Steht das Fundament in Form des vorhandenen Fachwissens ist ein Trading Plan erforderlich, um darauf alle weiteren Schritte des Investments aufzubauen.

Ein solcher Plan entspricht auf dieser Ebene dem Grundgerüst oder der Blaupause, über welche sich die Anleger eine Routine erarbeiten.

Fließt dieses routinierte und überlegte Vorgehen in jede einzelne Handelsentscheidung mit ein, ist die Basis vorhanden, um sich im spekulativen Trading besser vor vermeidbaren Verlusten zu schützen.

Welche Zusammensetzung sich in der Erstellung eines Tradingplans bewährt hat, stelle ich Dir in diesem Ratgeber vor.

Trading Plan Titelbild

Kurzüberblick: Trading Plan

Ein solcher Plan strukturiert die Trading Strategie in Bezug auf Ziele, Anlageklassen, Entscheidungen, Finanzinstrumente und Risikomanagement.

Die Erarbeitung von Routinen verhindert Handelsentscheidungen auf einer emotionalen Basis oder anhand des Bauchgefühls zu treffen.

Überlegungen und Richtlinien zur Nutzung der technischen Analyse sind ein Aspekt, der ebenfalls in den Strategien Berücksichtigung findet.

Über die Zielvorstellungen erfahren die Anleger mehr über ihren persönlichen Trader-Typ.

Den Plan mit einem Trading-Tagebuch zu verknüpfen vereinfacht die nachträgliche Betrachtung der Handelsentscheidungen.

Die sich verändernden Märkte gehen mit einer regelmäßigen Anpassung der Strategie einher.

Was ist ein Tradingplan?

Ein Tradingplan umfasst die detaillierte Planung von Investitionen an der Börse. Dieses Gesamtkonstrukt setzt sich aus einer Vielzahl an einzelnen Teilbereichen zusammen. Dazu gehören Grundfragen zur Motivation und den Zielen des Einstiegs in das Trading ebenso wie die Festlegung von Richtlinien in der Verwendung technischer Analysen oder dem Risikomanagement.

Je mehr Zeit Du der Erstellung eines Tradingplans widmest, umso deutlicher sticht hervor, dass eine auf Dich maßgeschneiderte Strategie einen der Schlüsselfaktoren für den erfolgreichen Börsenhandel beinhaltet. Stehst Du vor der Entscheidung eine eigene Strategie auszuarbeiten oder den Handelsplan eines anderen Traders zu kopieren, bist Du mit der persönlichen Variante aus meiner Sicht besser beraten.

Die Zusammenstellung einzelner Komponenten, die auf Deine Persönlichkeit und die Einbindung des Tradings in Deinen Alltag abgestimmt sind, beugen einem kostspieligen Fehlstart im Börsenhandel am effektivsten vor.

Darum solltest Du unbedingt einen Tradingplan haben

Der Plan bietet eine Basis für die Erstellung einer Routine aller täglichen Handelsentscheidungen und Aufgaben. Die Routine verhindert sich von Emotionen aus dem Konzept bringen zu lassen oder sich während des Handels permanent gestresst zu fühlen.

Die Quote von Neueinsteiger in den Börsenhandel, die einen Großteil des Tradingkapitals verlieren, ist relativ hoch. Einer der häufigsten Gründe für das Scheitern findet sich in der unzureichenden Vorbereitung und mangelnden Strategie. Trader, die diese Überlegungen vorab anstellen, sind sorglosen Anfängern bereits einen entscheidenden Schritt voraus.

Die Ausarbeitung trägt dazu bei, mehr über die eigene Motivation und Stärken in Erfahrung zu bringen. Sich dieser Punkte bewusst zu sein, erleichtert die Festlegung von Assets, die für ein Investment infrage kommen ebenso wie das Benennen der Zielvorgaben.

Die wichtigsten Entscheidungen stehen im Vorfeld fest. Mit diesem Vorgehen besteht keine Veranlassung unter Zeitdruck Entscheidungen zu treffen, die eine höhere Wahrscheinlichkeit besitzen einen negativen Einfluss auf die Strategie auszuüben.

