ist. Für das Testen Deiner Strategie stehen Dir zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Die Gegenwart und die Vergangenheit. Über Dein Demokonto kannst Du Trades auf Basis Deiner Strategie in der Gegenwart umsetzen.
Eine zweite Möglichkeit, Deine Strategie auf ihre Erfolgswahrscheinlichkeit hin zu testen, sind Daten aus der Vergangenheit. Beim sogenannten „Backtesting“ reist Du in die Vergangenheit und simulierst einen Trade an einem bestimmten Tag X. So stellst Du fest, ob Deine Trading-Strategie auch zu verschiedenen Zeitpunkten in der Vergangenheit funktioniert hätte.

Tipp: Idealerweise funktioniert Deine Strategie sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart. Sofern das der Fall ist, kannst Du erste Trades mit Echtgeld ausprobieren.
#6 Journal (Tagebuch) fürs Daytrading führen und regelmäßig reflektieren
Auf die Frage, was mich zu einem besseren Daytrader gemacht hat, gebe ich immer die gleiche Antwort: Mein Tagebuch. Was viele Trader mit einem Lächeln abtun, weil es für sie eher nach dem Hobby eines Jugendlichen klingt, ist für mich der beste Weg, mich Tag für Tag weiterzuentwickeln. Indem ich immer und immer wieder die Einträge in meinem Journal durchgehe, stelle ich gewisse positive Muster (die zu Gewinnen führen) und negative Muster (die Verluste zur Folge haben) fest.

Wichtiger Tipp: Schreibe harte Fakten wie Positionsgröße, Hebel, etc (siehe Bild oben), als auch „Soft Facts“ wie Gefühlslage vor und nach dem Trade, etc.in das Tagebuch.
#7 Auf einfache Charttechniken beim Daytrading fokussieren
Charttechnik ist eine Wissenschaft für sich und viele Daytrading-Anfänger fühlen sich von der schier endlosen Zahl von Tools und Indikatoren völlig überfordert. Ich achte gerne auf Trends und horizontale Zonen (=Unterstützung und Widerstand) in meine Analysen. Diese Tools sind simpel und effektiv! 🙂

Tipp: Die besten Charttechniken gibt es übrigens nicht. Welche Techniken Du einsetzt, bleibt letztlich Dir überlassen. Hauptsache Du achtest darauf, dass in der Charttechnik weniger oft mehr ist.
Unsere Ratgeber mit Charttechniken für Dich …
#8 Top-Down-Ansatz beim Daytrading nutzen
Als Daytrader darfst Du keinesfalls den Fehler machen, Dich nur auf kurze Zeitintervalle zu fokussieren. Auch wenn Du als Scalper auf Sekunden und Minuten fixiert bist und als Intraday-Trader in Stunden denkst, musst Du immer das große Bild im Auge behalten. Dieses Vorgehen wird in der Praxis als „Top-Down-Ansatz“ bezeichnet. Du gehst also von der großen über die mittlere zur kleinen Zeiteinheit: bspw. vom Tageschart über den Stundenchart in den 5-Minutenchart.

Tipp: Wenn sich ein Wertpapier beispielsweise seit Monaten in einem stabilen Aufwärtstrend befindet, ist es für einen Scalper oder Intraday-Trader wenig sinnvoll, auf fallende Kurse zu setzen. Natürlich kann auch diese Strategie aufgehen, aber Du hast dabei einen statistischen Nachteil.
#9 Geduld und emotionale Stabilität beim Daytrading üben
Geduld ist eine wahre Tugend für jeden Trader. Wie bereits zuvor erwähnt, ist Daytrading nichts, was Du von heute auf morgen lernen kannst. Vielmehr musst Du mindestens zwei Jahre einplanen, um Dir das erforderliche Wissen und die notwendige Übung anzueignen.
Auch im Trading selbst ist an den meisten Tagen Geduld gefragt. Die meisten Trader sitzen auf glühenden Kohlen und können es kaum erwarten, Orders abzugeben. Ein großer Fehler, denn Ungeduld verleitet zu Fehlern. Deshalb ist eine zu Papier gebrachte Trading-Strategie so wichtig. Wenn ein Trade nicht alle Voraussetzungen Deiner Strategie erfüllt, führst Du ihn nicht aus.

Tipp: Ein guter Trader ist nicht nur geduldig, sondern auch emotional stabil. Im Daytrading wirst Du zwangsläufig mit Verlusten konfrontiert. An manchen Tagen summieren sich Deine Fehltrades zu veritablen Verlustserien. In diesen Momenten ist Coolness gefragt.
#10 Guten Daytrading Broker für Echtgeld-Depot finden und am realen Markt handeln
Der letzte Schritt auf dem Weg zu einem guten Daytrader ist es, einen guten Daytrading Broker für ein Echtgeld-Depot zu finden. Das Angebot von Brokern unterscheidet sich massiv voneinander, vor allem hinsichtlich des handelbaren Produktspektrums und der Handelskonditionen. Die meisten Broker sind auf eine bestimmte Anlageklasse spezialisiert.
So gibt es beispielsweise Aktien- und ETF-Broker sowie CFD-Broker und Forex-Broker. Sie alle haben in der Regel ein sehr breites Produktangebot in ihrer Hauptanlageklasse, aber nur ein überschaubares oder gar kein Angebot in anderen Asset-Klassen. Mein Favorit ist XTB:
Wo kann ich das Daytrading richtig lernen?
Vor allem lernst Du das Daytrading am besten in der Praxis! Mein Tipp: Im Grunde gibt es alles Wissen im Internet kostenlos (bspw. auch hier auf der Website und meinen YouTube Kanälen). Nutze das aus und fange an im Demokonto zu trainieren. Gerne lad ich Dich anschließend zu mir ins Live-Trading ein, wo Du mir in Echtzeit über die Schulter schauen kannst. Ebenso kannst Du gute Ausbildungsprogramme wie von Tradingfreaks nutzen.
FAQ – Daytrader werden

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Christian Böttger
Vollzeit-Trader
>75% Trefferquote
+7 Jahre Erfahrung
>100K € Jahresgewinn
Über den Autor:
Christian Böttger ist hauptberuflich Trader und Mentor, der sowohl kurzfristige Trades als auch langfristige Investments mit überragender Trefferquote durchführt. Auf Finanzradar.de teilt er seine Analysen sowie praktische Erfahrung und hat besonders für Anfänger den einen oder anderen Kniff parat. Mehr über Christian erfährst Du hier.
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