Allgemeinen Tradingplan erstellen: 12 Regeln die er beinhalten sollte

Persönliche Motivation: Der Wunsch mit dem Trading sein Eigenkapital zu vermehren, ist bei allen Anlegern vorhanden. Die darunter liegende Motivation umfasst eine vielfältige Auswahl an persönlichen Wünschen. Ganz oben auf dieser Liste stehen die Altersvorsorge ebenso wie das Absichern des Lebensunterhalts über die Rendite. Die Motivation zu verstehen ist als der erste Richtungsweiser zur Ausarbeitung einer Strategie zu verstehen.

Ziele im Trading: Die Motivation zu kennen, erleichtert es die Ziele im Trading genauer zu definieren. Entspricht es dem Ziel sich über den Handel ein Polster für die Altersvorsorge zu generieren, stehen Assets im Vordergrund, die nicht in kurzer Zeit die ersten Renditen erzielen müssen. Für die Sicherung des Lebensunterhalts verkürzt sich der Zeitabstand bis zu ersten Zielsetzung und die Anlage muss deutlich früher einen Gewinn erwirtschaften. Für die Zielsetzung ist es darüber hinaus wichtig sich zu fragen, wie realistisch die Zielsetzung am Ende des Tages ist. Unrealistische Ziele erhöhen den Druck und animieren dazu ein zu hohes Risiko einzugehen.

Gehandelte Märkte: Die Entscheidung für einen Markt erscheint auf den ersten Blick recht unspektakulär zu sein. Zur Auswahl stehen unter anderem der Aktienmarkt, der Rohstoffmarkt oder der Devisenmarkt. Im Zuge des Erhalts eines diversifizierten Portfolios neigen unerfahrene Trader dazu den Großteil der Märkte abzudecken. Diese Entscheidung bringt hohe Anforderungen an den benötigten Zeitaufwand mit sich. Der Vergleich der Kurse sowie das Verfolgen der Nachrichten aus den betreffenden Märkten trägt dazu bei sich mit dieser Wahl überfordert zu fühlen. Für Einsteiger ist es die beste Entscheidung sich vorerst auf ein bis zwei Märkte zu fokussieren, zu denen im Idealfall bereits Vorwissen vorhanden ist.

Gehandelte Finanzprodukte: Zur Kategorie der Finanzprodukte, die in Verbindung mit dem Börsenhandel stehen, gehören unter anderem Aktien, Währungspaare oder CFDs. Der Handel mit CFDs (deutscher Name: Differenzkontrakte) bietet die Möglichkeit über ein einziges Anlageprodukt einen Index oder andere Assets als Basis nachzubilden. Es stehen demzufolge Finanzprodukte zur Auswahl, die ebenfalls für Einsteiger in das Trading geeignet sind.

Stil und Handelszeiten: Der Stil entscheidet sich unter anderem an der Frage, welche Art des Handels betrieben wird. Das Daytrading erfordert deutlich mehr Zeit als das Investieren in Fondsprodukte oder Anlagen, die eine längere Haltedauer der Positionen mit sich bringen. Um das Trading zu lernen, bietet es sich an mehrere dieser Stile zu vergleichen. Ein Vergleichskriterium gehört den Handelszeiten. Während es in einigen Assetklassen feste Schlusspunkte für den Handelstag gibt, ist der Handel auf den Devisenmarkt 24 Stunden am Tag möglich. Die Handelszeiten mit einzubeziehen ist speziell für Trader, die berufstätig sind, von großer Bedeutung.

Zeiteinheit und Haltedauer von Positionen: Mit der Festlegung der Zeiteinheit in einem Tradingplan wird festgelegt, in welchem Zeitfenster die Analyse der Kursbewegungen erfolgt. Zur Auswahl stehen M (Minute), H (Stunde), D (Tag) und W (Woche). Die Zahl hinter dem Buchstaben gibt die Anzahl an. M5 steht bei diesem Beispiel für das Zeitfenster von 5 Minuten. Für Einsteiger empfiehlt sich die Zeiteinheit H1, um die Entwicklung vor dem aktuellen Kurs besser einzuordnen. Für die Haltedauer von Positionen ist es wichtig sich beim kurzfristigen Handel, wie dem Daytrading oder Scalping ein klares Ziel zu setzen. Dazu gehört zum Beispiel alle Positionen vor dem Handelsschluss zu schließen, um die Swap-Gebühren für das Über-Nacht-Halten von Positionen zu vermeiden.

Täglicher Zeitaufwand: Der tägliche Zeitaufwand ist für Einsteiger leicht zu unterschätzen. Gibt der Plan vor, sich täglich 1 Stunde dem Trading zu widmen, ist es wichtig im Vorfeld festzulegen, ob in diese Stunde ebenfalls die Recherche, wie das Studieren von Nachrichten und anderen relevanten Informationen gehört. Je mehr Zeit für diese Bereiche des Handels von der eingeplanten Zeit abgeht, umso weniger Zeit verbleibt für die eigentlich beabsichtigten Aufgaben. Dazu gehört in einem durchdachten Tradingplan ebenfalls Zeit für die Analyse der zuletzt abgeschlossenen Trades. Vergleichbar mit der Zielsetzung ist es an diesem Punkt erforderlich zu einer ehrlichen Einschätzung des erforderlichen Aufwands zu gelangen. Auf diese Weise gelangen Trader außerdem zu der Erkenntnis wie gut das Trading sich in den momentanen Alltag einbinden lässt.

Risikokapital und -management: Das Risikokapital entspricht dem Tradingkapital, mit dem Du planst eine Rendite zu erzielen. Die Märkte reagieren trotz Plänen und wohlüberlegten Entscheidungen nicht nur auf das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Äußere Faktoren wie Finanzkrisen oder andere globale Ereignisse besitzen ebenfalls das Risiko einen hohen Verlust des Kapitals herbeizuführen. Ich rate Dir an diesem Punkt zu einer der bekanntesten Strategien und ausschließlich Kapital für das Trading einzusetzen, dessen Totalverlust in Deinen Finanzen keine weiten Kreise nach sich zieht.

Positionsgröße und Anzahl: Die Positionsgröße bestimmt, wie viele Assets und Finanzprodukte in einer Order enthalten sind. Eine bewährte Faustregel besteht darin, dass eine einzelne Position niemals mehr als 1 % des Tradingkapitals übersteigt. Mit einem Tradingkapital von 5.000 Euro liegt dieser Betrag bei 50 Euro. Die Anzahl der Positionen bezieht sich in der Regel auf Positionen, die im gleichen Zeitraum geöffnet sind. Eine zu hohe Anzahl erhöht das Risiko wichtige Entwicklungen im Chart zu übersehen oder zu vergessen eine Position vor Börsenschluss zu schließen.

Trading-Routinen: Aufgaben wie das Daytrading zu lernen, zeigen schon in den ersten Tagen und Wochen den positiven Einfluss, den ein routiniertes Trading mit sich bringt. Stehen wichtige Entscheidungen im Vorfeld fest, folgt das Trading einem festen Ablauf und ist mit weniger Stress verbunden. Zu den Routinen gehört es dem Trading einen festen Raum im Alltag einzuräumen. Dazu gehören festgelegte Uhrzeiten ebenso wie Rückzugsmöglichkeiten, um weder die Familie noch andere Mitbewohner als permanente Störfaktoren für das Trading zu erleben.

Strategie für Einstieg, Ausstieg und spezielle Marktsituationen: Diese Regeln für jeden Trade neu festzusetzen ist mühselig und gestaltet darüber hinaus die Auswertung der Trades komplizierter. Die einheitlichen Richtlinien in Kombination mit den Sonderregeln für spezielle Marktsituationen formen ein intuitives Verhaltensmuster, welches es nach wenigen Wochen oder Monaten nicht länger erfordert vor dem Beginn der Tradingzeit den Tradingplan zu studieren.

Regelmäßig aktualisierte Trading-Regeln: Einen Tradingplan zu erstellen bedeutet nicht, dass diese Strategie über Jahre unverändert bleibt. Die Analyse des Plans ist der Analyse eines Charts gleichzusetzen. Um langfristig erfolgreich zu sein und sich den Anlagezielen zu nähern, ist es erforderlich Fehler ausfindig zu machen und die Strategie anzupassen. Hilfreich ist für diese Aktualisierung das Führen eines Tagebuchs, sodass die Entscheidungen nicht einzig auf dem Gedächtnis beruhen.

Tradingplan für die Chartanalyse

Die Chartanalyse ist ein fester Bestandteil des Alltags als Trader. Die Entwicklung von Aktienkurses vorherzusagen basiert in der Analyse von Charts auf der Betrachtung sich wiederholender Formationen und Muster.

Dazu gehören Chart Pattern wie Dreiecke ebenso wie das M-Pattern oder die SKS-Formation. Tauchen diese Muster in einem Kursverlauf auf, ist es an der Zeit neben den visuellen Beobachtungen ebenfalls in der Analyse den nächsten Schritt zu gehen und die Formationen mithilfe von Indikatoren zu beobachten. Diese Trading Indikatoren dienen der Bestätigung von Trends und helfen Fehlentscheidungen aufgrund einer falschen Einschätzung der Kursbewegungen im Chart zu vermeiden.

MACD Inverse Schulter Kopf Formation Technische Analyse
Inverse Schulter Kopf Formation mit MACD Indikator

Als Anfänger liegt eine der größten Gefahren für Verluste darin von diesen Analysetools und Indikatoren keinen Gebrauch zu machen. Ein Tradingplan sorgt in diesem Punkt für eine Verringerung des Risikos mithilfe der Festlegung jedes einzelnen Schrittes in der Chartanalyse.

Nutze den Top-Down-Ansatz

Eine Option für die Analyse der visuellen Darstellung eines Kurses in einem Chart besteht über den Top-Down-Ansatz. Dieser Ansatz sieht vor sich erst den elementaren Entscheidungen zuzuwenden und auf diesem Weg nach unten bis zu den kleinen Details zu gelangen, die im Gesamtzusammenhang eine eher untergeordnete Rolle spielen.

Top-Down-Ansatz technische Analyse
Top-Down-Ansatz

Übertragen auf die Chartanalyse führt der erste Schritt über die Auswahl der Zeiteinheit, in welcher der Kurs im Chart betrachtet wird. Den Anfang macht an dieser Stelle die größte, relevante Zeiteinheit. Hierbei kann es sich um die Darstellung des Kursverlaufs über 1 Monat, 1 Woche oder 1 Tag handeln.

Top-Down-Ansatz
Verschiedene Zeiteinheiten im Chart

Nach der Betrachtung der dort zu erkennenden Chartmuster reduzieren sich die Zeitabstände in festen Schritten bis die kleinste Zeiteinheit unter optimalen Umständen die letzten Bestätigungssignale für den prognostizierten Kursverlauf liefert.

Beachte: In der Anwendung des Top-Down-Ansatzes zeigt sich wie diszipliniert die Trader vorgehen. Stehen alle Zeichen auf einem Kursanstieg oder Fall, ist es verlockend einzelne Zeitfenster aus der Betrachtung auszuschließen. Mit dem Tradingplan und einem routinierten Analyseverfahren gelingt es einer Mehrheit von Tradern diesen Impuls zu unterdrücken.

Tradingplan für die fundamentale Analyse

Die fundamentale Analyse gibt Aufschluss darüber, welchen Wert ein Wertpapier unabhängig vom Börsenkurs besitzt. Diese Analysemethode nutzen unter anderem Anleger, die sich vergewissern möchten, dass der Preis einer Aktie an der Börse nach einem Kauf einen realistischen Gegenwert bietet. In diesem Zusammenhang hilft der Tradingplan unter anderem die Kriterien und Richtlinien festzulegen, die darüber entscheiden, für welche Aktien und zu welchem Zeitpunkt die fundamentale Analyse zur Anwendung kommt.

Auf diesem Weg zeigt sich, wie weitreichend ein Tradingplan ist. Die Bestandteile umfassen nicht einzig alle regulären Szenarien im Trading, sondern sparen ebenfalls nur gelegentlich genutzte Arten der Analyse nicht aus. Für das konkrete Beispiel der fundamentalen Analyse führt eines der Anzeichen, die eine solche Neubewertung des Aktienwerts erforderlich machen über eingehende Nachrichten.

Sowohl Quartalsberichte als auch Nachrichten über innovative Produkte besitzen den Einfluss den Wert einer Aktie zu beflügeln oder in den Keller zu treiben. Aus diesem Grund ist es wichtig eine Trading Plattform zu bevorzugen, die den Tradern neben Analysetools ebenfalls Nachrichtenalarme zur Verfügung stellt.

Bedeutung von politischen Entscheidungen für die Märkte

Nachrichten, die Einfluss auf eine Aktiengesellschaft besitzen, müssen nicht zwangsläufig einzig aus der Wirtschaft stammen. Ein zweiter Einflussfaktor entsteht aus politischen Entscheidungen, welche die Märkte an der Börse in Aufruhr versetzen.

Ein gutes Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit ist der Brexit. Der Ausstieg von Großbritannien aus der Europäischen Union hat an den Märkten über einen längeren Zeitraum zur Verunsicherung beigetragen. Die betroffenen Unternehmen, die bis kurz vor dem Ausstiegsdatum über keine verlässlichen Informationen zu Zollabgaben oder zukünftige Steuerabgaben verfügten, zahlten über die Kursentwicklung den Preis für das politische Chaos.

Personen, die bislang Nachrichten aus der weltweiten Politik mit Vorliebe ignorieren, sind als Trader dazu aufgefordert einen Kurswechsel vorzunehmen und diesen Nachrichten mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Beachte: Daten, die jeder Anleger, der regelmäßig in Währungspaare investiert im Kopf behalten muss, sind Wahlen. Die politische Neuordnung eines Landes mithilfe von Wahlen ist seit jeder ein Faktor, der zu einer erhöhten Volatilität in den Wechselkursen der jeweiligen Währung beiträgt. Vorsicht ist bei einer gemeinsamen Währung wie dem Euro gefragt. In dieser Konstellation wirken neben der EU ebenfalls die Landesregierungen daran mit den Kurs der Währung steigen oder fallen zu sehen.

Risiken im Umgang mit Kurslücken

Kurslücken entstehen zwischen dem Börsenschluss und der jeweiligen Eröffnung der Börse am nächsten Handelstag. In diesen Fällen besteht das Risiko, dass sich politische oder andere Entwicklungen ergeben und der Anleger keine Möglichkeit besitzt unmittelbar auf diese Situation zu reagieren. In dieser Kurslücke oder auf Englisch Gap-Situation erhöht sich das Risiko für Kursverluste.

Kurslückentypen technische Analyse
Die wichtigsten Kurslückentypen

Das gilt im Speziellen für Arten von Ordern, die einen Stop-Loss besitzen. Ein starker Einbruch führt dazu, dass der Stop-Loss automatisch mit dem nächsten Börsenstart ausgelöst wird. Der Anleger hat keine andere Möglichkeit als diesen deutlich höheren Kursverlust zu akzeptieren. Im Tradingplan halten zu diesem Zweck etliche Trader fest riskantere Positionen konsequent zum Ende des Börsentages zu schließen und bei Bedarf am nächsten Tag eine neue Order zu platzieren.

Beachte: Ein weiterer Einfluss auf den Aktienkurs, der nicht zu unterschätzen ist, findet sich in Meldungen, die von den Zentralbanken stammen. Dazu gehört die EZB in Europa als auch die US-Notenbank in den Vereinigten Staaten. Kündigt sich ein Anstieg oder eine Senkung des Leitzinses an, ist es ohne Ausnahme erforderlich die Aktienkurse im Anschluss engmaschig zu beobachten.

Money-Management-Tradingplan

Das persönliche Risikomanagement ist in kaum einem Punkt im Trading von vergleichbar großer Bedeutung als im Money Management. Das Tradingkapital bildet das Fundament für den Handel an der Börse. Einen hohen Anteil dieses Kapitals in einen vermeintlich sicheren Trade zu investieren ist nur eine der Möglichkeiten sich durch das eigene Verhalten die vorhandenen Chancen im Trading zu verspielen.

Positionsgröße managen im Hebel-Trading Möglichkeiten
Positionsgröße richtig managen

Die erste Priorität gilt aus diesem Grund der Einhaltung der Begrenzung der Höhe des Kapitals in den einzelnen Positionen. Der Richtwert liegt für gewöhnlich bei 1% des gesamten Tradingkapitals. Für erfahrene Trader ist es möglich, diesen Wert auf 2% zu erhöhen, aber immer auch in Abhängigkeit vom gewählten Trading Hebel.

Daytrading Risikomanagement Strategien
Risikomanagement für Deinen Trading Plan

Die zweite Regel lautet allein aus der Gier nach einer höheren Rendite die erste Regel nicht zu befolgen. Das Streben nach höheren Renditen liegt zwar in der menschlichen Natur, ist für das über Monate und Jahre erfolgreich verlaufende Trading jedoch als ein großes Hindernis zu erachten.

Beachte: Erhöhte Vorsicht ist unter anderem gefragt, sobald es die Verwendung von Finanzinstrumenten mit erhöhtem Risiko betrifft. Dazu gehören zum Beispiel Hebelprodukte. Die Aussicht auf hohe Gewinne darf an dieser Stelle niemals über die ebenfalls erhöhten Verlustrisiken hinwegtäuschen.

Psychologischer Aspekt im Tradingplan

Wie die Erwähnung der negativen Auswirkungen von Gier auf das Money Management unter Beweis stellt, schlummert der größte Feind im Trading in der eigenen Persönlichkeit. Den psychologischen Aspekt im Trading und der Erstellung eines Trading Plans außer Acht zu lassen ist mit einigen Risiken verbunden. Für die Definition dieser Risiken ist es unter anderem wichtig zu betrachten, wie viele Emotionen im Laufe eines Trades entstehen.

Forex Trading Zusammenhang Zentralbanken, Wirtschaftsdaten, Sentiment
Beispiel: Wirtschaftliche & Politische Zusammenhänge beim Forex Trading

Das reicht von Anspannung und Vorfreude bis zu einer großen Enttäuschung oder ebenso großer Freude über einen erfolgreichen Trade. Sowohl in der Auswahl eines Trades als auch dessen späterer Analyse muss es dem Trader gelingen diese Emotionen auszublenden. Eine Strategie hierzu lautet Schritte festzulegen, die sicherstellen emotional getroffene Entscheidungen im Vorfeld der Platzierung einer Order zu korrigieren.

Welcher Trader-Typ bist Du?

Eine der ersten Fragen, die dazu führen die eigene Persönlichkeit einem Trader-Typ zuzuordnen, besteht aus der Benennung des Risikos, welches der Anleger bereit ist einzugehen. Einige Anleger fühlen sich mit einem möglichst breit gefächerten Portfolio am wohlsten, während andere diesen Punkt als weniger wichtig erachten und zum Beispiel bevorzugt in Aktien oder Währungen investieren.

Die zweite Frage bezieht sich auf das eigene Verhalten im Hinblick auf Trends. Gemeint sind damit Investitionen in beliebte Aktien wie Apple oder der Investition in Kryptowährungen. Die Börse ist in diesem Punkt mit der Modewelt vergleichbar, in der neue und recycelte Trends an der Tagesordnung sind. Trader, die anfällig dafür sind Trends zu folgen, setzen sich mit diesem Verhalten ebenfalls erhöhten Risiken aus.

Beachte: In einem Tradingplan ist es aus diesem Grund empfehlenswert Richtlinien vorzugeben, die gezielt dazu dienen potenziell schädliche Aspekte des persönlichen Trader-Typs in Schach zu halten.

Was solltest Du bei Verlust-Trades tun?

Jeder Anleger, der mit Trades konfrontiert ist, die einen Verlust eingebracht haben, kennt das Gefühl an sich selbst und der ausgearbeiteten Strategie zu zweifeln. Vorausschauende Anleger hinterlassen zu diesem Zweck im Tradingplan Hinweise auf den Umgang mit diesen Situationen.

Stop-Loss Order
Nutze die Stop-Loss Order um Verluste zu begrenzen

Einer der psychologischen Vorteile dieser Handlungsempfehlungen liegt darin, diese Richtlinien sich selbst auferlegt zu haben. Lautet die Empfehlung die Strategie nicht augenblicklich zu verändern, sondern vorab weitere Analysen der Verlust-Trades durchzuführen, fällt es schwerer gegen den eigenen Ratschlag zu handeln.

Drawdown Rendite Grafik Trading Risikomanagement
Wichtiger Zusammenhang: Drawdown & Rendite

Eine zweite Beobachtung, die im Rahmen des Umgangs mit Verlust-Trades wichtig zu analysieren ist, besteht aus dem Blick auf die nächsten Positionen. Gehört ein Anleger zu den Tradern, die einen unmittelbaren Ausgleich schaffen wollen, wird zu diesem Zweck der Tradingplan gerne umgangen. Die Konsequenzen dieser Aktion finden sich in einem erhöhten Risiko in den kommenden Stunden und Tagen auf weitere Verluste zu blicken.

Beachte: Ein weiteres Risiko besteht nach Verlusten auf das Social Trading bzw. Copy Trading zurückzugreifen. Die Trades anderer Trader zu kopieren ist keine Strategie, die sich für einen Großteil der Nutzer rentiert. Vor dieser Reaktion ist aus diesem Grund ebenfalls zu warnen.

Vor- und Nachteile vom Tradingplan

Vorteile:

Ein vorhandener Plan erhöht die Disziplin im Trading.

Eine routiniertes Vorgehen erlaubt es Emotionen leichter zu Zugriff auf Handelsentscheidungen zu verwehren.

Die Pläne sind für alle Arten von Assetklassen zu empfehlen.

Zu den Plänen gehört ein klar definiertes Risikomanagement.

Regeln für die Verwendung von Handelsinstrumenten verhilft zu einer strukturierten Erstellung von Ordern.

Eine erfolgsorientierte Strategie schließt die Trading-Psychologie mit ein.

Die Festlegung von Ein- und Ausstiegskriterien ist im Daytrading ebenso wie dem Halten von Positionen von Vorteil.

Die regelmäßige Überprüfung der einzelnen Bestandteile des Plans hilft Fehler und Schwächen aufzudecken.

Nachteile:

Die Erstellung eines Handelsplans nimmt Zeit in Anspruch.

Der persönliche Plan erfordert eine regelmäßige Suche nach Verbesserungspotenzial.

Eine erfolgreiche Handelsstrategie ist nicht 1 zu 1 auf andere Trader übertragbar.

Ist ein Tradingplan überhaupt sinnvoll?

Hast Du nach dem Lesen dieses Ratgebers das Gefühl, dass das Erstellen eines Tradingplans mit kontinuierlicher Arbeit verbunden ist, bist Du auf der richtigen Spur. Im Umkehrschluss bedeutet diese Überlegung nicht eine Möglichkeit für eine Abkürzung der Vorbereitung vorzufinden und direkt in den Handel einzusteigen, ohne Dir diese Mühe zu machen.

Der detaillierte Plan zum Handel an der Börse ist vergleichbar mit einem Tradingkonto bei einem Broker oder der Analysesoftware zur Auswertung der Charts. Mit der Einordnung des Plans in die Liste an essenziellen Bestandteilen für das Trading schärft sich der Blick für die Bedeutung, die sich hinter dem Plan verbirgt. Der Plan ist als Werkzeug auf dem Weg zu einer von Disziplin geprägten Routine zu verstehen.

Liegt dieses Werkzeug in Deinen Händen, verfügst Du im spekulativen Handel mit Aktien und anderen Assets über einen ersten Vorteil, der Dich von tausenden anderen Anfängern unterscheidet, die zum Großteil unvorbereitet das riskante Börsenparkett betreten. Die Frage, ob ein Handelsplan sinnvoll ist, lässt sich über diesen Vergleich leicht beantworten.

FAQ – Tradingplan

Wie ist ein Tradingplan aufgebaut?
+
Ein Tradingplan beginnt zunächst mit den Fragen zu Motivation und der Zielsetzung des Anlegers. Darauf aufbauend entsteht eine detaillierte Handelsstrategie die Richtlinien und Verhaltensregeln für verschiedene Formen der Chartanalyse, dem Risikomanagement oder der Trading-Psychologie beinhaltet.
Warum sollte man einen Tradingplan benutzen?
+
Ein Tradingplan erhöht die Disziplin des Traders. Wichtige Entscheidungen sind vorab gefallen und der Anleger führt dieser Vorgaben im Anschluss in der Beobachtung der Märkte und Platzierung der Trades aus.
Welche Elemente sollte mein Tradingplan enthalten?
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Zu den Elementen gehören Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die der Risikominimierung dienen. Eine Option besteht aus der Nutzung des Top-Down-Ansatzes in der Chartanalyse oder persönlichen Verhaltensregeln zum Umgang mit Verlusten im Trading.
Wie setze ich klare Handelsziele in meinem Plan?
+
Handelsziele benötigten zunächst eine realistische Erwartungshaltung. In einem Jahr an der Börse dem Club der Millionäre beizutreten, ist kein realistisches Szenario. Zu erreichende Ziele und Etappen im Tradingplan festzuhalten, verhindert darüber hinaus über das eigene Scheitern frustriert zu sein.
Welche Strategien passen zu meinem Tradingplan?
+
Die Zusammenstellung eines Tradingplans und der dahinterstehenden Strategie hängen von zahlreichen individuellen Faktoren ab. Aus diesem Grund ist es wichtig sich Zeit für die Planung zu nehmen und nicht aus Gründen der Zeitersparnis eine bereits vorhandene Strategie zu kopieren.
Wie behandle ich Risiken im Tradingplan?
+
Das Risikomanagement besitzt einen entscheidenden Anteil an einer Handelsstrategie, die sich als nachhaltig erfolgreich erweist. Risiken sind aus diesem Grund niemals den Chancen eines Trades unterzuordnen. Das gilt im Speziellen für Hebelprodukte.
Enthält mein Tradingplan klare Handelsregeln?
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Ja, ein Tradingplan der auf klaren Handelsregeln aufgebaut ist, weist eine höhere Erfolgsaussicht auf. Regeln zu befolgen zahlt sich im Handel speziell im Daytrading ebenso wie dem Scalping aus. In beiden Bereichen erhöht der Zeitdruck ansonsten den Stresslevel des Traders.
Wie bewerte ich die Performance meines Plans?
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Für die Analyse der Strategie ist es wichtig schon ab dem ersten Trade mit der Dokumentation in Form eines Tagebuchs zu beginnen. Diese schriftliche Auflistung gewährt einen guten Überblick, an welchen Stellen die Strategie funktioniert oder nicht.
Wann sollte ich meinen Tradingplan anpassen?
+
Die Anpassung des Tradingplans erfolgt mehrmals pro Jahr. Einige Trader machen diesen Zeitpunkt an der Anzahl der Trades fest, während andere Anleger zu diesem Zweck feste Termine im Kalender auswählen.
Wie bleibe ich diszipliniert in der Umsetzung meines Plans?
+
Die Disziplin entsteht unter anderem durch den Blick auf die Erfolge, ebenso wie der langsamen Annäherung an das gewünschte Tradingziel. Neben Disziplin ist aus diesem Grund ebenfalls Geduld gefragt.
Christian Böttger

Christian Böttger

Über den Autor Finanzexperte und Ausbilder für Trading mit über 6 Jahren Erfahrung an der Börse.

Vollzeit-Trader

„Egal in welcher Marktphase man sich befindet – mit meinen Strategien kann ich seit über 6 Jahren flexibel im Markt erfolgreich agieren!“

>75% Trefferquote

+6 Jahre Erfahrung

>100K € Jahresgewinn

Über den Autor:

Christian Böttger ist hauptberuflich Trader und Mentor, der sowohl kurzfristige Trades als auch langfristige Investments mit überragender Trefferquote durchführt. Auf Finanzradar.de teilt er seine Analysen sowie praktische Erfahrung und hat besonders für Anfänger den einen oder anderen Kniff parat. Mehr über Christian erfährst Du hier.